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Neue Straftatbestände gelten Victoria: 95 Queer-Übergriffe auf Dating-Apps registriert

Von mr - 24.06.2026 - 13:00 Uhr
Victoria: 95 Queer-Übergriffe auf Dating-Apps registriert
Foto: © i Stock / Михаил Руденко
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Internationale homosexuelle und bisexuelle Studierende im australischen Bundesstaat Victoria sind auf Dating‑Apps gezielt unter Druck gesetzt, körperlich attackiert und mit „Outing“-Erpressung bedroht worden. Die Polizei zählt seit Juni 2024 mindestens 95 solcher Übergriffe und Ermittlungen führten bislang zu 42 Festnahmen. Dieser Trend zeigt erschreckende Täterstrategien und birgt weitreichende Folgen – insbesondere für Betroffene aus Staaten, in denen Homosexualität strafbar ist.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Seit Juni 2024 wurden in Victoria mindestens 95 Übergriffe gegen schwule oder bisexuelle Männer auf Dating‑Apps registriert.
  • 42 Personen wurden bisher im Zusammenhang mit diesen Vorfällen festgenommen.
  • Opfer, oft internationale Studierende, wurden mit der Veröffentlichung kompromittierender Videos erpresst – mit „Outing“-Drohungen gegenüber ihren Familien.
  • Victoria Police nahm 42 Festnahmen vor, doch viele Betroffene zögern, Anzeige zu erstatten – aus Angst, zu wenig Vertrauen vor der Polizei und familiärer Repression.

 

Opfer berichten über „Outing“-Erpressung

Tuke von Switchboard Victoria schildert, dass Betroffene aufgefordert wurden, „Zehntausende Dollar“ zu überweisen, andernfalls würden Videos an alle Kontakte verbreitet. Diese Masche trifft besonders Menschen aus Ländern, in denen Homosexualität illegal ist. Die psychischen Konsequenzen für betreffende Familien und Einzelpersonen seien enorm.

 

Angriffsszenarien gleichen sich

Hughes von Thorne Harbour Health betont, dass Täter die Opfer häufig unter Vorwand eines Treffens in öffentlichen Räumen locken, anschließend attackieren, filmen und erpressen. Sie zwingen die Betroffenen, homophobe Beleidigungen vor laufender Kamera zu wiederholen; das Material wird online verbreitet, um Täterstatus in entsprechenden Kreisen zu erlangen. In einem Fall bedrohten zwei Teenager einen Mann im Park mit einem überdimensionalen Küchenmesser – ein Angriff, der laut Opfer aus „reiner Hasslust“ erfolgte.

 

Ermittlungsbarrieren und Misstrauen gegenüber Polizei

Obwohl bei einem Treffen zwölf Betroffene von ähnlichen Vorfällen berichteten, wurden nur zwei davon angezeigt – eine Person bereute die Anzeige hinterher. Das zeigt das tief sitzende Misstrauen gegenüber der Polizei. Diese Zurückhaltung erschwert Aufklärung und präventive Maßnahmen erheblich.

 

Einblick in neue Rechtslage in Victoria

Seit dem 20. September 2025 gelten in Victoria neue Straftatbestände im Crimes Act 1958: „Anstiftung“ und „Drohung“ aus Hetzgründen – etwa aufgrund sexueller Orientierung – können jetzt strafrechtlich verfolgt werden. Die Höchststrafen reichen bis zu fünf Jahre Haft. Diese Rechtsverschärfung schafft wichtige Grundlagen für effektiven Schutz gegen solche Hassverbrechen.

 

Nächste Schritte und offene Fragen

Die Akteure Gesundheitsorganisationen wie Thorne Harbour Health und Switchboard Victoria fordern verstärkte Aufklärung unter internationalen Studierenden. Gleichzeitig liegt es nun bei Victoria Police und staatlichen Institutionen, Vertrauen wiederherzustellen und die neuen Gesetzesmöglichkeiten konsequent einzusetzen. Ob mehr Betroffene Mut fassen, Anzeige zu erstatten, bleibt eine entscheidende Weiche für weitere Aufklärung und Prävention.

Bereits jetzt ist klar: Diese Vorfälle zeigen nicht nur neue Formen homophober Gewalt, sondern auch den dringenden Bedarf an sicherem Zugang zu Schutzmaßnahmen für besonders verletzliche Gruppen wie internationale queere Studierende.

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