Direkt zum Inhalt
Queere Kinder und Jugendliche
Foto: iStock / Vladimir Vladimirov
ANZEIGE

Queere Kinder und Jugendliche UN fordert freien Zugang zur Justiz für LGBTIQ+-Minderjährige

ms - 29.01.2026 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes berät derzeit in Genf über Maßnahmen zur besseren Durchsetzung von Kinderrechten. Im Mittelpunkt der Sitzungen bis Ende dieser Woche steht neben der Prüfung der regelmäßigen Staatenberichte die Fertigstellung des Entwurfs des sogenannten Allgemeinen Kommentars Nr. 27 – das Dokument befasst sich mit dem Recht von Minderjährigen auf Zugang zur Justiz und zu wirksamen Rechtsmitteln und soll insbesondere die Rechte von queeren Kindern und Jugendlichen stärken. 

Besserer Zugang zur Justiz 

Der Allgemeine Kommentar ist rechtlich nicht bindend, soll jedoch als zentrale Orientierungshilfe für Staaten, Gerichte und Verwaltungen dienen. Ziel ist es, zu präzisieren, wie Kinder- und Jugendrechte praktisch umgesetzt werden müssen, wenn es zu Rechtsverletzungen kommt.

Der Entwurf entsteht im Rahmen der 100. Sitzung des UN-Ausschusses für die Rechte des Kindes, die als symbolischer und politischer Meilenstein des internationalen Engagements für den Schutz von Kindern gilt. Ausgangspunkt des Dokuments ist die Feststellung, dass Rechte ohne tatsächlichen Zugang zur Justiz wirkungslos bleiben. Der Ausschuss stellt klar, dass sich dieser Zugang nicht auf die formale Möglichkeit beschränkt, ein Gericht anzurufen.

Stärkung von queeren Kinderrechten

Vielmehr seien verständliche Verfahren, altersgerechte rechtliche Unterstützung, psychologische Begleitung, Schutz vor Repressalien sowie wirksame Rechtsmittel erforderlich. Dazu zählen unter anderem Entschädigungen und Schutzmaßnahmen. Justizsysteme müssten kindgerecht ausgestaltet sein und Alter, Reife sowie besondere Verletzlichkeit von Minderjährigen berücksichtigen, damit Rechte auf Gesundheit, Bildung, Schutz und Beteiligung tatsächlich umgesetzt werden.

Besondere Aufmerksamkeit widmet der Ausschuss Kindern und Jugendlichen, die mehrfacher Diskriminierung ausgesetzt sind. Dazu zählen vor allem LGBTIQ+-Minderjährige. Der Entwurf weist darauf hin, dass Homophobie, Transfeindlichkeit und Geschlechterstereotype dazu führen können, dass Beschwerden weniger ernst genommen werden, Verfahren feindselig verlaufen oder institutionelle Hürden den Zugang zur Justiz erschweren.

Vor diesem Hintergrund bekräftigt der Ausschuss die Verpflichtung der Staaten, einen diskriminierungsfreien Zugang zur Justiz sicherzustellen, auch wenn Rechtsverletzungen im Zusammenhang mit sexueller Orientierung sowie geschlechtlicher Identität oder geschlechtlichem Ausdruck stehen.

Teilnahme von Jugendlichen am Verfahren 

Der Erarbeitungsprozess des Allgemeinen Kommentars befindet sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Im Jahr 2024 hatte der Ausschuss eine erste offizielle Entwurfsfassung veröffentlicht und damit eine inhaltliche Debatte eröffnet. In den Jahren 2024 und 2025 folgte eine weltweite Konsultation, an der sich Staaten, Nichtregierungsorganisationen, Fachleute und Vertreter der Zivilgesellschaft beteiligten.

Ein zentrales Element des Verfahrens war die direkte Einbeziehung von Minderjährigen. Tausende Kinder und Jugendliche nahmen an den Konsultationen teil, entsprechend dem in der UN-Kinderrechtskonvention verankerten Beteiligungsprinzip. Während der laufenden Sitzung im Januar 2026 wertet der Ausschuss die eingegangenen Beiträge nun aus und arbeitet an der abschließenden Überarbeitung des Textes. Die endgültige Verabschiedung des Allgemeinen Kommentars Nr. 27 ist im Laufe des Jahres 2026 vorgesehen.

Hohe Erwartungen der UN 

Auch wenn das Dokument keine neuen rechtlich verbindlichen Verpflichtungen schafft, erwarten die Vereinten Nationen konkrete Auswirkungen auf politische Maßnahmen und Reformen, etwa in den Bereichen Jugendstrafrecht, Bildung, Familie, Asyl und Schutz vor Gewalt. Für LGBTIQ+-Minderjährige unterstreicht der Entwurf einen zentralen Grundsatz: Kein Kind darf aufgrund seiner Identität oder seiner sexuellen Orientierung vom Zugang zur Justiz ausgeschlossen werden.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

News zu Heated Rivalry 2

Hudson Williams verrät Details

„Heated Rivalry 2“ wird derzeit gedreht und soll 2027 mit neuen Konflikten und mehr Emotionalität starten, verriet jetzt Schauspieler Hudson Williams.
Schwule Juden

Mehr Sichtbarkeit in der Community

Eine LGBTIQ+-Tora-Gruppe in Oregon liest jüdische Texte neu und will LGBTIQ+-Menschen darin als Teil der jüdischen Geschichte sichtbar machen.
Streisand greift Trump an

Streit um das Kennedy Center

Barbra Streisand kritisiert Präsident Trumps Vorgehen beim Kennedy Center, dessen Umbenennung juristisch und politisch umstritten ist.
Zehn Jahre Projekt „WiR*“

Aufklärung gerät unter Druck

Das Kölner Projekt „WiR*“ feiert zehn Jahre Aufklärungsarbeit – und warnt vor zunehmender Queerfeindlichkeit an Schulen.
Kolumbien sagt Nein zu LGBTIQ+

Kritik an neuem Regierungskurs

Kolumbien verlässt eine wichtige internationale LGBTIQ+-Koalition, während Menschenrechtsvereine vor anhaltender Gewalt gegen die Community warnen.
Vapen bei LGBTIQ+-Jugendlichen

Mobbing verstärkt den Trend

Eine neue Untersuchung sieht einen Zusammenhang zwischen der Ausgrenzung und Mobbing von LGBTIQ+-Jugendlichen und ihrem erhöhten Vape-Konsum.
ESC-Krise in Großbritannien

Prüfung des Auswahlverfahrens

Nach dem letzten Platz 2026 beim ESC soll das britische Eurovision-Auswahlverfahren jetzt im Parlament genauer untersucht werden.
Volkszählung in den USA

Neue Regeln sorgen für Kritik

Geplante Regeln für die US-Volkszählung 2030 könnten trans* Menschen zur Offenlegung ihrer Geschlechtsidentität gegenüber dem Staat zwingen.