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Moritz de Hadeln ist tot
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Moritz de Hadeln ist tot Abschied von Festivalmacher und Förderer queerer Filme

ms - 08.07.2026 - 08:00 Uhr
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Der langjährige Leiter der Internationalen Filmfestspiele Berlin, Moritz de Hadeln, ist tot. Wie sein Biograf Christian Jungen, Direktor des Zurich Film Festivals, bestätigte, starb de Hadeln am vergangenen Samstag im schweizerischen Nyon im Alter von 85 Jahren. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Früherer Berlinale-Direktor Moritz de Hadeln im Alter von 85 Jahren gestorben.
  • Der langjährige Festivalleiter starb im schweizerischen Nyon.
  • De Hadeln führte die Berlinale von 1979 bis 2001 und leitete zudem die Filmfestivals in Locarno und Venedig.
  • Die Berlinale würdigte ihn als leidenschaftlichen „Verfechter des Kinos“.
  • Er stärkte das internationale Profil des Festivals und förderte maßgeblich den European Film Market.
  • De Hadeln setzte sich früh für die Sichtbarkeit queeren Kinos ein und wurde dafür 2001 mit dem Spezial-Teddy ausgezeichnet.

Prägende Film-Persönlichkeit

De Hadeln gehörte über Jahrzehnte zu den prägenden Persönlichkeiten der internationalen Festivallandschaft. Von 1979 bis 2001 stand er an der Spitze der Berlinale. Darüber hinaus leitete er im Laufe seiner Karriere auch die Filmfestivals in Locarno und Venedig. Mit großer Anerkennung reagierten die Internationalen Filmfestspiele Berlin auf seinen Tod. In einem Beitrag auf Instagram hieß es, man trauere um eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der internationalen Filmkultur. Die Berlinale bezeichnete den langjährigen Festivaldirektor als leidenschaftlichen „Verfechter des Kinos“.

Nach Angaben des Festivals förderte de Hadeln während einer Zeit tiefgreifender politischer Veränderungen den internationalen Austausch über Ländergrenzen hinweg. Zudem habe er das weltweite Ansehen der Berlinale ausgebaut und eine Schlüsselrolle bei der Etablierung des Branchenmarktes European Film Market gespielt. Darüber hinaus habe er „Generationen von Filmemachern“ entdeckt und unterstützt. Nach Angaben der Berlinale glaubte de Hadeln fest an die Kraft des Films, Menschen unterschiedlicher Kulturen und Perspektiven miteinander zu verbinden. Besonders hervorgehoben wurden „seine Vision, seine Neugier und sein Engagement“, mit denen er die Berlinale und die internationale Filmkultur nachhaltig geprägt habe.

Ein Leben für den Film

Moritz de Hadeln wurde 1940 im englischen Exeter geboren und besaß die Schweizer Staatsbürgerschaft. Seine Laufbahn als Festivalleiter begann beim Filmfestival in Locarno, bevor er an die Spitze der Berlinale wechselte. Während seiner Amtszeit zog das Festival unter anderem vom Zoo an den Potsdamer Platz um. Sein Vertrag als Berlinale-Direktor wurde schließlich vorzeitig beendet. Auf ihn folgte Dieter Kosslick, der das Festival ebenfalls rund zwei Jahrzehnte leitete. Anschließend übernahm de Hadeln für zwei Jahre die Leitung der Filmfestspiele von Venedig. 2018 veröffentlichte Christian Jungen die Biografie „Moritz de Hadeln – Mister Filmfestival“. Nach Angaben Jungens standen beide bis zuletzt miteinander in Kontakt.

Förderer queerer Filmkunst

Auch kulturpolitisch setzte de Hadeln wichtige Akzente. Während seiner Amtszeit wurde das queere Kino dauerhaft auf dem international renommierten Festival verankert. Als die Filmemacher Wieland Speck und Manfred Salzgeber 1987 den Teddy Award ins Leben riefen, um Filme mit queeren Themen sichtbarer zu machen, unterstützte de Hadeln das Vorhaben. Er trug entscheidend dazu bei, dass der Teddy Award 1992 als offizieller Preis der Berlinale anerkannt wurde. Damit war die Berlinale das erste große internationale Filmfestival weltweit, das queeren Filmen eine offizielle Plattform dieser Größenordnung bot. Für seinen langjährigen Einsatz und seine Verdienste um die feste Verankerung des schwul-lesbischen Films im Festivalprogramm erhielt de Hadeln im Jahr 2001 den Spezial-Teddy. Mit der Auszeichnung würdigten die Initiatoren „seine kontinuierliche Unterstützung von schwulen und lesbischen Filmen“.

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