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Rückgang von HIV in England HIV-Stigmatisierung bleibt Kernproblem auf der Insel

Von ms - 18.05.2026 - 12:00 Uhr
Rückgang von HIV in England
Foto: iStock / MicroStockHub
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In England setzt sich der Rückgang neuer HIV-Diagnosen weiter fort. Nach Angaben der UK Health Security Agency zeigt der aktuelle HIV-Bericht jedoch zugleich deutliche Ungleichheiten zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Laut neuem Bericht der UK Health Security Agency sinken HIV-Neudiagnosen in England weiter.
  • Die internationalen UNAIDS-Ziele („95-95-95“) werden in England erreicht oder übertroffen.
  • Unterschiede bestehen weiterhin zwischen Bevölkerungsgruppen, besonders bei Zugang zu Prävention und Tests.
  • Heterosexuelle schwarze afrikanische Communitys sind deutlich seltener mit PrEP versorgt und häufiger von späten Diagnosen betroffen.
  • Fachleute warnen, dass Stigmatisierung weiterhin ein zentrales Hindernis im Kampf gegen HIV bleibt.

England erfüllt UNAIDS-Ziele 

Grundlage der Auswertung ist der „HIV Action Plan Monitoring and Evaluation Framework 2026“-Bericht. Demnach erfüllt England weiterhin die sogenannten „95-95-95“-Zielvorgaben der UNAIDS oder liegt darüber. Diese sehen vor, dass 95 Prozent der Menschen mit HIV ihre Infektion kennen, 95 Prozent davon behandelt werden und 95 Prozent der Behandelten eine unterdrückte Viruslast erreichen. Laut Bericht sind in England 95 Prozent der Betroffenen diagnostiziert, 95 Prozent der Diagnostizierten in Therapie und 98 Prozent der Behandelten viral supprimiert. Für 2024 werden 2.773 neue HIV-Diagnosen genannt, womit der Abwärtstrend anhält.

Rund 110.000 PrEP-Nutzer 

Gleichzeitig macht der Bericht deutlich, dass der Fortschritt ungleich verteilt ist. Besonders weiße schwule und bisexuelle Männer profitieren stärker von Prävention und Versorgung als andere Gruppen. Die Nutzung der HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) ist seit der Einführung im britischen Gesundheitssystem im Jahr 2020 deutlich gestiegen. 2024 wurde mit 111.123 Nutzern ein neuer Höchststand erreicht. Dennoch bestehen große Unterschiede beim Zugang: Während rund 79 Prozent der weißen schwulen und bisexuellen Männer mit Bedarf PrEP nutzen, liegt der Anteil bei heterosexuellen schwarzen Männern und Frauen afrikanischer Herkunft nur bei etwa 34 bis 36 Prozent.

Auch bei HIV-Tests und Diagnosen zeigen sich Ungleichheiten. Insgesamt leben in England schätzungsweise rund 114.000 Menschen mit HIV, darunter etwa 6.000 ohne Diagnose. Späte Diagnosen betreffen insbesondere heterosexuelle schwarze afrikanische Männer (57 Prozent) und Frauen (45 Prozent). 

Stigmatisierung bei HIV 

Parallel dazu bleibt Stigmatisierung ein Problem. Sie ist laut Bericht besonders stark ausgeprägt in Teilen der betroffenen Communitys, etwa bei heterosexuellen schwarzen Männern afrikanischer Herkunft (49 Prozent) sowie anderen ethnischen Minderheiten (48 Prozent). Dr. Tamara Đjuretić, Leiterin der HIV-Abteilung bei der UK Health Security Agency, begrüßte die insgesamt sinkenden Infektionszahlen, warnte jedoch vor sozialen Ungleichheiten. Zwar seien die Entwicklungen positiv und die UNAIDS-Ziele erreicht, dennoch seien die Fortschritte nicht für alle Gruppen gleich.

Sie betonte zudem, dass Stigmatisierung weiterhin eine zentrale Hürde darstelle. Diese verhindere insbesondere in einigen Communitys den Zugang zu PrEP und anderen Präventionsangeboten. „Stigmatisierung kann Leben kosten, und wir alle tragen Verantwortung dafür, das zu ändern“, sagte Đjuretić. Sie rief dazu auf, Präventionsmaßnahmen konsequent zu nutzen und HIV-Übertragungen weiter zu reduzieren. Der schwule frühere Gesundheitsminister Wes Streeting hatte bereits im vergangenen Jahr einen Plan vorgestellt, mit dem neue HIV-Infektionen in England bis 2030 beendet werden sollen.

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