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Queerfeindlicher Angriff in Bremen-Mitte: Polizei ermittelt

Polizei sucht Zeugenhinweise Queerfeindlicher Angriff in Bremen-Mitte: Polizei ermittelt

mr - 04.05.2026 - 18:00 Uhr
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Am frühen Morgen des 3. Mai sind im Bremer Stadtteil Mitte eine trans* Person und ihr schwuler Begleiter Opfer eines gezielten queerfeindlichen Angriffs geworden. Zwei bislang unbekannte Männer sprachen die beiden aufgrund ihres Aussehens und ihrer sexuellen Orientierung auf der Straße Am Dobben an, beleidigten sie und wurden gewalttätig. Beide Betroffene erlitten leichte Verletzungen und mussten zu Boden stürzen, ehe Passantinnen und Passanten eingriffen und die beiden Täter unerkannt fliehen konnten. Die Polizei Bremen ermittelt wegen Körperverletzung und Beleidigung und bittet um Hinweise.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Der Angriff ereignete sich am frühen Sonntag gegen 4 Uhr in Bremen-Mitte auf der Straße Am Dobben.
  • Das betroffene Duo, eine 27-jährige trans* Person und ein 29-jähriger schwuler Mann, wurde gezielt beleidigt und zu Boden gestoßen.
  • Die Täter werden als 25 bis 30 Jahre alt, mit normaler Statur, dunklen lockigen Haaren und Oberlippenbart beschrieben.
  • Zeugen können sich unter der Rufnummer 0421 362-3888 an die Polizei Bremen wenden.

 

Ermittlungen und aktuelle Lage

Nach Polizeiangaben sprach das spätere Täterduo die beiden Betroffenen gezielt auf deren Erscheinungsbild und sexuelle Orientierung an. Der verbale Angriff eskalierte schnell, worauf die Unbekannten beide Opfer massiv beleidigten und schließlich angriffen. Die Konfrontation endete damit, dass die beiden nach einem Sturz leichte Verletzungen davontrugen. Eingreifende Passantinnen und Passanten verhinderten Schlimmeres und schlugen die Täter somit in die Flucht.

Die Polizei Bremen setzt nun auf Hinweise aus der Bevölkerung, um die Männer zu identifizieren. Sie ermittelt wegen Körperverletzung und Beleidigung mit queerfeindlichem Hintergrund – eine Form von Hasskriminalität, die laut Polizeistatistiken in Deutschland zuletzt wieder angestiegen ist. Die Ermittlerinnen und Ermittler prüfen derzeit Videomaterial und suchen nach Zeuginnen, die den Tathergang oder die Flucht der Täter beobachtet haben.

 

Anstieg queerfeindlicher Gewalt in Deutschland

Das Ereignis in Bremen reiht sich in eine bundesweit auffällige Zunahme queerfeindlich motivierter Straftaten ein. Nach Daten des Bundesinnenministeriums wurden 2023 in Deutschland über 1.400 solche Fälle erfasst – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu Vorjahren. In Norddeutschland verzeichnen Städte wie Bremen und Hamburg in den letzten Jahren trotz zahlreicher Präventionsprojekte weiterhin Übergriffe auf Mitglieder der LGBTIQ+-Community. Die Polizei betont die Wichtigkeit von Zeuginnen- und Zeugenaussagen zur Aufklärung solcher Taten.

Die Polizei in Bremen teilte mit: „Wir nehmen solch motivierte Straftaten sehr ernst und bitten daher alle, die etwas gesehen haben, um Mithilfe.“

 

Hintergrund: LGBTIQ+-Sicherheit im öffentlichen Raum

Übergriffe wie der in Bremen verstärken bei vielen Menschen aus der LGBTIQ+-Community die Angst, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Zahlreiche Organisationen in Bremen und bundesweit setzen sich daher für mehr Sichtbarkeit und die Sicherheit von queeren Menschen ein. Die Landesregierung Bremen setzt auf Beratungsangebote für Betroffene und Informationskampagnen gegen Queerfeindlichkeit. Dennoch bleibt die Hemmschwelle für die Anzeige solcher Fälle laut Studien weiterhin hoch.

 

Wichtige Fragen zum Thema

Wie wird Hasskriminalität gegen queere Menschen erfasst? Die Polizei weist solche Taten in speziellen Statistiken als „Hasskriminalität mit queerfeindlichem Motiv“ aus, um gezielt gegen diese Gewalt vorgehen zu können.

Was können Betroffene nach einem Übergriff tun? Opfer sollten zuerst die Polizei kontaktieren und, falls nötig, medizinische Versorgung aufsuchen. Beratungsstellen bieten zusätzlich rechtliche und psychische Unterstützung.

In Bremen laufen die Ermittlungen weiter. Die Polizei hofft, dass Hinweise aus der Bevölkerung zur Identifizierung der Täter beitragen.

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