Direkt zum Inhalt
Prozessbeginn in Augsburg

Prozessbeginn in Augsburg Homophober Angriff auf schwules Paar

ms - 23.02.2026 - 08:10 Uhr
Loading audio player...

Nach einer mutmaßlich homophob motivierten Gewalttat in der Augsburger Innenstadt im März 2025 beginnt heute Vormittag vor dem Landgericht Augsburg die Hauptverhandlung gegen fünf Angeklagte. Vier von ihnen sind wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt, ein weitere Person wegen Bedrohung. Die Männer waren zur Tatzeit zwischen 22 und 25 Jahre alt. Weitere Details über die mutmaßlichen Täter sind nicht bekannt. 

Brutale Schlägerei in Ausgehmeile

Nach Einschätzung der Ermittler spielte ein homophobes Motiv bei dem Vorfall eine zentrale Rolle. Demnach sollen die Beschuldigten im vergangenen März in der Nacht zwei Männer in der Maximilianstraße angesprochen haben, weil diese als schwules Paar erkennbar gewesen seien. In der als Ausgehmeile bekannten Straße sei es zunächst zu mehreren Beleidigungen mit sexuellem Bezug gekommen. Als einer der beiden schwulen Männer versucht habe, einen der mutmaßlichen Täter am Kragen zu fassen, sei die Situation eskaliert. Laut Anklage schlugen und traten die Beschuldigten brutal immer wieder auf die beiden Männer ein. Die Opfer erlitten schwere Verletzungen, insbesondere an Kopf und Oberkörper, überlebten die Attacke aber glücklicherweise.

Ermittlungen von Spezialstelle übernommen

Öffentliche Aufmerksamkeit erhielt der Fall auch, weil einer der vier Hauptangeklagten bereits in der Vergangenheit wegen einer schweren Gewalttat verurteilt worden war. Der heute 23-Jährige hatte am Nikolausabend 2019 am Augsburger Königsplatz nach einem Streit einen 49 Jahre alten Familienvater mit einem einzigen Faustschlag getötet. Das Gericht verurteilte ihn damals wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Jugendstrafe von viereinhalb Jahren. Wegen des angenommenen homophoben Hintergrunds jetzt hatte die Generalstaatsanwaltschaft München die weiteren Ermittlungen übernommen. Ein Urteil könnte nach derzeitiger Planung bereits Mitte März fallen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Plattform für Sichtbarkeit

Kampfansage an Floridas Regierung

Mitten in den politischen Auseinandersetzungen um Diversität und Inklusion startet in Florida eine neue digitale Plattform für die LGBTIQ+-Community.
Hilfe für queere Flüchtlinge

Neues Projekt des LSVD+

Mit einem neuen bundesweiten Projekt will der LSVD+ die Integration und gesellschaftliche Teilhabe queerer Flüchtlinge in Deutschland stärken.
Streit in der Community

Neues Gesetzesvorhaben in Italien

Eine neue Schutz-Gesetzesinitiative von konservativen LGBTIQ+-Vereinen sorgt in Italien derzeit für viel Streit innerhalb der Community.
Fördergelder für die Slowakei

EU droht mit Stopp der Zahlungen

Ein Konflikt um EU-Fördermittel für eine queere Jugendorganisation könnte für die Slowakei erhebliche finanzielle Folgen haben.
Widerstand von Zohran Mamdani

Streit um queere Patientendaten

New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani unterstützt den Kampf gegen den Zugriff des US-Justizministeriums auf Gesundheitsdaten trans* Minderjähriger.
Russischer Künstler erschossen

Putin-Kritiker und LGBTIQ+-Ally

Der Tod des russischen Exilkünstlers und LGBTIQ+-Ally Semen Skrepetsky sorgt für große Bestürzung und wirft Fragen nach einem politischen Motiv auf.
UNAIDS warnt vor Rückschritten

HIV-Prävention weltweit gefährdet

Nach Einschätzung von UNAIDS stehen jahrzehntelange Fortschritte bei der Bekämpfung von HIV und Aids durch Finanzierungsprobleme auf dem Spiel.
New York Historical Museum

Von Washington bis Stonewall

Das New York Historical Museum erweitert zum 250. US-Jubiläum seine Räume mit Schwerpunkt Demokratie. 2028 kommt dann LGBTIQ+ dazu.