Lindsey Graham ist tot Gerüchte über heimliche Homosexualität bleiben bestehen
Der langjährige republikanische US-Senator Lindsey Graham ist tot. Der Politiker aus South Carolina starb am 11. Juli im Alter von 71 Jahren. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press erlag er einer „kurzen und plötzlichen Krankheit“. Weitere Einzelheiten zu den Umständen seines Todes wurden zunächst nicht bekannt. Die Gerüchte um ein mögliches Doppelleben des homophoben US-Politikers kursierten in den letzten Tagen erneut und verstärkt online.
Das Wichtigste im Überblick
- Der republikanische US-Senator Lindsey Graham ist im Alter von 71 Jahren gestorben.
- Laut Associated Press starb er nach einer „kurzen und plötzlichen Krankheit“.
- US-Präsident Donald Trump würdigte Graham als „einen der großartigsten Menschen und Senatoren“.
- Graham sprach sich während seiner politischen Laufbahn wiederholt gegen die Ausweitung von Homosexuellen-Rechten aus.
- Mehrfach geriet er selbst wegen Spekulationen über seine sexuelle Orientierung in die Schlagzeilen.
Gerüchte um heimliche Homosexualität
US-Präsident Donald Trump würdigte Graham nach dessen Tod als „einen der großartigsten Menschen und Senatoren“. Er werde „sehr vermisst“ werden, erklärte Trump. Graham gehörte über viele Jahre zu den bekanntesten republikanischen Politikern in Washington. Der Senator war nie verheiratet und hatte keine Kinder. Während seiner politischen Laufbahn sah er sich immer wieder Spekulationen über seine sexuelle Orientierung ausgesetzt, die durch Witze und Anspielungen anderer Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens befeuert wurden. Mehrfach kursierten damals wie heute auch Statements von schwulen Escorts und Pornodarstellern, die nahelegten, der Politiker habe sich immer wieder männliche Sexarbeiter nach Hause bestellt. Graham wies entsprechende Gerüchte wiederholt zurück.
Kämpfer gegen Homosexuellen-Rechte
Politisch profilierte sich der Republikaner zugleich als entschiedener Gegner zahlreicher Vorhaben zur Stärkung der Rechte von LGBTIQ+-Menschen, manche mutmaßten, seine Beweggründe seien es gewesen, so von seiner eigenen Homosexualität abzulenken. So stimmte Graham 1996 für den Defense of Marriage Act, der den Bundesstaaten erlaubte, gleichgeschlechtliche Ehen aus anderen Bundesstaaten nicht anzuerkennen und die Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau definierte. Später unterstützte er eine vorgeschlagene Verfassungsänderung, die diese Definition der Ehe dauerhaft festschreiben sollte. Nach seiner Auffassung sollten Richter die Definition der Ehe nicht verändern können.
Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA 2015 mit dem Urteil Obergefell v. Hodges die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare landesweit legalisiert hatte, machte Graham deutlich, dass er diese Entscheidung ablehnte. Zugleich erklärte er, das Urteil zu akzeptieren, obwohl er der Ansicht war, dass die Bundesstaaten ihre Ehegesetze selbst festlegen sollten. Er sei, so Graham damals, ein „stolzer Verteidiger der traditionellen Ehe“. Auch später stellte er sich gegen Gesetzesvorhaben zur Stärkung der Rechte homosexueller und queerer Menschen. So stimmte er 2022 gegen den Respect for Marriage Act, mit dem der frühere Defense of Marriage Act aufgehoben wurde und Bundesstaaten verpflichtet wurden, rechtmäßig geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen bundesweit anzuerkennen.
Bereits 2010 hatte Graham gegen die Abschaffung der Militärregelung „Don't Ask, Don't Tell“ votiert. Diese verpflichtete lesbische, schwule und bisexuelle Soldatinnen und Soldaten dazu, ihre sexuelle Orientierung geheim zu halten, wenn sie in den Streitkräften dienen wollten. Im Jahr 2013 stimmte der Republikaner zudem gegen den Employment Non-Discrimination Act, der Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgrund der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentität untersagt hätte.