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Mehr als Regenbogen
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Mehr als Regenbogen Ganzjährige Unterstützung im Beruf statt Einzelaktionen

ms - 02.07.2026 - 14:00 Uhr
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Regenbogenlogos zum Pride Monat Juni oder zur Pride-Saison im Sommer allein reichen vielen LGBTIQ+-Beschäftigten nicht aus. Statt symbolischer Gesten wünschen sie sich ein dauerhaftes und sichtbares Engagement ihrer Arbeitgeber für die Community. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Williams Institute an der UCLA School of Law.

Das Wichtigste im Überblick

  • Eine Studie des Williams Institute zeigt, dass sich viele LGBTIQ+-Beschäftigte mehr Engagement ihrer Arbeitgeber wünschen.
  • 59 Prozent erwarten öffentliche Unterstützung bei LGBTIQ+-politischen Themen.
  • Nur rund ein Drittel der Befragten sieht ein entsprechendes Engagement ihres Arbeitgebers.
  • Sichtbare Unterstützung erhöht laut Studie die Arbeitszufriedenheit und stärkt die Mitarbeiterbindung.
  • Besonders junge, trans* und nicht-binäre Beschäftigte legen Wert auf ein klares Bekenntnis ihrer Arbeitgeber.

Stellung beziehen für LGBTIQ+

Für die Untersuchung wurden die Angaben von 1.902 LGBTIQ+-Beschäftigten in den USA ausgewertet. Ziel war es, die Bedeutung von Unternehmensengagement während des Pride Monats und der Pride-Saison sowie darüber hinaus zu untersuchen. Demnach halten 48 Prozent der Befragten die Teilnahme ihres Arbeitgebers am Pride Monat für wichtig. Noch größer ist jedoch der Wunsch nach weitergehender Unterstützung: 59 Prozent erwarten, dass Unternehmen öffentlich zu politischen Themen Stellung beziehen, die LGBTIQ*-Menschen betreffen.

Außerdem wünschen sich 52 Prozent, dass Arbeitgeber LGBTIQ+-Organisationen finanziell unterstützen. 49 Prozent halten es für wichtig, dass homosexuelle und queere Menschen sichtbar in der Werbung und Außendarstellung von Unternehmen vertreten sind. Zwischen den Erwartungen der Beschäftigten und dem tatsächlichen Engagement vieler Unternehmen besteht der Studie zufolge dabei leider eine deutliche Lücke. Nur 36 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Arbeitgeber LGBTIQ+-Themen öffentlich unterstützt. 38 Prozent erklärten, ihr Unternehmen unterstütze queere Organisationen oder entsprechende Projekte finanziell.

Symbolische Aktionen sind unzureichend 

Besonders wichtig ist sichtbare Unterstützung für LGBTIQ+-Beschäftigte im Alter zwischen 18 und 34 Jahren sowie für Gruppen, die häufiger Diskriminierung oder Belästigung erleben. Dazu zählen laut Studie insbesondere trans* und nicht-binäre Menschen sowie LGBTIQ+-Personen of Color. Studienleiterin Neko Michelle Castleberry, Forschungsdatenanalystin am Williams Institute, sagte: „Der Pride Monat bietet Arbeitgebern die Möglichkeit, die Beiträge ihrer LGBTIQ+-Beschäftigten zu würdigen und ihr Engagement für einen sicheren, gerechten und inklusiven Arbeitsplatz öffentlich zu bekräftigen.“

Zugleich machte sie deutlich, dass symbolische Aktionen allein vielen Beschäftigten nicht ausreichen. „Unsere Studie zeigt jedoch, dass LGBTIQ+-Beschäftigte nach substanzielleren Formen der Unterstützung suchen, die über die Teilnahme an Pride-Monat-Aktivitäten hinausgehen.“ Die Untersuchung zeigt außerdem einen deutlichen Zusammenhang zwischen sichtbarer Unterstützung und der Zufriedenheit am Arbeitsplatz.

Engagement fördert Arbeitsklima 

Mehr als 90 Prozent der LGBTIQ+-Beschäftigten, deren Arbeitgeber sich sichtbar für die Community engagierten, gaben an, mit ihrer aktuellen Arbeitsstelle zufrieden zu sein. Bei Beschäftigten, deren Unternehmen keine entsprechenden Maßnahmen ergriffen hatten, lag dieser Anteil bei weniger als drei Vierteln. Zudem berichteten LGBTIQ+-Beschäftigte ohne sichtbare Unterstützung durch ihren Arbeitgeber etwa doppelt so häufig, darüber nachgedacht zu haben, ihren Arbeitsplatz zu verlassen.

Auch die Offenheit gegenüber Vorgesetzten hängt der Studie zufolge mit dem Arbeitsumfeld zusammen. Rund zwei Drittel der Beschäftigten, deren Arbeitgeber sichtbare Unterstützung für die LGBTIQ+-Community zeigten, hatten sich gegenüber ihren Vorgesetzten geoutet. Bei Beschäftigten ohne ein entsprechendes Unternehmensengagement lag dieser Anteil bei weniger als der Hälfte. Studienautor Brad Sears, Distinguished Senior Scholar für Recht und Politik am Williams Institute, erklärte: „Indem Arbeitgeber auf sichtbare Unterstützungsmaßnahmen verzichten, könnten sie LGBTIQ+-Beschäftigten signalisieren, dass der Arbeitsplatz weder ein unterstützendes Umfeld noch ein Ort ist, an dem sie offen sie selbst sein können.“ Er warnte zugleich vor möglichen Folgen für Unternehmen: „Arbeitgeber, die die LGBTIQ+-Community nicht öffentlich unterstützen, riskieren, LGBTIQ+-Beschäftigte zu verlieren – insbesondere jüngere Mitarbeiter, trans* und nicht-binäre Beschäftigte sowie LGBTIQ+-Personen of Color.“

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