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Sex-Verbot in Indonesien
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Sex-Verbot in Indonesien Menschenrechtsvereine warnen vor Angriffen auf die Community

ms - 01.01.2026 - 10:00 Uhr
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Indonesien macht erst: Morgen tritt im südostasiatischen Land ein neues Gesetz in Kraft, das gleichgeschlechtlichen Sex landesweit verbietet – auch für Touristen. Es drohen mehrjährige Haftstrafen für Einheimische wie für Besucher. Damit dürfte die Lage für Schwule und Lesben vor Ort noch dramatischer werden, bereits im letzten Jahr haben die Razzien in Schwulenclubs und die Attacken auf homosexuelle Männer seitens der Polizei rapide zugenommen – mit Teils drakonischen Gefängnisstrafen von bis zu 15 Jahren. 

Änderung im Strafgesetzbuch 

Bisher waren homosexuelle Handlungen in Indonesien mit Ausnahme der Provinz Aceh zwar nicht strafbar, doch wurde mithilfe des Anti-Pornografie-Gesetzes trotzdem mit aller Härte gegen schwule Männer vorgegangen. In der Provinz Aceh galt bereits zuvor die Scharia, die Homosexualität ausdrücklich verbot – bei Zuwiderhandlung drohen einhundert Peitschenhiebe und Haft. 

Jetzt zum Januar 2026 ändert sich die Sachlage: Das neue Strafgesetzbuch, welches ab 2. Januar die Gesetzgebung aus der Kolonialzeit ablöst, stellt im Grunde jede Form von vorehelichem Sex unter Strafe. Da Schwule und Lesben im Land nicht heiraten dürfen, bedeutet dies in der Konsequenz für Homosexuelle ein allumfassendes Komplett-Verbot von sexuellen Handlungen. 

Auslegung des Gesetzes ist umstritten

Einzelne Bürgerrechts-Organisationen gaben allerdings zuletzt zu bedenken, dass das neue Strafgesetz eher auf außerehelichen Sex abziele, sodass nur „bestimmter Sex“ strafbar werden könnte, was gleichgeschlechtliche Paar möglicherweise von einer Strafverfolgung ausschließen würde. Im Kern ziele das neue Gesetz auf Erwachsene ab, die „sexuelle Gewalt“ oder Vergewaltigungen an Jugendlichen des gleichen Geschlechts verüben, so einige in ihrer Einschätzung. Einen tatsächlichen Beleg für diese Bewertung gibt es nicht. 

Fachleute und Menschenrechtsorganisationen warnen indes davor, dass das Gesetz Tür und Tor öffnet für eine breit angelegte Diskriminierung der LGBTIQ+‑Community. Ob und wie umfassend das Gesetz final tatsächlich greift, ist so auch zur Einführung jetzt weiterhin umstritten. Nachdem die Behörden allerdings zuletzt so rabiat gegen die schwule Community vorgegangen sind, ist das Komplett-Verbot für viele noch lange nicht vom Tisch.  Mitte 2024 wurde außerdem bereits ein anderes Gesetz verabschiedet, das das Thema Homosexualität in allen Medien und in der Öffentlichkeit verbietet. Schwule fallen dabei unter die Prämisse: „Personen mit einem negativen Lebensstil“. Kein gutes Omen für das neue Strafgesetz, das ab Freitag greift.  

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