Direkt zum Inhalt

Prozess in Wien Ein 30-jähriger Wiener soll eine Trans-Frau in seiner Wohnung über Tage eingesperrt und vergewaltigt haben

Von ms - 13.11.2024 - 15:00 Uhr
Prozess in Wien
Foto: iStock / Zolnierek
ANZEIGE
Loading audio player...

Ein Gerichtsprozess sorgt derzeit in Österreich für Aufsehen – in dieser Woche stand ein 30-jähriger Mann vor dem Wiener Landgericht, weil er eine Trans-Frau über mehrere Tage lang in seiner Wohnung eingesperrt, geschlagen und sexuell missbraucht haben soll.

Eingesperrt und vergewaltigt

Der Angeklagte hatte demnach die 41-jährige Trans-Frau über eine Dating-App kennengelernt. Aus dem Liebesspiel wurde offenbar schnell bitterer Ernst, der Tatverdächtige soll sein Opfer über drei Tage in der Wohnung eingesperrt, immer wieder geschlagen und schlussendlich auch zum Sex gezwungen haben. Die Trans-Frau erklärte vor Gericht, sie habe „dem Tod ins Auge geblickt“. 

Im Laufe der Zeit sei der Mann dabei immer gewalttätiger geworden: „Er wurde immer aggressiver und hat auf mein Gesicht und meinen Hinterkopf eingeschlagen. Ich war voller Blut, die Nase war gebrochen. Ich schrie vom Balkon um Hilfe, aber niemand half.“ Unter Zwang soll es so auch zum Sex gekommen sein, sie habe „Angst vor Gewalt“ gehabt, so die 41-Jährige. Außerdem wird dem Angeklagten vorgeworfen, 150 Euro mittels der Bankkarte vom Konto der Trans-Frau abgebucht zu haben. Das Opfer befindet sich nach eigener Aussage bis heute in psychologischer Betreuung. 

Taten unter Drogeneinfluss 

Der 30-jährige Mann hatte vor Gericht indes angegeben, zur Tatzeit unter dem Einfluss von Crystal Meth und Kokain gestanden zu sein, der Vorfall tue ihm heute leid. Ein Urteil wurde am Wiener Landgericht nicht gesprochen, der Fall wird nun ausgeweitet aufgrund der möglichen Sexualdelikte und vor einem Schöffengericht weiter verhandelt werden. Bei einer Verurteilung drohen dem Angeklagten bis zu 15 Jahre Haft.  

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

DER STANDARDHomophobe Hassdelikte: Fast jeden Tag ein FallBerliner MorgenpostNach Razzia gegen queeres Gesundheitsprojekt: Demo in Berlin angekündigtSWRGrüner Sozialminister BW sorgt sich um Minderheiten: Hildenbrand will "Anwalt" der queeren Community seinFalterBlauland: Zum Jubiläum ein Regenbogen-HirschgeweihAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry im Kino

Romanze auf großer Leinwand

„Heated Rivalry“ kommt im November in britische und US-Kinos. Zugleich erscheint ein weiterer Film mit Hauptdarsteller Connor Storrie.
Letzte Küsse in der Kutsche

Romantik auf Abschiedstour

New York hat das Ende der Pferdekutschen im Central Park beschlossen. Für schwule Paare verschwindet damit ein besonders romantisches Erlebnis.
Schwuler Volleyballstar

Japan erlebt einen Wandel

Japans Volleyballprofi Rui Takahashi spricht über sein Coming-Out, die Angst vor dem Karriereende und die Unterstützung seines Bruders Ran.
Schwere Vorwürfe gegen Graham

Drei schwule Sexarbeiter berichten

Drei Sexarbeiter behaupten in einer neuen Dokumentation, vom verstorbenen US-Senator Lindsey Graham für sexuelle Kontakte bezahlt worden zu sein.
Haiti verschiebt die Wahlen

Zehn Jahre ohne Urnengang

Haitis Wahlen werden erneut verschoben. LGBTIQ+-Aktivisten warnen vor wachsender Unsicherheit und einer politischen Krise ohne absehbares Ende.
Neue Vorwürfe in Turkmenistan

Psychiatrie wird zum Albtraum

Neue Berichte über Zwangseinweisungen und Misshandlungen zeigen die dramatische Lage homosexueller Menschen in Turkmenistan.
Gewalt gegenüber Asexuellen

Studie zeigt starke Diskriminierung

Ein neuer internationaler Bericht dokumentiert Gewalt und Diskriminierung gegen asexuelle Menschen und fordert besseren gesetzlichen Schutz.
Regenbogenfamilien im Fokus

Rund 300 Menschen feiern Vielfalt

Bei der Regenbogenfamilienkonferenz in Mannheim forderten LGBTIQ+-Familien mehr rechtliche Sicherheit, Unterstützung und gesellschaftliche Anerkennung
„Glee“-Stars kehren zurück

Diese Stars sind wieder dabei

Die Musicalserie „Glee“ bekommt eine Neuauflage bei Disney+ und Hulu. Die ersten Stars der Originalbesetzung haben jetzt ihre Rückkehr bestätigt.