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Projekt SCHLAU in Dortmund

Projekt SCHLAU in Dortmund Finanzierung steht bis 2030 – Pläne für danach bereits in Arbeit

ms - 04.07.2025 - 13:30 Uhr
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Positive Nachricht aus Nordrhein-Westfalen: Die Finanzierung des Antidiskriminierungs- und Aufklärungsprojekts SCHLAU in Dortmund ist bis 2030 gesichert. In der gestrigen Stadtratssitzung wurde erstmals eine Förderzusage für fünf Jahre beschlossen. 

Starkes Zeichen gegen queere Gewalt 

Es ist das erste Mal, dass die Stadträte über einen so langen Zeitraum die Zusage erteilt haben. Darüber hinaus wurde festgehalten, SCHLAU ab 2031 in die sogenannte Verbändeförderung aufzunehmen. „Damit erhalten sowohl das engagierte ehrenamtliche Team als auch die Beschäftigten Sicherheit und das Projekt eine gute Entwicklungsperspektive. Das ist ein starkes Zeichen dafür, dass Dortmund sich weiterhin für die Prävention von Diskriminierung und gegen Gewalt an queeren Menschen einsetzt. Das bleibt in Zeiten zunehmender Queerfeindlichkeit eine langfristige Aufgabe“, so Paul Klammer, Geschäftsführer des Trägervereins SLADO. 

Das Antidiskriminierungsprojekt SCHLAU existiert bereits seit 2009 und gehört zum Netzwerk SCHLAU Nordrhein-Westfalen mit insgesamt 17 Standorten. Kernziel ist es dabei, Diskriminierung abzubauen und für queeres Lebens zu sensibilisieren, allen voran an weiterführenden Schulen und Jugendgruppen aber auch auf Wunsch in Vereinen. Das Team von SCHLAU in Dortmund freute sich daher jetzt ebenso sehr, als die Zusage für die weitere Finanzierung publik wurde und bekräftige dabei überdies: „SCHLAU als queere Bildungsarbeit macht sexuelle, romantische und geschlechtliche Identitäten sichtbar. Dadurch fördern wir Akzeptanz für unterschiedliche Lebensrealitäten und wirken Queerfeindlichkeit und anderen Diskriminierungsformen entgegen. Wir und viele andere queere Menschen hätten sich diese Repräsentation während ihrer Schulzeit gewünscht, um früher zu sich selbst finden zu können und um zu wissen, dass sie wie andere auch queer sind.“

Vorbild für andere Städte und Gemeinden

Die Landeskoordinatorin Frida Gnei von SCHLAU NRW ergänzte: „Gerade in Zeiten zunehmender Queerfeindlichkeit ist es essenziell, dass Kommunen Verantwortung übernehmen und bestehende Strukturen aktiv unterstützen (…) Diese Entscheidung stärkt nicht nur das lokale Team, sondern sendet auch ein deutliches Signal an andere Kommunen in Nordrhein-Westfalen: Engagement für geschlechtliche, romantische und sexuelle Vielfalt sowie gegen Diskriminierung ist unverzichtbar und muss finanziell wie politisch unterstützt werden. SCHLAU NRW appelliert daher an die Kommunen, diesem Beispiel zu folgen. Nur durch gemeinsame Anstrengungen und verlässliche Förderung kann das Engagement für eine offene und diskriminierungsfreie Gesellschaft langfristig gesichert werden.“

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