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Mordfall Ann Widdecombe Neue Wende nach Mord an homosexuellenfeindlicher Politikerin

Von ms - 14.07.2026 - 08:30 Uhr
Mordfall Ann Widdecombe
Foto: IMAGO / Stella Pictures
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Im Fall der getöteten britischen Politikerin Ann Widdecombe haben die Ermittlungen eine neue Wendung genommen. Die zuständigen Behörden gehen inzwischen von einem terroristischen Hintergrund aus. Deshalb wurde der Fall an die Anti-Terror-Polizei übergeben. Ein 28-jähriger Mann, der nach seiner ersten Festnahme zunächst wieder freigelassen worden war, befindet sich erneut in Gewahrsam.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Ermittlungen zum Tod der britischen Politikerin Ann Widdecombe werden inzwischen als Terrorfall geführt.
  • Ein zunächst wieder freigelassener 28-jähriger Tatverdächtiger wurde erneut festgenommen.
  • Die Behörden hatten einen terroristischen oder politischen Hintergrund zunächst ausgeschlossen.
  • Die Anti-Terror-Polizei verfolgt mehrere Ermittlungsansätze, um das Motiv zu klären.
  • Widdecombe war eine scharfe Kritikerin von Homosexuellen-Rechten 

Anti-Terror-Einheit übernimmt 

Wie die zuständige Anti-Terror-Einheit mitteilte, wurde der 28-Jährige erneut festgenommen. Der Brite war bereits am Wochenende im Norden Englands und damit mehr als vier Autostunden vom Tatort entfernt festgenommen worden. Die 78-jährige Widdecombe war zuvor am Donnerstag tot in ihrem Haus aufgefunden worden. Nach Angaben der Polizei wies sie schwere Verletzungen auf. Unmittelbar nach der Tat hatten die Ermittlungsbehörden erklärt, weder von einem terroristischen Hintergrund noch von einer politisch motivierten Tat auszugehen. 

Diese Einschätzung wurde inzwischen revidiert. Es lägen nun neue Erkenntnisse vor, weshalb die Anti-Terror-Polizei die Ermittlungen übernommen habe, erklärte deren nationaler Leiter Laurence Taylor. Es würden mehrere Ermittlungsansätze verfolgt, um das Motiv zu ermitteln, sagte Taylor. Nach Angaben der Ermittler sollen Videoaufnahmen den 28-Jährigen am Tattag zeigen. Darauf sei zu sehen, wie der Mann mit einem länglichen Objekt in der Tasche in ein Auto steige.

Homophobe Politikerin 

Ann Widdecombe gehörte über Jahrzehnte den konservativen Tories an und war sowohl als Abgeordnete als auch in der Regierung tätig. Später wechselte sie zur Brexit-Partei des Rechtspopulisten Nigel Farage, die später in Reform UK umbenannt wurde. Die Politikerin galt als Vertreterin streng konservativer Positionen. Aus Protest gegen die Priesterweihe von Frauen in der anglikanischen Kirche trat sie zum Katholizismus über. Mit den Jahren verstärkten sich ihre ultrakonservativen Positionen, sie zählte über Jahre zu den prominentesten homosexuellenfeindlichen Stimmen der britischen Politik. 

Während ihrer Zeit als Abgeordnete der Konservativen von 1987 bis 2010 sprach sie sich unter anderem für den Erhalt des „Homo-Propaganda“-Gesetzes Section 28 aus, dass die „Werbung für Homosexualität“ verbot und zu massiver Diskriminierung von Schwulen und Lesben in Großbritannien führte. Zudem erklärte sie in Interviews, Homosexualität dürfe kein „gleichberechtigter Lebensstil“ sein. Im Jahr 2019 sagte sie außerdem, Lesben und Schwule könnten unter Umständen „geheilt“ werden. Auch noch im politischen Ruhestand vertrat sie weiter ihre diskriminierenden Ansichten über homosexuelle Menschen. 

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