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Schwule Männer und Trump US-Rechercheteam interviewte Anhänger aus der Community

Von ms - 20.04.2026 - 14:30 Uhr
Schwule Männer und Trump
Foto: IMAGO / MediaPunch
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Das amerikanische Recherche-Portal Uncloseted Media hat sich aus ausführlich mit schwulen Anhängern von US-Präsident Donald Trump beschäftigt und zog dabei nebst Studienergebnissen auch Interviews mit ein. Das Fazit: Die homosexuelle Anhängerschaft von Trump sieht keine Gefahr, ihre Rechte in den USA durch die US-Politik zu verlieren. 

Das Wichtigste im Überblick:

  • Ein Teil der LGBTIQ+-Gemeinschaft in den USA stimmt für die Republikaner, etwa knapp jeder fünfte bis sechste aus der Community.
  • Viele homosexuelle Männer, die für Trump gestimmt haben, betonen den Verlust von Sicherheit in den USA und teilen eine ähnliche Migrationspolitik.
  • Die politische Haltung von Trump und seiner Administration, insbesondere im Hinblick auf LGBTIQ*-Rechte, sorgt für Spannungen im Freundeskreis der Anhänger. 
  • Einige schwule Männer lehnen gewisse Vorstellungen von Geschlecht und Sexualität ab.

Schwule Trump-Fans in der Minderheit

Laut einer Umfrage des Pew Research Centers stimmen 83 Prozent der homosexuellen und queeren Männer in den USA in der Regel für die Demokraten. Ein wesentlicher Grund dafür sind die politischen Maßnahmen der zweiten Trump-Regierung und die Haltung der MAGA-Bewegung zu LGBTIQ-Rechten. Unter Trumps Präsidentschaft wurden mehr als eine Milliarde US-Dollar an Fördermitteln für HIV-Forschung gestrichen, die Pride-Flagge vom Stonewall National Monument kurzfristig entfernt und die LGBTIQ-spezifische Option auf die lebenswichtige 988-Jugendsuizid-Hotline für junge queere Jugendliche gestrichen. Dies führt dazu, dass viele der LGBTIQ+-Männer, die 2024 noch für Trump stimmten, sich inzwischen aufgrund ihrer politischen Ausrichtung in ihrer Community oft mit Ablehnung konfrontiert sehen.

Verlust von Freunden

Einer von ihnen ist der schwule Nick Duncan (43)  eine Führungskraft im Gastgewerbe aus Miami: „Ich bekomme meistens Hass ab. Ich habe noch nie einen konservativen Freund verloren, weil ich schwul bin, aber ich habe alle meine schwulen Freunde verloren, weil ich konservativ bin. Ich habe mich von dem, was ich die ‚Alphabet-Mafia‘ nenne, distanziert.“ Trotz dieser Ängste versteckt Duncan seine politischen Ansichten nicht. „Ich bin jetzt in einer langfristigen Beziehung, und wenn ich auf dem Dating-Markt war, war ich immer offen und ehrlich über meine politischen Ansichten. Ich denke, das filtert die meisten Leute aus, die damit ein Problem hätten.“

Sexuelle Orientierung zweitrangig?

Eine zweite Studie des Pew Research Centers von 2025 offenbarte, dass 71 Prozent der LGBTIQ+-Erwachsenen die Republikanische Partei als unfreundlich wahrnehmen. Laut Duncan liegen viele dabei falsch: „Die Republikanische Partei ist nicht annähernd so anti-schwul, wie viele glauben. Die Trump-Administration hat viele offen schwule Menschen, und Trump unterstützte die Ehe für Homosexuelle, bevor es ‚cool‘ wurde.“ Zu den schwulen Mitgliedern der Trump-Administration gehören unter anderem Finanzminister Scott Bessent und Tony Fabrizio, ein Umfrageexperte und Stratege. Ein Bericht des UCLA Williams Institute ergab dazu passend, dass republikanische lesbische, schwule und bisexuelle Menschen eher stärker mit anderen Teilen ihrer Identität verbunden sind als mit ihrer sexuellen Orientierung. Das deckt sich mit Aussagen von Vizepräsident JD Vance aus dem Jahr 2024, der in einem Podcast-Interview mit Joe Rogan sagte, dass Trump die „normalen Schwulen“ gewinnen könnte. 

Warum finden manche Schwule Trump gut?

Doch warum findet Trump dann nach Einschätzung des Recherche-Portals weiter Zuspruch? Ein wesentlicher Aspekt sei der Wunsch nach Sicherheit im Land, wie Interviewpartner Chris Doane (56) erklärte: „Konservative wollen Schwule nicht töten. Sie wollen nur, dass sie gerettet werden. Muslime stimmen für die Demokraten, weil sie, wenn die Demokraten gewinnen, bleiben dürfen und die Macht übernehmen können, um Schwule brutal zu ermorden.“ Dazu komme laut Uncloseted Media, dass „viele schwule Republikaner eine allgemeine Zurückhaltung gegenüber den Rechten von trans* Personen“ aufweisen würden. 

„Ich habe nichts gegen Transgender-Sein, aber ich glaube, dass die Transition erst dann stattfinden sollte, wenn das Gehirn vollständig entwickelt ist“, erklärt Doane die Sichtweise. Und Duncan betonte weiter: „Ich bin gegen die Integration von Gender-Ideologie und radikalem Wokeness in die LGBT-Community. Jeder kann leben, wie er will, aber niemand kann von mir verlangen, diese Vorstellung zu übernehmen.“ Der Mehrheitsmeinung der US-Community entspricht das nicht, bedenkt man, dass  etwa vier von fünf LGBTIQ+-Wählern nicht für Trump votierte. Angst davor, dass ihr Rechte in Zukunft eingeschränkt werden könnten, haben die interviewten schwulen Republikaner indes weiterhin nicht. 

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