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Ordnungsskräfte sensibilisiert Oktoberfest 2023 mit LGBTI*-Schutzmaßnahmen

Von co - 19.09.2023 - 16:00 Uhr
Oktoberfest 2023 mit LGBTI*-Schutzmaßnahmen
Foto: IMAGO / Future Image
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Am 16. September startete in München das 188. Oktoberfest. Auf dem größten Volksfest der Welt wird gefeiert und dabei viel Bier konsumiert. Dass es während der Wiesn schnell zu Konflikten kommt, ist leider nicht neu. Daher hat die Veranstaltung ihr Sicherheitskonzept noch einmal überarbeitet. Dieses Jahr gibt es erstmals spezielle Maßnahmen zum Schutz von LGBTI*-Personen.

Ein besonderes Fest

Das Oktoberfest dieses Jahr ist ein besonderes. Denn es geht über das Wochenende hinaus noch zwei Tage länger bis zum Dienstag, dem 3. Oktober. Die Veranstaltung erwartet circa sechs Millionen Gäste aus allen Teilen der Welt. 

Zahlreiche Ordnungskräfte

Laut Kreisverwaltungsreferentin Hanna Sammüller-Gradl sollen bei der Wiesn 2023 600 Polizeipersonen und etwa 2.200 Ordnungskräfte für Sicherheit sorgen. Das sind 20 Prozent mehr Sicherheitsleute als im Vorjahr. Zum ersten Mal in der Geschichte der Veranstaltung wurden die Ordnerinnen und Ordner außerdem für LGBTI*-feindliche Beleidigungen und Taten sensibilisiert.

Auf der Wiesn 2022 registrierte die Polizei keine politisch motivierten Straftaten. Dennoch betonte Michael Dibowski, der Polizeivizepräsident und Leiter der Abteilung Einsatz: LGBTI*-feindlche, sexistische und rassistische Angriffe seien „keine Kavaliersdelikte, sondern erstzunehmende Straftaten“ und daher werde es immer wichtiger, speziell darauf zu achten.

SafeNow ruft Einsatzkräfte herbei

In Zukunft soll auch die App SafeNow für mehr Sicherheit in den Festzelten sorgen. Aktuell wird sie im Schottenhamel-Zelt getestet. Mit dieser App können Service-Kräfte und Feiernde mit nur einem Klick das Sicherheitspersonal direkt zu ihrem Standort beordern. So sollen nicht nur sexuelle Übergriffe verhindert, sondern auch medizinische Notfälle schnell behandelt werden.

Videoüberwachung und Eingangskontrollen

Wie in den letzten Jahren auch, werden dunklere Ecken des Geländes videoüberwacht. Dabei helfen 54 eigens aufgebaute Kameras. Außerdem sind laut Dibowski erneut Taschendiebstahl-Fahnder aus anderen Ländern im Einsatz, um Diebe aufzuspüren. Vor allem am zweiten und am dritten Wiesn-Wochenende sollen Polizeikräfte aus Italien hinzustoßen, um zur Verständigung beizutragen. Erfahrungsgemäß reisen an diesen Wochenenden besonders viele italienische Gäste an. 

Am Zaun um das Festgelände sollen die Menschen, wie schon in früheren Jahren, stichprobenartig kontrolliert werden. Größere Taschen und Rucksäcke mit mehr als drei Litern Füllvolumen sind nicht gestattet. Außerdem ist der Flugverkehr rund um das Gelände stark eingeschränkt. Das gilt auch für Drohnen. Rund um den Wiesn-Bereich dürfen zudem nur Anwohnende mit dem Auto fahren. Wer falschparkt, wird konsequent abgeschleppt. 

Anlaufstelle für Frauen

Jedes Jahr kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen auf der Wiesn zu körperlichen und sexuellen Übergriffen. Opfer von Gewalttaten finden direkt auf der Theresienwiese genauso Hilfe wie bei verschiedenen Anlaufstellen in der Stadt. Frauen und Mädchen können sich an den Safe Space (ehemals Security Point) wenden. Dieser sichere Ort wurde im Service-Zentrum in der Nähe der Bavaria-Statue eingerichtet, direkt hinter dem Schottenhamel-Zelt beim Eingang zur „Ersten Hilfe“.

Letztes Jahr meldeten sich 450 Hilfesuchende beim Safe Space. Geöffnet ist er täglich von 18 bis 1 Uhr, freitags und samstags schon ab 15 Uhr. Telefonisch ist der Safe Space unter 089/8905745188 erreichbar. Auch außerhalb der Öffnungszeiten finden Mädchen und Frauen bei den drei Fraueninitiativen Imma, Amyna und Frauennotruf München Hilfe. Diese Einrichtungen gründeten 2003 gemeinsam den Safe Space 2003.

Anlaufstelle für LGBTI*

Die Wiesnwache befindet sich ebenfalls beim Service-Zentrum in der Matthias-Pschorr-Straße 4 und ist rund um die Uhr besetzt. Telefonisch erreichbar ist sie unter 089/5003220. Überall auf dem Gelände patrouillieren Polizeikräfte mit und ohne Uniform. Auch an den nahegelegenen Bahnhöfen ist die Polizei zugegen.

Geschädigte können sich ebenso bei der Polizei-Inspektion 14 in der Beethovenstraße 5 melden. Daneben steht Betroffenen auch die Opferberatung des Münchner Polizeipräsidiums unter 089/29104444 zur Seite. Die Polizei ruft LGBTI*-Personen, die Opfer einer Straftat wurden, dringend dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen und auf sich aufmerksam zu machen, gerne auch unter der Notrufnummer 110.

Als Anlaufstelle stehen außerdem einige Münchner LGBTI*-Organisationen bereit. Zum Beispiel die Fachstelle Strong!, die Beratungsstelle Sub für schwule und bisexuelle Männer, die Beratungsstelle LeTRa für lesbische und bisexuelle Frauen, das diversity Jugendzentrum für LGBTI*-Personen bis 27 Jahre und die Trans*Inter*Beratungsstelle.

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