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Razzia in Stuttgart Ermittler durchsuchen Wohnungen von verdächtigen Schlägern

Von ms - 24.07.2026 - 08:00 Uhr
Razzia in Stuttgart
Foto: iStock / Animaflora
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Nach einer Serie homophober Angriffe auf schwule Männer an Cruising-Treffpunkten in Stuttgart und im Landkreis Ludwigsburg haben Ermittler jetzt mehrere Wohnungen durchsucht. Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart sowie die Polizeipräsidien Stuttgart und Ludwigsburg mitteilten, wurden die Durchsuchungen bereits am Mittwoch durchgeführt. Das Landeskriminalamt hatte zuvor dabei geholfen, die einzelnen Taten miteinander in Verbindung zu bringen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Zehn schwule Männer bei Cruising-Treffpunkten angegriffen
  • Die Polizei durchsuchte die Wohnungen von fünf Tatverdächtigen.
  • Vier Verdächtige wurden vorläufig festgenommen, inzwischen aber wieder entlassen.
  • Ermittler gehen von einem homophoben Hass-Motiv aus.
  • Polizei bittet weitere Betroffene und Zeugen, sich zu melden.
  • Die Tätergruppe könnte weitere Männer attackiert haben, die sich bisher nicht bei der Polizei gemeldet haben. 

Attacke auf zehn Männer

Die Maßnahmen richteten sich gegen fünf Männer im Alter zwischen 20 und 45 Jahren. Vier von ihnen wurden vorläufig festgenommen, befinden sich inzwischen jedoch wieder auf freiem Fuß. Nach Angaben der Polizei stellten die Einsatzkräfte umfangreiches Beweismaterial sicher, das nun ausgewertet wird. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand sollen sich die Übergriffe zwischen Juni 2025 und April 2026 ereignet haben. Tatorte waren Stuttgart-Degerloch sowie zwei Autobahnparkplätze an der A81 im Landkreis Ludwigsburg. Insgesamt wurden laut Polizei zehn Männer verletzt.

Weitere Überfälle möglich 

Die Ermittler vermuten ein homophobes Hass-Motiv, da es sich bei den Tatorten in allen Fällen um Cruising-Treffpunkte für schwule Männer handelte. Den fünf Tatverdächtigen wird vorgeworfen, mit Quads zu den Treffpunkten gefahren zu sein. Dort sollen sie die schwulen Opfer mit Feuerlöschern besprüht und anschließend brutal auf sie eingeschlagen haben. Nach Einschätzung der Polizei spielt Scham bei den Betroffenen solcher Taten häufig eine große Rolle. Die Ermittler halten es dafür für gut möglich, dass weitere Überfälle bisher nicht angezeigt worden sind. Statistisch gesehen werden in Deutschland nur knapp zehn Prozent der Fälle von Hasskriminalität gegen LGBTIQ+-Menschen überhaupt publik. Die Polizei bittet daher nun weitere Geschädigte sowie Zeugen, sich bei der Kriminalpolizei Stuttgart unter der Telefonnummer 0711 / 89905778 zu melden.

Sicherheit beim Cruising

Die Polizei rät Männern, die Cruising-Treffpunkte aufsuchen, aufmerksam zu sein und sich möglichst nicht an abgelegenen oder schlecht einsehbaren Orten allein aufzuhalten. Verabredungen sollten nach Möglichkeit nur an bekannten Treffpunkten stattfinden, verdächtige Personen oder ungewöhnliche Situationen sollten ernst genommen und der Ort im Zweifel sofort verlassen werden. Zudem empfiehlt die Polizei, Freunde oder Vertrauenspersonen über den Aufenthaltsort zu informieren und bei Bedrohungen oder Angriffen umgehend den Notruf zu wählen.

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