Morde unter Kameraden Russische Soldaten quälen und ermorden schwächere Kameraden
Russland geht mit aller Gewalt gegen homosexuelle und queere Menschen im Land vor – jetzt werden Vorwürfe laut, dass auch Mitglieder der Armee mit großer Brutalität Kameraden attackieren, die aus vielfältigen Gründen negativ auffallen. Immer wieder sei es dabei auch zu Morden gekommen, beteuern mehrere Angehörige und Hinterbliebene gegenüber der Deutschen Welle.
Totschlag und Morde
Junge Soldaten werden dabei beispielsweise erpresst, die Hälfte ihres Lohns abzugeben, dazu kommen oftmals auch gezielte Folter und Mobbing. Insbesondere auch gegenüber all jenen Soldaten, die schwächer wirken oder vermeintlich oder tatsächlich schwul sein könnten. Wer sich weigert, wird getötet, so der Vorwurf. Eines dieser Opfer soll dabei der Sohn von Tatjana Bykowa sein, sie erklärte gegenüber der DW, ihr Sohn Andrej habe sich geweigert, zu zahlen und sei daraufhin vom Kommandeur getötet worden. „Sie haben mein Kind annulliert. Wie mir gesagt wurde, wurde er zu Tode geprügelt. Er liegt in einem Waldstück in der Ukraine“, so die Aussage der Mutter. Eine Anzeige ihrerseits habe nichts gebracht, man habe ihren Sohn offiziell für vermisst erklärt.
Homosexuelle als Opfer
Seit 2022 mehren sich außerdem die Meldungen, dass sowohl Russland wie auch Tschetschenien junge schwule Männer nach einer fadenscheinigen Verhaftung aufgrund falscher Anklagen vor die Wahl stellt, entweder ins Gefängnis zu kommen oder als Soldat Dienst im Ukraine-Krieg zu leisten. Neu ist, dass diese Betroffenen offenbar auch immer wieder von ihren eigenen Kameraden und Vorgesetzten an der Front erpresst, gedemütigt, verprügelt und attackiert werden – bis hin zum Tod.
Folter ist Alltag unter Soldaten
Inzwischen melden sich seit Oktober 2025 immer mehr Hinterbliebene, die davon berichten, dass ihr Kind gefoltert und „annulliert“ wurde, in Russland ein umgangssprachlicher Begriff für die Ermordung eines Menschen. „Die Ermordung von Kameraden ist nur ein Teil des bitteren Zustands der russischen Armee. Auch Folter ist dort weit verbreitet“, so der Militärexperte Juri Fjodorow gegenüber der DW.
Junge oder unliebsame Soldaten würden als Beispiel für ein bis zwei Wochen in eine Grube geworfen und nur mit Abfällen gefüttert oder sie würden über Tage an einen Baum gefesselt, ganz ohne Essen oder Trinken. Ob jemand überlebt, obliegt allein der Willkür der Offiziere – eine Situation, die für homosexuelle Soldaten besonders gefährlich ist. Immer wieder machen demnach intern auch Foltervideos die Runde.
Die Lage sei seit Beginn des Ukraine-Kriegs immer dramatischer geworden, seitdem in die russische Armee auch Schwerverbrecher und Kriminelle aufgenommen worden sind. Da es auch intern keine Bestrafungen für offensichtliche Kriegsverbrechen wie beispielsweise die Massaker in Butscha oder Mariupol gegeben hat, macht sich unter den Soldaten offenbar die Erkenntnis breit, dass Morde an jedweden Menschen ungestraft bleiben.