Direkt zum Inhalt
Gewalteskalation in Bangladesch

Gewaltspirale in Bangladesch Queerer Verein warnt vor Gewalt gegen LGBTIQ+-Menschen

ms - 02.01.2026 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

In Bangladesch sind bis heute homosexuelle Handlungen illegal und können mit lebenslanger Haft bestraft werden. Grund dafür ist ein Gesetz aus der britischen Kolonialzeit, das „unnatürliche sexuelle Handlungen“ unter Strafe stellt. Nach wie vor wird in der mehrheitlich islamisch geprägten Gesellschaft Homosexualität bekämpft und tabuisiert. Zuletzt haben jetzt die Angriffe auf Schwule und Lesben massiv zugenommen, wie die französische Menschenrechtsorganisation Justice Makers Bangladesh (JMBF) berichtet. 

Schutzlos dem Mob ausgeliefert

JMBF-Präsident Shahanur Islam erklärte dazu: „In Bangladesch werden LGBTIQ+-Personen seit langem marginalisiert, aber unter der Übergangsregierung, die im August 2024 die Macht übernommen hat, hat die Situation eine neue Krisenstufe erreicht. Fälle von Einschüchterung, Gewalt und Verfolgung nehmen zu, sodass die Menschen keinen Schutz und keine Möglichkeit mehr haben, sich an die Justiz zu wenden.“ 

Sein Kollege, Rechtsanwalt und Generalsekretär Mohammad Alamgir, betonte überdies, dass vor allem immer mehr Homosexuelle „dem Mob schutzlos ausgeliefert sind“. Es bedürfe daher mehr denn je „dringend internationalem, politischen Druck, um sicherzustellen, dass die grundlegenden Menschenrechte geachtet werden.“ In dem südasiatischen Land leben rund 174 Millionen Menschen, darunter auch mindestens geschätzt rund 5,3 Millionen Schwule und Lesben. 

Hilferuf an die Weltgemeinschaft 

Der Appell wurde im Rahmen der Mediterranean Summer Universities of Homosexualities (UEEH) in die Welt entstand – einem Treffen internationaler LGBTIQ+-Verbände in Paris. Die UEEH existiert seit 1979 und ist damit eine der weltweit ältesten internationalen Initiativen, die sich dem Schutz von Schwulen und Lesben verschrieben haben. Jedes Jahr nehmen Hunderte von Aktivisten, Künstlern, Pädagogen, Forschern und Community-Experten daran teil. Die Hoffnung ist groß, dass die jeweiligen Landesvertreter jetzt ihre Regierungen zum Handeln auffordern. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Wiedergutmachung in Irland

Grausame Urteile gegen Homosexuelle

Bis zu 2.000 Männer wurden vor 1993 in Irland wegen schwulem Sex verurteilt. Nun sollen diese rehabilitiert werden, so Justizminister O’Callaghan.
LGBTIQ+ in Rheinland-Pfalz

Fortführung des Landesaktionsplans

Der Landesaktionsplan in Rheinland-Pfalz wird weiter fortgesetzt, Staatssekretär Littig betont überdies die enge Zusammenarbeit mit der Community.
Staatsanwaltschaft ermittelt

Hilfskraft vergeht sich an Toten

Ein 39-jähriger Mann soll in einem Krankenhaus im nordrhein-westfälischen Bünde sexuelle Handlungen an zwei Leichen vorgenommen haben.
Rollback in den USA

Rückabwicklung von Schutzrechten

In den USA wurden Leitlinien zurückgenommen, die queere Menschen vor Diskriminierung im Job schützen sollten. Queere Verbände betonen Gefahren.
Prozess gegen Neonazi-Anführer

Mitglieder rekrutierten Jugendliche

In Rom hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Anführer einer Neonazi-Gruppe begonnen, der gezielt Homosexuelle als Angriffsziel auserkoren hatte.
Politische Krise in Bulgarien

Rücktritt des Präsidenten

Bulgariens Präsident Radew ist zurückgetreten, um als Ministerpräsident zurückzukommen. Die queere Community blickt mit Sorge auf die Entwicklung.
Ende der Party

US-Community unter Schock

Die Fassungslosigkeit ist in der ganzen US-Community spürbar: Der altehrwürdige Tucson Pride ist nach fast 50 Jahren am Ende.
Spaniens Einsatz für LGBTIQ+

Botschafter bekräftigt Ziele

Online-Hassrede ist mehr denn je ein Problem für die Community. In Spanien fordert der LGBTIQ+-Sonderbotschafter nun mehr Einsatz im Kampf gegen Hetze