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Rechtsextreme Bedrohung
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Rechtsextreme Bedrohung CSD-Gegendemonstration in Mecklenburg-Vorpommern geplant

ms - 11.09.2025 - 13:00 Uhr
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Am kommenden Samstag (13.September) findet eine der letzten Pride-Paraden in diesem Jahr in Deutschland statt: Erstmals wird beim CSD Grevesmühlen im Landkreis Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern für Akzeptanz und Gleichberechtigung auf die Straße gegangen. Unter dem Motto „Unsere Liebe ist stärker als Euer Hass“ laden die Veranstalter alle ein, sich für LGBTIQ+-Rechte einzusetzen. Jetzt wird die Demonstration von rechtsextremer Seite bedroht. 

Rechte Gegendemonstration geplant

Nach Angaben des LSVD+ Queer Mecklenburg-Vorpommern plant „der rechte Rand“ eine Gegendemonstration. „Unter der Führung des vorbestraften und bekennenden Rechtsextremen Sven Krüger wird über Social-Media-Kanäle und Flyer zum vermeintlichen Kulturkampf aufgerufen ´Für Familie, Heimat und Tradition – statt CSD, Pädophilie und Perversion.´ Die Absichten und das niederträchtige Motiv sind klar erkennbar. Neben der geschmacklosen und ekelhaften Verächtlichmachung der queeren Community wird der Versuch unternommen Chaos zu stiften, zu polarisieren, einen kriminellen Anschein zu erwecken und nicht zuletzt jene einzuschüchtern, die es wagen sollten sich solidarisch zu zeigen“, so Geschäftsführer Roy Rietentidt vom Verein. 

Aufhetzung der Bevölkerung 

Zudem wolle man so auch negative Schlagzeilen provozieren und der Bevölkerung damit vor Ort einreden, dass ein CSD in der Stadt grundsätzlich nur Ärger bringe. „Gleichzeitig wird Schritt für Schritt das Unsagbare wieder sagbar gemacht, das weitgehend akzeptierte wieder zur Verhandlung gestellt. Ethnische Herkunft, sexuelle und geschlechtliche Identität aber auch alternative Rollenbilder, kurz anders zu sein, als das völkische Ideal einer homogenen Gemeinschaft, wird in Zweifel gezogen, gar abgesprochen und schließlich zur angeblichen Gefahr für alle Bürger*innen stilisiert“, so Rietentidt weiter. In der Kleinstadt Grevesmühlen leben aktuell rund 10.000 Menschen. Laut der Ostsee-Zeitung werden tausende rechte und linke Teilnehmer erwartet. Die Innenstadt wird deswegen am Samstag von der Polizei komplett abgeriegelt.

Warnung vor Erstarken der Rechtsextremen 

Der LSVD+-Landesverband fordert daher alle dazu auf, jetzt Flagge zu zeigen und für den CSD einzutreten und bekräftigt dabei zudem, dass die wahre Bedrohung von einer völkisch-nationalen Ideologie ausgehe, deren Vertreter teilweise bereits in Gemeinde- und Stadträten sitzen würden. „Sie sind es, vor denen Eltern ihre Kinder schützen sollten, nicht vor dem CSD. Denn eines sollte keinesfalls vergessen werden: Seit über 20 Jahren werden CSDs in Mecklenburg-Vorpommern und bundesweit trotz inhaltlicher Kontroversen friedlich begangen. Erst das Wiedererstarken rechtsradikalen Gedankenguts und dessen Duldung durch die immer noch schweigende Mehrheitsgesellschaft führen dazu, dass Veranstaltungen wie der CSD Grevesmühlen nun auch hierzulande durch Wasserwerfer und Polizeigroßaufgebot geschützt werden müssen. Doch nicht vom CSD geht eine Gefahr aus, sondern von jenen, die meinen mit menschenverachtenden Parolen und geballter Faust gegen die Rechte queerer Menschen aufstacheln zu müssen.“ 

Der Verein hofft, dass sich viele Menschen aus Grevesmühlen und darüber hinaus geschlossen am kommenden Samstag gegen rechtsextreme Angriffe starkmachen und solidarisieren werden – egal, ob queer oder nicht. „Wir sind davon überzeugt, dass gemeinsam die Liebe stärker sein wird als der Hass. Das war und ist schon immer die Kernbotschaft der CSD-Bewegung, die nie wieder still sein will und nie wieder still sein darf“, bekräftigt Rietentidt abschließend. 

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