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Nazi-Demo bei CSD Eberswalde Rechtsextreme Gegenkundgebung zum Pride angekündigt

Von ms - 12.06.2026 - 08:30 Uhr
CSD Eberswalde unter Polizeischutz
Foto: IMAGO / Emmanuele Contini
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In der brandenburgischen Stadt Eberswalde wird am Samstag unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen für die Rechte und Sichtbarkeit queerer Menschen demonstriert. Der Christopher Street Day soll durch die Innenstadt führen und steht unter dem Motto „Viele Farben – ein WIR“. Gleichzeitig ist eine Gegenversammlung aus der rechtsextremen Szene angekündigt.

Das Wichtigste im Überblick

  • In Eberswalde findet am Samstag der CSD statt.
  • Die Veranstalter rechnen mit bis zu 2.000 Teilnehmern.
  • Eine rechtsextreme Gruppierung hat eine Gegenversammlung angemeldet.
  • Die Polizei begleitet beide Demonstrationen mit einem verstärkten Einsatz.
  • In der Innenstadt werden Verkehrsbeeinträchtigungen erwartet.

Polizei verstärkt im Einsatz

Die Polizei bereitet sich auf beide Veranstaltungen vor und will nach eigenen Angaben dafür sorgen, dass die Versammlungen voneinander getrennt bleiben. Zudem sollen mögliche Störungen verhindert werden. Nach Angaben der CSD-Organisatoren werden bis zu 2.000 Menschen zu dem Demonstrationszug erwartet. Die Initiatoren betonten im Vorfeld ihre Entschlossenheit und erklärten: „Wir lassen uns von Hass, Hetze und Ausgrenzung nicht auseinandertreiben.“

Wie die Polizei mitteilte, wurde die Gegenversammlung von der Gruppierung „Deutsche Patrioten voran“ angemeldet. Nach Einschätzung der Behörden wird die Organisation neonazistischen Jugendgruppen zugerechnet. Mitglieder oder Unterstützer der Gruppierung waren demnach bereits bei Protesten gegen andere Christopher-Street-Day-Veranstaltungen in Erscheinung getreten. Beide Demonstrationszüge sollen am Samstagnachmittag durch das Zentrum der Stadt im Landkreis Barnim führen. Aufgrund der Veranstaltungen müssen sich Anwohner und Verkehrsteilnehmer auf Einschränkungen einstellen. „Es werde auch zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommen“, sagte ein Sprecher der Polizei.

Statement für Vielfalt und Solidarität

Die CSD-Demonstration beginnt um 13.00 Uhr am Bahnhof und führt anschließend in Richtung Innenstadt. Für 15.00 Uhr ist eine Abschlusskundgebung vorgesehen. Für die Veranstalter steht die politische Botschaft der Demonstration im Mittelpunkt. „Beim CSD setzen wir ein Statement für Vielfalt, Akzeptanz und Solidarität“, sagte Maximilian Armonies von der CSD-Organisation Eberswalde. Bereits im letzten Jahr kam es zu Störversuchungen beim Pride in Brandenburg, die glücklicherweise ausblieben – auch Gewalttaten oder anderweitig Übergriffe konnten 2025 verhindert werden.  

Gegenproteste aus dem rechten Spektrum begleiten CSD-Veranstaltungen seit einiger Zeit in verschiedenen Regionen Deutschlands. Erst Ende Mai kam es beim CSD Frankfurt (Oder) zu einer entsprechenden Gegendemonstration. Nach Angaben der Polizei verlief die Veranstaltung dort weitgehend störungsfrei. Registriert wurde jedoch unter anderem eine volksverhetzende Äußerung. Die Sicherheitsbehörden beobachten die Entwicklung solcher Gegenveranstaltungen bundesweit mit besonderer Aufmerksamkeit, da rechtsextreme Gruppen zunehmend versuchen, öffentliche Pride-Veranstaltungen für eigene Protestaktionen zu nutzen. Das Bundeskriminalamt hat gegenüber SCHWULISSIMO die erhöhte Gefahrenlage bei CSDs und Prides ebenso bestätigt. 

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