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Anti-LGBTI*-Gruppe ruft indirekt zu Attentate auf // © IMAGO / NurPhoto
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Nach US-Amoklauf „Menschen werden verletzt werden!"

ms - 02.06.2022 - 09:30 Uhr
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Geschmacklos und gefährlich – mit diesen zwei Worten lässt sich zusammen, was die Liberty Alliance in den USA derzeit veranstaltet. Die Anti-LGBTI*- Gruppe mit Sitz in Missouri bezeichnet sich selbst als “Zusammenkunft souveräner Bürger". Und genaue jene souveränen, USA-treuen Staatsbürger haben nun online kurz nach einem der schlimmsten US-Amokläufe an einer Schule in Texas eine Liste von weiteren Schulen veröffentlicht, die LGBTI* in den Unterricht einbeziehen. Es ist nur ein kleiner, gedanklicher Schritt, darin nicht mehr oder weniger als einen indirekten Aufruf für potenzielle, künftige Attentäter zu sehen, jene Schulen doch einmal genauer ins Fadenkreuz zu nehmen.  

So wenigstens interpretieren das derzeit mehrere namhafte US-Journalisten und LGBTI*-Aktivisten. Die Landkarte der “woken“ und queerfreundlichen Bildungseinrichtungen bezeichnet die Liberty Alliance so auch kurz und knapp als "Woke Heat Map", mit der sie "die verrückten Aktionen der radikalen Linken aufdecken wollen - von der kritischen Rassentheorie bis zur Erziehung von Kleinkindern mit sexuell eindeutigen Büchern!“ Im weiteren Verlauf werden zudem alle Besucher aufgefordert, gerne weitere Einrichtungen, Schulen sowie sogar einzelne Schulklassen zu melden, die einen zeitgemäßen Unterricht abhalten. Abschließend ist die Seite auch mit zahlreichen Anti-LGBTI*-Gruppen, rechten Fanatikern und homophoben Politikern verlinkt, beispielsweise auch mit Christina Pushaw, der Pressesprecherin des homophoben Gouverneurs von Florida, die jüngst erst erklärte, dass alle Pro-LGBTI*-Verbündeten einfach nur Pädophile seien.

LGBTI*-Aktivisten und queere US-Medien sehen darin ganz eindeutig die große Gefahr, dass diese Liste dazu genutzt wird, um Drohungen und Gewalt gegen Befürworter der LGBTI*-Community zu schüren und indirekt zu einem weiteren Attentat anzustacheln. Eine solche angstmachende Rhetorik erhöhe zudem generell die Gefahr für LGBTI*-Menschen in ganz Amerika. Ein LGBTI*-Aktivist fasst die Situation via Twitter so zusammen: "Das scheint etwas zu sein, dessen sich das FBI bewusst sein sollte. Sie haben es inzwischen ganz direkt auf Menschen abgesehen. Menschen werden verletzt werden!"

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