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Schwule Badehäuser in den USA

Schwule Badehäuser in den USA Ende des Verbots in Minnepolis mit Signalwirkung landesweit

ms - 29.06.2026 - 15:00 Uhr
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Nun ging es ganz schnell mit der Entscheidung: Fast 40 Jahre nach Einführung eines Verbots für schwule Erwachsenen-Badehäuser hat der Stadtrat von Minneapolis die Regelung jetzt aufgehoben. Das Gremium stimmte mit 9 zu 2 Stimmen für die Abschaffung des Verbots, das aus den frühen Jahren der AIDS-Krise stammt. Die politische Kehrtwende wird als Signalwirkung für ähnliche Verbote in den ganzen USA verstanden - noch immer existieren Verbote on einigen US-Bundesstaaten. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Minneapolis hebt das seit 1988 geltende Verbot von schwulen Erwachsenen-Badehäusern auf.
  • Der Stadtrat beschließt die Aufhebung mit 9:2 Stimmen.
  • Badehäuser dürfen dennoch nicht sofort eröffnen – zunächst sollen umfassende Regeln geschaffen werden.
  • Befürworter verweisen auf Erkenntnisse der öffentlichen Gesundheit, Kritiker äußern weiterhin Bedenken.
  • Bürgermeister Jacob Frey unterstützt die Entscheidung.
  • Entscheidung könnte landesweit große Signalwirkung entfalten.

Ende der Badehäuser in der AIDS-Krise

Das letzte Badehaus in Minneapolis hatte nach Angaben der Minnesota Star Tribune 1988 auf dem Höhepunkt der AIDS-Krise geschlossen. Jason Chavez, das einzige offen LGBTIQ+-Mitglied des Stadtrats, war Mitautor der beiden Verordnungen, die für die Aufhebung des Verbots erforderlich waren. In seiner Rede erinnerte er an Brian Coyle, ein ehemaliges offen schwules Mitglied des Stadtrats von Minneapolis, das 1988 für die Einführung des Verbots gestimmt hatte. Coyle starb 1991 an den Folgen von AIDS. „Heute ist der erste Schritt, und er wird nicht der letzte sein. Und es ist ein wichtiger Schritt“, sagte Chavez. „Ich glaube, wenn Brian Coyle heute bei uns wäre und alles wüsste, was wir heute über öffentliche Gesundheit wissen, würde er stolz an unserer Seite stehen und mit mir im Stadtrat abstimmen, damit ich bei dieser Abstimmung nicht allein wäre.“

Der Stadtrat betonte zugleich, dass die Aufhebung des Verbots nicht bedeutet, dass Badehäuser unmittelbar eröffnet werden können. Nach der erwarteten Unterzeichnung durch Bürgermeister Jacob Frey, der die Entscheidung unterstützt, müssen zunächst Vorschriften für den Betrieb solcher Einrichtungen neu erarbeitet werden. Viele Befürworter sprechen sich für ein Regelwerk nach dem Vorbild von San Francisco aus, das Sicherheit und öffentliche Gesundheit in den Mittelpunkt stellt. Vorgesehen wären unter anderem Anforderungen an die Bereitstellung von Kondomen, Überwachung, Schulung des Personals, Abfallentsorgung sowie Duscheinrichtungen. In der Praxis entstanden Badehäuser für Erwachsene beinahe ausschließlich als Treffpunkte für schwule und bisexuelle Männer. 

Zweifel in Teilen der Community 

„Dadurch geraten Badehäuser nicht in eine rechtliche Grauzone“, sagte Chavez laut der Star Tribune. „Wir müssen uns noch mit der Flächennutzung, der Sicherheit und den Vorschriften befassen. Deshalb werden Badehäuser nicht schon morgen oder nächste Woche eröffnen können.“ Gegen die Aufhebung stimmte Stadträtin Elizabeth Schaffer, die den Stadtteil vertritt, in dem jährlich das Pride-Festival stattfindet. Sie erklärte, sie habe mit Bürgerinnen und Bürgern gesprochen, die den Schritt ebenfalls ablehnten – darunter der frühere Senator Allan Spear, der erste LGBTIQ+-Senator des Bundesstaates Minnesota. „Mein Wähler kämpft seit Jahrzehnten für dieses Thema. Er hat mir gesagt, dass viele schwule Männer in seinem Umfeld entweder gegen die Rückkehr von Badehäusern sind oder ernsthafte Zweifel haben, ob dies aus verschiedenen Gründen der richtige Weg ist“, sagte sie laut MPR News.

Der Weg zur Aufhebung des Verbots begann mit der Initiative Safer Sex Spaces Coalition. Sie setzte sich zunächst dafür ein, Formulierungen aus der Verordnung von 1988 zu streichen, die sich ausdrücklich gegen homosexuelle Menschen richteten. Nachdem diese Passagen 2023 entfernt worden waren, begann die Gruppe, sich für die vollständige Aufhebung des Verbots einzusetzen. Auf der Website der Initiative heißt es: „Sozialwissenschaftliche Forschung zeigt, dass kommerzielle Räume für sexuelle Begegnungen, wie schwule Saunen, eine wichtige Rolle dabei spielen, sichereren Sex zu fördern und Maßnahmen zur HIV-Prävention sowie zu Tests und Behandlung zu stärken. Diese Orte fördern außerdem das Gefühl von Identität, Zusammenhalt, Authentizität und Zugehörigkeit. Sie bieten Menschen die Möglichkeit, Isolation zu überwinden und Gemeinschaft sowie Stolz zu entwickeln.“

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