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Nasty Pig-Gründer Lauterstein Appell an schwule ältere Männer für mehr Selbstbewusstsein

Von ms - 24.06.2026 - 15:35 Uhr
Nasty Pig-Gründer Lauterstein
Foto: Instagram / david_lauterstein
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David Lauterstein, Mitgründer der schwulen Modemarke Nasty Pig, hat ältere schwule Männer dazu aufgerufen, sich nicht von Altersstereotypen verunsichern zu lassen. In einem Interview für den Podcast „Dads and Daddies“ sprach der Unternehmer über Altersdiskriminierung innerhalb der schwulen Community und darüber, wie wichtig Selbstvertrauen im Umgang mit solchen Vorurteilen sei.

Das Wichtigste im Überblick

  • Nasty-Pig-Mitgründer David Lauterstein spricht über Altersdiskriminierung in der schwulen Community.
  • Er ermutigt insbesondere ältere schwule Männer zu mehr Selbstbewusstsein.
  • Lauterstein betont, dass Lebenserfahrung und Authentizität große Stärken seien.
  • Die Modemarke Nasty Pig wurde 1994 gegründet und gilt heute als internationale schwule Kultmarke.
  • Lauterstein sieht die Marke bis heute als Ausdruck sexueller Selbstbestimmung und homosexueller Sichtbarkeit.
  • „Es gibt einen Markt für uns“, sagt er mit Blick auf ältere schwule Männer.

Selbstbewusstes Rausgehen 

Mit Blick auf seine Altersgenossen sagte Lauterstein: „Geht raus und seid selbstbewusst. Wer nichts wagt, der nichts gewinnt!“ Dass gerade er diese Botschaft vermittelt, überrascht kaum. Nasty Pig gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Marken im Bereich schwuler Mode und sexueller Selbstinszenierung. Das Unternehmen wurde 1994 gegründet und eröffnete sein erstes Geschäft im New Yorker Stadtteil Chelsea zu einer Zeit, als nur wenige Marken gezielt schwule Männer als Zielgruppe ansprachen. Lauterstein und sein Geschäftspartner Frederick Kearney entwickelten die Marke in den folgenden Jahrzehnten zu einem internationalen Namen. Zu den prominenten Trägern der Kleidung zählen unter anderem Madonna und Frank Ocean.

Firmengründung wegen AIDS-Krise 

Bekannt ist Nasty Pig für auffällige Tanktops, Lederaccessoires und enge Shorts, die bewusst Aufmerksamkeit erzeugen sollen. In einem Interview mit der New York Times erklärte Lauterstein, dass die Marke auch als Reaktion auf die Folgen der AIDS-Krise entstanden sei: „Sexuelle Offenheit war damals kein Thema, weil Sex beängstigend war – besonders für schwule Männer. Nasty Pig wurde gegründet, um diese Identität zurückzuerobern und für sie zu kämpfen.“ Auch mehr als 30 Jahre später sieht Lauterstein die Bedeutung von Selbstbewusstsein als zentral an. 

Anfang des Jahres reagierte er auf eine virale Diskussion darüber, ob Kleidung von Nasty Pig für Restaurantbesuche angemessen sei. „Die Entscheidung darüber, was schick ist und was nicht, überlasse ich Miranda Priestley“, erklärte er augenzwinkernd in Anlehnung an die fiktive Modemagazin-Chefin in „Der Teufel trägt Prada“, dargestellt von Meryl Streep. „Bei Nasty Pig geht es darum, sich sexy und selbstbewusst zu fühlen. Deshalb mache ich jetzt weiter genau das für euch.“ 

Ein Markt für schwule Daddys 

Heute ist Lauterstein Mitte 50 und sieht gerade im Älterwerden eine Stärke. Viele Männer unterschätzten den Wert ihrer Erfahrungen und würden sich unnötig zurückhalten. „Wenn du da draußen bist und jemanden kennenlernen möchtest, dann hab einfach etwas Selbstvertrauen. Du wärst überrascht. Man kann unnahbar wirken, ohne es selbst zu merken.“ Dabei verwies er auch auf eigene Erfahrungen. Nach einer Operation habe er zunächst Hemmungen gehabt, wieder auszugehen. Erst die Ermutigung eines Kollegen habe ihn dazu gebracht, seine Unsicherheit zu überwinden. „Steh zu dem, wer du bist. Steh zu deiner Herkunft“, so Lauterstein weiter. „Jeder da draußen ist nervös und unsicher, was die eigene Person betrifft. Nutze dein Alter und nutze deine Erfahrungen.“

Besonders in Bezug auf gängige Vorstellungen über Alter und sexuelle Rollen innerhalb der schwulen Community plädiert Lauterstein für mehr Offenheit. Erfahrung könne ein entscheidender Vorteil sein und müsse keineswegs als Nachteil betrachtet werden. Mit Blick auf ältere schwule Männer machte er deutlich: „Es gibt einen Markt für uns. Das kann ich euch sagen.“ Für Lauterstein bleibt die Botschaft damit dieselbe wie seit der Gründung von Nasty Pig vor mehr als drei Jahrzehnten: Sichtbarkeit, Authentizität und Selbstvertrauen sollten wichtiger sein als gesellschaftliche Erwartungen oder Vorurteile.

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