Neues Verbot in Neuseeland Pubertätsblocker nur noch für bereits laufende Behandlungen
Die Regierung in Neuseeland hat jetzt angekündigt, dass ab Mitte Dezember keine neuen Rezepte für Pubertätsblocker an junge trans* Menschen ausgestellt werden dürfen. Die Entscheidung wird von queeren Verbänden scharf kritisiert, die befürchten, dass sich die psychische Gesundheit der betroffenen Jugendlichen verschlechtern könnte. Neuseeland folgt damit Ländern wie England oder Nordirland, die bereits 2024 Pubertätsblocker für Minderjährige verboten hatten.
Gesundheitsminister betont Studie
Der Gesundheitsminister von Neuseeland, Simeon Brown, erklärte, dass die Entscheidung auf den Ergebnissen einer Untersuchung des Gesundheitsministeriums beruhe, wonach es an „hochwertigen Belegen“ fehle, die die Vorteile oder Risiken der Medikation eindeutig belegen. Für aktuelle Anwender, die bereits Pubertätsblocker bekommen, ändert sich vorerst nichts – die Beschränkungen greifen vorerst nur bei Jugendlichen, die bisher keine Medikamente verschrieben bekommen haben. Laut dem Gesundheitsministerium waren 113 Menschen in Neuseeland im Jahr 2023 auf Pubertätsblocker angewiesen, was einen Rückgang im Vergleich zu 140 im Jahr 2021 darstellt.
Warnung von queerem Verband
Die Entscheidung Neuseelands, die Pubertätsblocker künftig zu verbieten, kommt zu einer Zeit, in der in vielen Ländern eine zunehmende Diskussion über die medizinische Behandlung von Jugendlichen mit Geschlechtsdysphorie stattfindet. Elizabeth McElrea, Sprecherin der trans* Gesundheitsorganisation „Professional Association for Transgender Health Aotearoa“, warnte vor den gravierenden Auswirkungen des Verbots: „Das Verbot wird zu einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit, einer Zunahme von Suizidgedanken und Dysphorie bei geschlechtsdiversen Kindern und Jugendlichen führen.“ McElrea befürchtet zudem, dass die Entscheidung die Marginalisierung und Diskriminierung von trans* Jugendlichen weiter verstärken könnte.
Debatte in der Gesellschaft
Shanan Halbert, der Sprecher der Oppositionspartei Labour für LGBTIQ+-Themen, sagte, dass Entscheidungen über medizinische Behandlungen von Ärzten, Jugendlichen und deren Eltern gemeinsam getroffen werden sollten. Er forderte die Regierung auf, angemessene Unterstützung für die betroffenen jungen Menschen bereitzustellen. Und Ricardo Menéndez March, Abgeordneter der Grünen Partei, warf der Regierung vor, sich in „importierte Kulturkämpfe“ einzumischen: „Die Regierung sollte sich darauf konzentrieren, die eigentlichen Probleme im Gesundheitswesen anzugehen, anstatt Kulturkämpfe gegen transsexuelle Menschen zu führen“, so Menéndez March gegenüber RNZ.
Das jüngste Verbot von Pubertätsblockern für junge trans* Menschen in Neuseeland hat bereits nach kurzer Zeit erneut eine landesweite Debatte ausgelöst. Befürworter des Verbots betonen die Notwendigkeit einer gründlicheren wissenschaftlichen Grundlage für solche Behandlungen, während Kritiker vor den psychischen und sozialen Konsequenzen für die betroffenen Jugendlichen warnen.