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Neue HIV-Variante entdeckt!
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Neue HIV-Variante entdeckt! Immunsystem wird ohne antiretrovirale Therapie stark attackiert

ms - 04.02.2022 - 09:54 Uhr
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Es sind zunächst einmal beunruhigende Informationen, die Wissenschaftler des Big Data Institute der Universität Oxford entdeckt und nun gemeinsam mit niederländischen Kollegen in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht haben: In den Niederlanden wurde eine neue Virusvariante des HI-Virus klassifiziert. Dabei handelt es sich um die sogenannte VB-Variante. Menschen, die sich mit diesem Virusstamm anstecken, haben eine viermal höhere Viruslast im Körper als bei allen bisherigen HIV-Infektionen. Zudem wurde beobachtet, dass das Immunsystem stark geschwächt wird und doppelt so schnell abnimmt wie gewöhnlich, sodass ein deutlich höheres Risiko besteht, an AIDS zu erkranken.

Die gute Nachricht allerdings ist, dass die routinemäßig bereits zur Behandlung von HIV-Patienten eingesetzte antiretrovirale Therapie auch wirksam gegen die neue VB-Variante ist. Es bestehe damit glücklicherweise kein erhöhtes Risiko für die öffentliche Gesundheit. Der Hauptautor der Studie, Chris Wymant, gegenüber der Financial Times: "Das schlimmste Szenario wäre das Auftreten einer Variante, die eine hohe Virulenz, eine hohe Übertragbarkeit und eine Resistenz gegen die Behandlung kombiniert. Die von uns entdeckte Variante hat nur die ersten beiden dieser Eigenschaften."

Virus © nopparit
© nopparit

Die Wissenschaftler halten die neuen Erkenntnisse für extrem wichtig, gerade auch im Hinblick auf Covid-19. Die bisher allgemein vorherrschende Denkweise in Gesellschaft und Politik ist, dass das Covid-Virus Sars-Cov-2 immer mehr an Schlagkraft verliert, wie das aktuell bei der Omikron-Variante der Fall ist. Das neu entdeckte HI-Virus belegt nun aber eindrucksvoll, dass das Gegenteil der Fall sein kann – Viren können binnen kurzer Zeit auch abermals zu einer viel gefährlicheren Variante mutieren. Wymant dazu: "Viele Leute sind der Meinung, dass Sars-Cov-2 sich weiterentwickeln und dabei immer milder werden wird, weil das einfach das ist, was Viren tun, und es nicht im Interesse des Virus ist, uns zu töten. Was wir aber wirklich brauchen, sind mehr Beispiele dafür, was Viren in der realen Welt tun - und wir sehen, dass es sich in beide Richtungen entwickeln kann, nämlich virulenter und weniger virulent zu werden. Man sollte also nicht davon ausgehen, dass Sars-Cov-2 einfach milder wird."

Wymant spricht weiter davon, dass die neue HIV-Variante auch eine rechtzeitige Warnung an uns alle sei. Das untermauern auch die bisherigen Forschungsergebnisse des neu entdeckten HI-Virus. Die Forscher gehen davon aus, dass sich diese neue Version innerhalb einer einzigen Person weiterentwickelt und entstanden ist, die zuvor wahrscheinlich eine ungewöhnlich lange HIV-Infektion erlitten hatte. Die bisherige genetische Analyse der VB-Variante zeigt, dass es bei der neuen Entwicklung keine weiteren Zwischenschritte in der viralen Evolution gegeben hatte. Genauso könne auch Sars-Cov-2 binnen kurzer Zeit erneut mutieren. Zudem stellten die Wissenschaftler klar, dass die neue HIV-Variante trotz der weit verbreiteten Behandlungsmethoden entstanden sei – auch das ein Warnsignal, sich in Bezug auf Covid-19 nicht in trügerischer Sicherheit zu wiegen.

© solarseven
© solarseven

Erstmals wurde die neue VB-Variante im Rahmen eines internationalen Projekts Ende 2018 zufällig in HIV-Proben aus Europa und Uganda entdeckt. Fast alle Infizierten stammten aus den Niederlanden, weswegen das Forscherteam daraufhin die Daten von rund 6.700 niederländischen HIV-Patienten auswertete. Insgesamt wurde die neue Virusvariante bisher in 109 Menschen nachgewiesen. Wymant stellt aber gegenüber der Financial Times klar, dass davon auszugehen sei, dass es weitere, bisher unentdeckte Fälle in ganz Europa geben könne. 

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