Papst wirbt für Literatur Humorvolle Reaktionen und Buchtipps wie „Heated Rivalry“ gehen viral
Ein Aufruf von Papst Leo XIV. an Autorinnen und Autoren hat in sozialen Netzwerken für zahlreiche scherzhafte Reaktionen gesorgt. Der Papst hatte Menschen dazu ermutigt, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen und Geschichten zu schreiben. Viele Internetnutzer nahmen die Botschaft zum Anlass, augenzwinkernd über Fanfiction und längst überfällige Manuskripte zu scherzen.
Das Wichtigste im Überblick
- Papst Leo XIV. hat Schriftsteller zu mehr Fantasie und erzählerischer Kreativität aufgerufen.
- Anlass war das 100-jährige Bestehen des Vatikanischen Verlags.
- In seiner Rede bezeichnete der Papst Schreiben als „Akt der Wahrheit“ und betonte die Bedeutung von Literatur für Verständnis und Menschlichkeit.
- Im Internet wurde der Tweet vor allem humorvoll aufgegriffen – insbesondere von Fans von Fanfiction.
- Vor allem viele schwule und queere Literaturfreunde verwiesen auf tolle Fiction-Romane wie "Heated Rivalry" oder "Royal Blue"
Papst ruft zum Schreiben auf
In einem Beitrag auf der Plattform X schrieb der Papst: „Liebe Schriftstellerinnen und Schriftsteller, wir brauchen eure Fantasie, eure erzählerische Kreativität und euer lebendiges Denken. Wir brauchen sie, um Räume der Freiheit und Authentizität zu schaffen, in denen die göttliche Gnade ihre Verheißung von Trost und Frieden erklingen lassen kann.“ Der Beitrag verwies auf eine Ansprache des Kirchenoberhaupts zum 100. Jahrestag der Gründung des Vatikanischen Verlags. Zu diesem Anlass waren mehrere international ausgezeichnete Autorinnen und Autoren in den Vatikan eingeladen worden, um über die Bedeutung der Literatur und des geschriebenen Wortes zu sprechen.
„Ein Akt der Wahrheit“
In seiner Rede hob Papst Leo XIV. die besondere Rolle des Schreibens hervor. „Schreiben ist, wie ihr wisst, ein Akt der Wahrheit, ein Akt der Offenbarung, denn es zeigt, wer wir sind, woran wir glauben und worauf wir hoffen, welche Welt wir anstreben und von welcher Zukunft wir träumen.“ Weiter erklärte er: „Bei dieser Suche nach der Wahrheit erkennen wir, dass Wahrheit etwas Feines und Vielschichtiges ist. Sie offenbart sich im inneren Dialog mit Gott und ebenso im offenen und respektvollen Dialog mit unseren Mitmenschen.“
Auch das Lesen ermögliche neue Perspektiven. „Wenn ihr Geschichten schreibt und eure Figuren entwickelt, versetzt ihr euch in sie hinein. Ihr versteht ihre Sichtweisen, ihre Emotionen, ihre Gefühle und ihre Einstellungen. Das ist eine großartige Schule der Menschlichkeit, die ihr euren Leserinnen und Lesern ermöglicht. Denn sie leben gewissermaßen viele Leben zusätzlich zu ihrem eigenen. Das hilft uns, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen, unsere eigenen Ansichten nicht für absolut zu halten und Stück für Stück – wie in einem Mosaik – die Konturen einer Wahrheit zusammenzusetzen, die immer größer ist als wir selbst.“
Fans von Fanfiction feiern den Tweet
Während der Papst den literarischen Wert des Schreibens hervorhob, lasen viele Nutzerinnen und Nutzer den Beitrag ohne den Hintergrund der Veranstaltung. Stattdessen verstanden sie ihn als allgemeine Ermutigung, endlich an ihren eigenen Geschichten weiterzuschreiben – auch an Fanfiction. So schrieb eine lesbische Nutzerin: „Der Papst möchte, dass ihr leidenschaftliche Fanfiction direkt aus dem Herzen schreibt.“ Ein anderer schwuler Nutzer kommentierte: „Danke, Papst Leo. Ich werde zu seiner Ehre noch mehr schwule Fanfiction schreiben.“ Eine weitere Person erklärte: „Danke, Leo. Diese Fanfiction widme ich dir.“ Dazu ein Bild einer schwulen Love-Story.
Hit in der queeren Community
Auch der Schreiballtag vieler Autorinnen und Autoren wurde zum Gegenstand des Humors. „Neues Level katholischer Schuldgefühle freigeschaltet: Der Papst möchte wissen, warum dein Manuskript immer noch nicht fertig ist.“ Andere schrieben: „Jetzt macht mir sogar der Papst Druck wegen meines verspäteten Entwurfs.“ Oder „Sogar der Papst möchte, dass du endlich dein Drehbuch fertigschreibst.“ Besonders amüsant: Der Aufruf entwickelte sich gerade auch in der queeren Literatur-Community zum viralen Hit, immer wieder verwiesen Fans auf schwule, lesbische und queere Bücher, die inzwischen zum Kult geworden sind – von „Royal Blue“ über die Liebe eines britischen Prinzen zum Sohn der US-Präsidentin, verfilmt von Amazon Prime, bis hin zu „Heated Rivalry“ und der „Game Changer“-Buchreihe von Rachel Reid. Ein Literaturfreund verwies auch auf das Buch „Box Hill“ von Adam Mars-Jones, das mit Alexander Skarsgård und Harry Melling unter dem Titel „Pillion“ verfilmt wurde – eine schwule Love-Story im SM-Milieu. „Bedingungslose Liebe und Untergebenheit, Gehorsam und heimlicher schwuler Fetisch-Sex, genau richtig für den Vatikan, oder?“ fragte ein Nutzer keck. Ob eine solche Story sich auch gut in der Vatikanbibliothek machen würde?