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Politiker Barney Frank ist tot Kämpfer für queere Rechte und erster offen schwuler US-Abgeordneter

Von ms - 21.05.2026 - 09:00 Uhr
US-Politiker Barney Frank ist tot
Foto: IMAGO / Newscom / AdMedia
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Der langjährige schwule US-Politiker Barney Frank ist tot. Der frühere demokratische Kongressabgeordnete starb im Alter von 86 Jahren, wie seine Familie jetzt mitteilte. Frank lebte zuletzt mit seinem Ehemann Jim Ready in Ogunquit im Bundesstaat Maine und wurde dort wegen einer Herzschwäche in einem Hospiz betreut.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der frühere US-Kongressabgeordnete Barney Frank ist im Alter von 86 Jahren gestorben.
  • Frank galt als einer der bekanntesten offen homosexuellen Politiker der USA.
  • Über Jahrzehnte setzte er sich im Kongress für LGBTIQ+-Rechte ein.
  • Politisch wurde sein Name auch mit der Finanzmarktreform nach der Krise von 2008 verbunden.
  • Frank hinterlässt seinen Ehemann Jim Ready.
  • Zuletzt befand sich der Demokrat wegen einer Herzschwäche in Hospizpflege.

Frank schrieb Geschichte 

Frank gehörte über Jahrzehnte zu den prägendsten liberalen Politikern im US-Repräsentantenhaus. Landesweit bekannt wurde er nicht nur als Mitinitiator des Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act nach der Finanzkrise 2008, sondern auch als einer der wichtigsten Fürsprecher für die Rechte von LGBTIQ+-Menschen in den Vereinigten Staaten.

Der Demokrat schrieb politische Geschichte als erster Kongressabgeordneter der USA, der seine Homosexualität freiwillig öffentlich machte. 2012 wurde er zudem der erste offen homosexuelle Abgeordnete, der während seiner Amtszeit heiratete. Während seiner 32 Jahre im Kongress setzte sich Frank unter anderem für die rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare, gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz sowie für die Abschaffung der Militärregelung „Don’t Ask, Don’t Tell“ ein. Außerdem unterstützte er die spätere Aufhebung des Defense of Marriage Act.

Zu den bedeutenden Gesetzesprojekten, an denen Frank beteiligt war, gehörte auch der Matthew Shepard and James Byrd Jr. Hate Crimes Prevention Act von 2009. Das Gesetz weitete den Schutz vor Hasskriminalität unter anderem auf Straftaten aus, die sich gegen die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität von Menschen richten. Seinen letzten Auftritt im Repräsentantenhaus hatte Frank im Jahr 2022 bei der Abstimmung über den Respect for Marriage Act.

Politisch aktiv über sechzig Jahre lang

Politisch aktiv war Frank bereits während der Bürgerrechtsbewegung in den 1960er Jahren. 1964 engagierte er sich während des sogenannten „Freedom Summer“ in Mississippi. Nach Stationen in der Kommunal- und Landespolitik von Massachusetts wurde er 1980 erstmals in den US-Kongress gewählt. Bekannt war Frank auch für seinen scharfzüngigen Humor und seine direkte Art. Sein Coming-Out 1987 erfolgte in einer Zeit zahlreicher politischer Skandale in Washington. Trotz möglicher Risiken schadete der Schritt seiner politischen Karriere nicht: Bei der darauffolgenden Wahl erhielt er rund 70 Prozent der Stimmen.

Später geriet Frank selbst wegen einer Affäre mit einem männlichen Escort in die Schlagzeilen. Republikaner forderten damals Sanktionen gegen ihn. Eine Untersuchung des Ethikausschusses entlastete ihn strafrechtlich, allerdings erhielt er eine offizielle Rüge wegen der Nutzung seines politischen Einflusses zugunsten seines damaligen Partners. Immer wieder äußerte sich Frank öffentlich gegen politische Doppelmoral im Umgang mit Homosexualität. In einer Fernsehsendung sagte er: „Ich denke, es gibt ein Recht auf Privatsphäre. Aber das Recht auf Privatsphäre darf kein Recht auf Heuchelei sein.“

Mit Ironie gegen Homophobie

Auch auf homophobe Angriffe reagierte Frank häufig mit Ironie. Nachdem ihn der republikanische Mehrheitsführer Dick Armey beleidigt hatte und dies später als Versprecher bezeichnete, entgegnete Frank: „Ich habe mich an meine eigene Expertin gewandt, meine Mutter. Sie berichtet, dass sie in 59 Jahren Ehe nie als Elsie ´Schwuchtel´ vorgestellt wurde.“ Während eines Wahlkampfs warf ihm ein anderer republikanischer Abgeordneter eine „radikale homosexuelle Agenda“ vor. Frank antwortete darauf: „Ich habe tatsächlich Anliegen, die ich zugunsten von LGBT-Menschen verwirklicht sehen möchte: das Recht, die Person unserer Wahl zu heiraten; das Recht, im Militär unserem Land zu dienen; und das Recht auf einen Arbeitsplatz allein auf Grundlage unserer Qualifikationen.“

Innerhalb der LGBTIQ+-Bewegung blieb Frank nicht unumstritten. Kritik gab es insbesondere 2007, als trans* Menschen zunächst nicht ausdrücklich in ein geplantes Antidiskriminierungsgesetz aufgenommen wurden. Frank begründete dies damals mit fehlenden Mehrheiten im Kongress. Rückblickend äußerte sich der Demokrat zudem skeptisch über manche Formen politischen Aktivismus. In einem Interview sagte er: „Politik sollte keine Therapie sein. Man sollte solche Dinge nicht tun, weil sie einem selbst ein gutes Gefühl geben.“ Seine Schwester Doris Breay erklärte zum Tod ihres Bruders gegenüber NBC 10 Boston: „Vor allem war er ein wunderbarer Bruder. Ich hatte großes Glück, seine Schwester zu sein.“

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