Direkt zum Inhalt

Schwulenhass bei Flüchtlingen Die Grünen würden den Schwulenhass unter Flüchtlingen verschweigen, so Kubicki!

Von ms - 10.07.2023 - 14:00 Uhr
Schwulenhass unter Flüchtlingen
Foto: IMAGO / Political-Moments
ANZEIGE
Loading audio player...

Der Bundestagsvizepräsident und stellvertretende Vorsitzende der FDP, Wolfgang Kubicki, hat jetzt gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über die Homofeindlichkeit unter Flüchtlingen gesprochen und dabei scharf die Grünen attackiert – die Partei würde diese Probleme verschweigen.

Kognitive Dissonanz bei den Grünen?

Gleich zu Beginn stellt Kubicki dabei klar: „Ich habe mich mit Blick auf die Grünen schon häufiger gefragt: Wie hält man diese kognitive Dissonanz eigentlich aus? (…) Wenn man das Wort der Weltoffenheit vor sich herträgt, aber Abweichungen von der eigenen Meinung oft als ´rechts´ abqualifiziert. Oder wenn man Freiheits-, Frauen- und Schwulenrechte gegen eine vermeintlich feindliche Kultur der ´alten weißen Männer´ verteidigt, aber schweigt, wenn Menschen mit anderen kulturellen Hintergründen genau hier erhebliche Probleme bereiten.“

Im weiteren Verlauf zählt der FDP-Politiker mehrere Fälle aus der letzten Zeit auf, in denen es immer wieder zu Gewalt oder Hass seitens Menschen mit einem „arabischen Migrationshintergrund“ und Homosexuellen gekommen ist – an anderer Stelle zitiert er auch eine Studie der Technischen Uni Berlin, die aufgezeigte, dass antisemitische Einstellungen bei Migranten stärker ausgeprägt ist wie bei Deutschen.

Homophobie darf keinen Platz haben

„Für uns ist es selbstverständlich, dass in unserem Land Unterdrückung von und Gewalt gegen Frauen, Antisemitismus und Homophobie keinen Platz haben. In einigen Ländern, aus denen viele Flüchtlinge der vergangenen Jahre stammen, ist dies keine Selbstverständlichkeit. Dass Menschen ihre Prägung, ihre traumatischen Erfahrungen und Konflikte mit in unser Land genommen haben, liegt auf der Hand. Aber, das gehört zur Wahrheit dazu, sie wurden auch bei der Integration nicht ausreichend politisch-administrativ flankiert“, so Kubicki weiter in der FAZ, der zudem sagt: „Es wird Zeit, dass sich alle Parteien des demokratischen Spektrums dieser Tatsache stellen. Mit Symbolpolitik ist es nicht getan. Wir müssen vielmehr deutlich machen, dass die Bewahrung unserer Freiheitsordnung einhergeht mit einer Wiedererlangung der staatlichen Kontrolle.“

Konsequente Abschiebung von Straftätern

Kubicki bekräftigt dabei die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz vom Mai dieses Jahres, dass eine konsequente Abschiebung von Straftätern und Rückführungen nicht-bleibeberechtigter Ausländer höchste Priorität habe. Zudem müssten auch weitere Länder als sichere Herkunftsländer ausgewiesen werden – Kubicki nennt die beiden EU-Beitrittskandidaten Georgien und Moldau. LGBTI*-Verbände wie der LSVD halten dies indes für den falschen Weg.

„Ja, wir brauchen qualifizierte Migration. Aber: Eine Flüchtlingspolitik der ausgebreiteten Arme, wie sie vor allem Grünen mit Multi-Kulti-Idealismus vorschwebt, wird unser Land überfordern – und zum Schlechteren verändern (…) Das Bundesverfassungsgericht hat 2014 zutreffend erklärt, dass es ein überragendes Interesse gibt, der Entstehung von religiös oder weltanschaulich motivierten Parallelgesellschaften entgegenzuwirken. Es wird Zeit, dass auch die grünen Koalitionspartner begreifen, dass wir diesem Auftrag gerecht werden müssen“, so der FDP-Politiker.  

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Berliner MorgenpostMit dem Stöckelschuh gegen Monster: „Queens of the Dead“Süddeutsche ZeitungBaden-Württemberg: Hagel sagt, Transpersonen hätten ihn überzeugtDER SPIEGEL»Selling Sunset«-Star: Chrishell Stause gibt Trennung von G Flip bekanntBerliner MorgenpostBerliner Theater senden Zeichen an LGBTQ-Community: „Ihr gehört dazu“Alle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Welche Rolle sollten politische Forderungen auf CSDs spielen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Poodle Beach wird Denkmal

Schwuler Strand schreibt Geschichte

Ein historischer Strand der schwulen US-Community wird offiziell geehrt: Delaware erinnert mit einer Gedenktafel an die Geschichte von Poodle Beach.
Basquiats Leben neu verfilmt

Neues Projekt von Rapper Kid Cudi

Rapper Kid Cudi spielt den Künstler Jean-Michel Basquiat in einem neuen Kinofilm und sucht gezielt queere Schauspieler für das Projekt.
Pride-Strategien für 2027

Europas Prides vor einem Wandel

Wie können Prides 2027 politisch mehr bewirken? Die ILGA-Europe will bei einem Gipfel mit europäischen Aktivisten neue Strategien entwickeln.
BBC sucht neuen ESC-Star

Kein Flop 2027 in Bulgarien

Nach zwei enttäuschenden ESC-Ergebnissen sucht die BBC für 2027 einen etablierten britischen Musikact mit überzeugender Live-Erfahrung.
„Maxxing“ ist Wort des Jahres

Selbstoptimierung als Internettrend

Von Fitness bis Schönheit: „Maxxing“ prägt die Sprache sozialer Medien. Dictionary.com kürt den Begriff zum Wort des Jahres 2026.
US-Lesbenbar vor dem Aus

Maskenpflicht polarisiert Community

Die lesbische Bar The Last Ditch in Massachusetts stellt ihren regulären Betrieb ein. Zuvor hatten gelockerte Corona-Regeln für viel Kritik gesorgt.
Empörung über Nicki Minaj

Rapperin gegen trans* Jugendliche

Bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Donald Trump kritisierte Nicki Minaj erneut geschlechtsangleichende Behandlungen für trans* Minderjährige.
Italiens Sexualkunde

Verbotsgesetz wird überprüft

Italiens Kassationsgericht macht den Weg frei für eine Volksabstimmung über ein Gesetz, das Sexualbildung inklusive LGBTIQ+ an Schulen einschränkt.
Auszeichnung für Tugay Saraç

Ehrung für mutige Aufklärungsarbeit

Der schwule 29-jährige Tugay Saraç wird für seine Präventionsarbeit an Schulen und seinen Einsatz für LGBTIQ+-Muslime mit 10.000 Euro ausgezeichnet.