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Homophobie ist keine Satire Sportgerichtshof CAS rügt Einschätzung von Real Madrid

Von ms - 18.05.2026 - 11:00 Uhr
Real Madrid scheitert vor Gericht
Foto: iStock / Adrian Wojcik
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Real Madrid ist mit dem Versuch gescheitert, eine Geldstrafe wegen homophober Gesänge seiner Fans aufheben zu lassen. Der Internationale Sportgerichtshof CAS bestätigte die Sanktion gegen den spanischen Fußballklub und wies die Argumentation zurück, die Aussagen seien lediglich satirisch gemeint gewesen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Real Madrid scheitert mit einer Berufung gegen eine Geldstrafe wegen homophober Fangesänge.
  • Der Verein hatte argumentiert, die Gesänge seien als „Satire“ zu verstehen gewesen.
  • Der Internationale Sportgerichtshof CAS wies diese Darstellung zurück.
  • Die beanstandeten Gesänge richteten sich gegen Manchester-City-Trainer Pep Guardiola.
  • Auch ein weiterer Vorfall mit mutmaßlich homophoben Beleidigungen beschäftigt derzeit den Klub.

Hass-Gesänge gegen Trainer Guardiola

Auslöser des Verfahrens war ein Vorfall während eines Champions-League-Spiels im Februar dieses Jahres. Anhänger von Real Madrid hatten dabei einen Gesang gegen den Trainer von Manchester City, Pep Guardiola, angestimmt. Übersetzt lautete der Gesang: „Guardiola, Guardiola, wie dünn du aussiehst, zuerst waren es die Drogen, und heute sehen wir dich in Chueca.“ Die Nennung von „Chueca“ bezieht sich auf das gleichnamige Schwulenviertel in Madrid. Die Anspielungen auf Drogenkonsum und das äußere Erscheinungsbild wurden zudem mit HIV und AIDS in Verbindung gebracht. Gemeldet wurde der Vorfall von der Organisation Fare, die sich gegen Diskriminierung im Fußball engagiert. Die Organisation stufte die Gesänge als diskriminierend ein.

Berufung nach Geldstrafe

Nach einer Untersuchung verurteilten die zuständigen Sportbehörden den Klub wegen „diskriminierenden Verhaltens“ zu einer Geldstrafe von 30.000 Euro. Real Madrid legte daraufhin Berufung beim CAS ein. Die Anwälte des Vereins erklärten laut einem Bericht von Out Sports, der Gesang sei nicht als Hassrede gedacht gewesen. Vielmehr müsse er aufgrund enthaltener „Elemente von Satire, Provokation oder Kritik“ anders bewertet werden. Das Gericht folgte dieser Argumentation jedoch nicht. In der Entscheidung heißt es, die Gesänge seien homophob und „weit schwerwiegender und schädlicher als akzeptable Satire und Neckerei“. 

Immer wieder homophobe Vorfälle 

Der Fall ist nicht der einzige Vorwurf homophober Äußerungen im Umfeld des Vereins in den vergangenen Monaten. Während eines Spiels zwischen Real Madrid und Benfica im Februar war es zu einem weiteren Zwischenfall gekommen. Nachdem Vinícius Júnior für Real Madrid getroffen hatte, sprach ihn Benfica-Spieler Gianluca Prestianni an und zog dabei sein Trikot über den Mund. Vinícius meldete den Vorfall anschließend dem Schiedsrichter.

Real-Star Kylian Mbappé erklärte später, er habe Prestianni mehrfach eine rassistische Beleidigung verwenden hören. Der Benfica-Spieler wies die Vorwürfe zurück. Die UEFA suspendierte ihn während der laufenden Ermittlungen für eine Partie. Später kursierte in sozialen Netzwerken ein Video des Vorfalls. Darin scheint Prestianni statt einer rassistischen Äußerung eine spanische schwulenfeindliche Beleidigung zu verwenden. Real-Madrid-Torhüter Thibaut Courtois verurteilte die mutmaßlichen Aussagen auf einer Pressekonferenz deutlich. „Ich finde das schlimm. Das sind homophobe Beleidigungen, und das ist genauso ernst“, sagte er mit Blick auf rassistische Sprache.

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