Direkt zum Inhalt
Rekord bei Olympia
Foto: IMAGO / Panthermedia
ANZEIGE

Rekord bei Olympia Fast 200 Athleten sind offen homosexuell oder queer

ms - 30.07.2024 - 15:00 Uhr
Loading audio player...

Neuer Rekord bei den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris – mit Stand von heute sind inzwischen 193 offen homosexuelle und queere Athleten am Start, mehr als jemals zuvor in der Geschichte der internationalen Sportwettkämpfe. 

Eine Zahl mit Signalwirkung

Kurz vor Beginn der Spiele hatte man noch 144 LGBTI*-Olympioniken gezählt, im Laufe der ersten Tage wurden es immer mehr, die dazu kamen, teils durch ein persönliches Outing, teils aber auch durch weitere Hintergrundinformationen von Outsports. Damit wurde auch die Zahl (186) der homosexuellen und queeren Teilnehmer bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio übertroffen – und sie ist achtmal so hoch wie noch in London 2012. Auch politisch eine Tatsache mit Signalwirkung. 

Outsports ermittelt die Zahl der LGBTI*-Athleten dabei nicht nur aus purem Interesse, sondern will damit vor allem aufzeigen, dass Gleichberechtigung und Akzeptanz auch im Profisport möglich sind – je mehr Olympioniken offen zu ihrer Homosexualität stehen, desto selbstverständlicher werden LGBTI*-Lebensweisen auch in die Welt hinausgetragen. 

„In den letzten Monaten habe ich wirklich gemerkt, welche Vorteile es hat, offen zu sagen, dass ich in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebe, und wie sehr es andere inspirieren kann. Das ist sehr wichtig“, betont so der schwule Taekwondo-Athlet Jack Woolley aus Irland, der in Paris an seinen zweiten Olympischen Spielen teilnimmt. 

27 von 206 Länder haben geoutete Athleten 

Allerdings hält Outsports auch weiter fest: „Diese Rekordzahl spiegelt zwar die zunehmende Sichtbarkeit und Akzeptanz von LGBTI*-Sportlern wider, dies ist jedoch in erster Linie ein Phänomen von Ländern in Nord- und Südamerika, Westeuropa sowie Australien und Neuseeland. Bislang sind 27 Nationen im Team LGBTI* in Paris vertreten, von insgesamt 206 teilnehmenden Ländern  - eine Zahl, die auch das konkurrierende Refugee Olympic Team einschließt.

So gibt es gerade einmal drei geoutete Sportler aus Asien, drei Boxer von den Philippinen sowie aus Thailand. Es gibt auch nur vier Athleten aus Afrika: drei schwule Südafrikaner und die lesbische Boxerin Cindy Ngamba aus dem Refugee Olympic Team, die in Kamerun geboren wurde und jetzt in Großbritannien lebt. Aus muslimisch geprägten Ländern kommt nur ein einziger offen homosexueller Athlet, ein türkischer Volleyballspieler. 

Die meisten LGBTI*s kommen aus den USA

Die meisten geouteten LGBTI*-Sportler kommen aus den USA (32), auf dem zweiten Platz im Ranking findet sich Brasilien mit 30 Athleten. Anschließend folgen Australien (22), Deutschland (13), Spanien (12), Großbritannien (11), Kanada (11), die Niederlande (10), Gastgeber Frankreich (9) und Neuseeland (7). Dominiert wird die Liste dabei klar von lesbischen Frauen, allerdings steigt die Zahl der geouteten schwulen Männer immer weiter rapide an, wie Outsports berichtet. 

Zu den prominenten Out-Olympioniken gehören der britische Turmspringer Tom Daley, die US-amerikanische Leichtathletin Sha'Carri Richardson, die Profi-Basketballerinnen Diana Taurasi, Brittney Griner, Alyssa Thomas, Breanna Stewart, Jewell Loyd und Chelsea Gray vom Team USA sowie die nicht-binären Olympioniken Quinn (Fußball in Kanada) und Nikki Hiltz (Leichtathletik in den USA). Outsports hofft, dass bis zum Ende der Spiele Mitte August die Zahl der geouteten Sportler noch weiter ansteigt. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

News zu Heated Rivalry 2

Hudson Williams verrät Details

„Heated Rivalry 2“ wird derzeit gedreht und soll 2027 mit neuen Konflikten und mehr Emotionalität starten, verriet jetzt Schauspieler Hudson Williams.
Schwule Juden

Mehr Sichtbarkeit in der Community

Eine LGBTIQ+-Tora-Gruppe in Oregon liest jüdische Texte neu und will LGBTIQ+-Menschen darin als Teil der jüdischen Geschichte sichtbar machen.
Streisand greift Trump an

Streit um das Kennedy Center

Barbra Streisand kritisiert Präsident Trumps Vorgehen beim Kennedy Center, dessen Umbenennung juristisch und politisch umstritten ist.
Zehn Jahre Projekt „WiR*“

Aufklärung gerät unter Druck

Das Kölner Projekt „WiR*“ feiert zehn Jahre Aufklärungsarbeit – und warnt vor zunehmender Queerfeindlichkeit an Schulen.
Kolumbien sagt Nein zu LGBTIQ+

Kritik an neuem Regierungskurs

Kolumbien verlässt eine wichtige internationale LGBTIQ+-Koalition, während Menschenrechtsvereine vor anhaltender Gewalt gegen die Community warnen.
Vapen bei LGBTIQ+-Jugendlichen

Mobbing verstärkt den Trend

Eine neue Untersuchung sieht einen Zusammenhang zwischen der Ausgrenzung und Mobbing von LGBTIQ+-Jugendlichen und ihrem erhöhten Vape-Konsum.
ESC-Krise in Großbritannien

Prüfung des Auswahlverfahrens

Nach dem letzten Platz 2026 beim ESC soll das britische Eurovision-Auswahlverfahren jetzt im Parlament genauer untersucht werden.
Volkszählung in den USA

Neue Regeln sorgen für Kritik

Geplante Regeln für die US-Volkszählung 2030 könnten trans* Menschen zur Offenlegung ihrer Geschlechtsidentität gegenüber dem Staat zwingen.