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Trump nennt lesbisches ICE-Todesopfer „sehr radikal“

Neue Protestwelle in den USA Trump nennt lesbisches ICE-Todesopfer „sehr radikal“

mr - 13.01.2026 - 17:30 Uhr
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Die öffentliche Debatte um tödlichen ICE-Einsatz in Minneapolis geht weiter.

 

Präsident Trump beschuldigt Opfer und Ehefrau

Nach der tödlichen Erschießung der 37-jährigen Renee Nicole Good durch den ICE-Beamten Jonathan Ross geraten die offiziellen US-Erklärungen zunehmend unter Druck. Präsident Donald Trump hat unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls explizit Good und ihre Ehefrau, Becca Good, für die Eskalation verantwortlich gemacht. In Aussagen an Bord der Air Force One bezeichnete Trump das lesbische Paar als „sehr radikal“ und „hochgradig respektlos gegenüber der Polizei“. Vorwürfe, diese seien „professionelle Unruhestifterinnen“, untermauerte Trump nicht mit nachvollziehbaren Belegen, sondern bezog sich auf angebliche Provokationen gegen die Einsatzkräfte. Währenddessen werden bislang keine Beweise vorgelegt, die diese Behauptungen stützen. Die Familie der Verstorbenen betonte, Good habe zuvor lediglich ihr Kind zur Schule gebracht.

 

Videomaterial widerspricht offizieller Version

Neue Handyaufnahmen zeigen, dass Renee Good kurz vor den tödlichen Schüssen ruhig mit dem Beamten sprach und sogar betonte, nicht auf ihn wütend zu sein. Erst als ihre Ehefrau sie aufforderte, wegzufahren, beschleunigte Good und lenkte vom Beamten weg. In diesem Moment feuerte Ross drei Schüsse aus geringer Distanz ab. Das sorgte nicht nur in sozialen Medien, sondern auch bei Menschenrechtsorganisationen und LGBTIQ+-Verbänden für Empörung. Öffentliche Proteste gegen die Gewalt von Behörden und die politische Instrumentalisierung des Falls breiten sich derzeit von Minneapolis auf weitere Städte aus.

 

Zivilgesellschaft fordert Konsequenzen

Kierra Johnson, Präsidentin der "National LGBTQ Task Force", zeigte sich entsetzt angesichts der polizeilichen Gewalt und kritisierte die Verschleierungstaktik der Regierung: „Ein Kind hat seine Mutter verloren. Eine Ehefrau trauert um ihre Partnerin. Das hätte verhindert werden können.“ Johnson warnte zudem vor einer zunehmenden Gefährdung marginalisierter Gruppen, wenn Bundesbehörden immer häufiger mit Gewaltmaßnahmen agieren. Befürchtet wird, dass sich die wiederholten Übergriffe negativ auf die Sicherheit im Alltag und in Haftanstalten auswirken könnten.

 

Hintergründe und politische Dynamik

Die Tötung von Renee Good ereignete sich nur wenige Blocks vom Tatort des Mordes an George Floyd entfernt. Auch damals löste Polizeigewalt Protestwellen und breite gesellschaftliche Diskussionen aus. Seitdem ist die Rolle von Immigration and Customs Enforcement vielfach umstritten, da immer wieder Vorwürfe von Machtmissbrauch und unangemessener Härte gegen Zivilistinnen und Zivilisten erhoben werden. Die erneute Zuspitzung in Minneapolis lässt alte Wunden neu aufbrechen und die Debatte über Verantwortung staatlicher Akteure entflammen.

 

Neue Protestwelle und Forderung nach Aufklärung

Der Fall hat mittlerweile eine nationale Dimension angenommen. Menschenrechtsgruppen, lokale Politikerinnen und Politiker sowie Bürgerrechtsorganisationen verlangen transparente Ermittlungen und die Suspendierung des Schützen, bis sämtliche Umstände aufgeklärt sind. Ob es zu einer unabhängigen Untersuchung und nachhaltigen Konsequenzen kommt, bleibt offen. Sicher ist: Viele Menschen in den USA und darüber hinaus nehmen die Ereignisse in Minneapolis als einen kritischen Gradmesser für Rechtsstaatlichkeit und Gleichbehandlung aller wahr.

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