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US-Lesbenbar im Rampenlicht Hauseigene Corona-Regeln lösen heftigen Streit aus

Von ms - 29.09.2026 - 12:00 Uhr
Lesbenbar im Rampenlicht
Foto: AI GENERATED - FASH Medien
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Der Streit um die selbstbestimmten hauseigenen Corona-Regeln einer Lesbenbar im US-Bundesstaat Massachusetts könnte jetzt zum Stoff für Film oder Fernsehen werden. Nach dem großen Erfolg einer Reportage des Boston Globe über die Last Ditch Bar gibt es Interesse an dokumentarischen und fiktionalisierten Adaptionen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Last Ditch Bar in Greenfield im US-Bundesstaat Massachusetts hat ihre strengen selbstbestimmten Corona-Regeln gelockert und die Maskenpflicht am Samstagabend abgeschafft.
  • An den übrigen Tagen müssen Gäste weiterhin Masken tragen.
  • Die Entscheidung führte zu heftiger Kritik, Boykottaufrufen und einer breiten Debatte im Internet.
  • Eine Reportage des Boston Globe über den Konflikt entwickelte sich zu einem der meistgelesenen Artikel der Zeitung.
  • Nun gibt es Interesse an einer Verfilmung der Geschichte. Im Gespräch sind dokumentarische und fiktionalisierte Formate.
  • Bei der strengen Maskenpflicht handelt es sich um eine hauseigene Auflage, eine rechtliche Verordnung dafür gibt es in den USA nicht mehr. 

Freiwillige Maskenpflicht

Auslöser ist eine Änderung der ungewöhnlich strengen Maskenregeln des Lokals in Greenfield im Westen von Massachusetts. Gäste müssen am Samstagabend nun keine KN95-Masken mehr tragen. An den übrigen Tagen hält die Bar an ihrer selbstbestimmten Maskenpflicht fest. In den USA gibt es bereits seit Jahren keine allgemeine Maskenpflicht als Schutz vor Corona mehr. Die Last Ditch Bar hat dagegen freiwillig eine eigene Hausregel eingeführt: Seit ihrer Eröffnung 2025 müssen Gäste eine gut sitzende Maske oder einen besseren Atemschutz tragen. Die Bar will damit insbesondere immungeschwächten Menschen einen möglichst sicheren Treffpunkt bieten. Wörtlich heißt es, das Angebot sei für "immungeschwächte behinderte Diven". 

Der Boston Globe veröffentlichte letzte Woche eine ausführliche Reportage über das Thema unter dem Titel „Eine Lesbenbar im Westen von Massachusetts verlangte KN95-Masken. Als sie die Regeln änderte, brach die Hölle los.“ Ein Sprecher des Boston Globe erklärte: „Diese Geschichte hat zweifellos bei einem breiten Publikum im In- und Ausland Resonanz gefunden. Sie gehört inzwischen zu den meistgelesenen Geschichten, die wir veröffentlicht haben.“

Hollywood prüft Adaptionen

Das große Interesse hat inzwischen nun die Film- und Fernsehbranche erreicht. Die Talentagentur UTA, die den Boston Globe vertritt, wurde wegen möglicher Adaptionen der Geschichte kontaktiert. Im Gespräch sind sowohl dokumentarische als auch fiktionalisierte Formate. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Last Ditch Bar, ihre Besitzerin Jackie Matellian und der Konflikt mit Teilen der eigenen Kundschaft. Die Entscheidung zur Lockerung der Maskenpflicht an einem Tag der Woche löste heftige Kritik aus. 

Der Bar wurde von ihren eigenen Gästen unter anderem vorgeworfen, sie mache sich „mitschuldig an einem Ereignis, das massenhaft Behinderungen verursacht“. Der Konflikt verlagerte sich daraufhin schnell in die soziale Netzwerken. Ende letzter Woche erklärte die Last Ditch Bar daraufhin, Boykottaufrufe und die massive Gegenwehr im Internet gefährdeten inzwischen die Zukunft des Lokals. Zudem übten die Betreiber der Bar auch massive Kritik am Boston Globe und sprachen von „erbärmlichen Journalismus“. Der Artikel habe dazu geführt, dass das Team „Drohungen, Beschimpfungen und Belästigungen“ erhalten habe. „Im Kern handelt es sich dabei um eine antischwarze Hysterie“, so die Bar-Betreiber weiter. 

Lesbenbars in den USA 

Die Geschichte bietet aus Sicht des Magazins Hollywood Reporter interessante Konflikte, die sich für eine filmische Umsetzung eignen könnten. Dazu zählt Barbesitzerin Jackie Matellian, die mit Schulden zu kämpfen hat. Auf der anderen Seite stehen Gäste, die mit der Lockerung der Maskenregeln nicht einverstanden sind. Hinzu kommt die besondere Stellung des Lokals. Die Zahl der Lesbenbars in den USA ist in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen. Die verbliebenen Lokale haben dadurch eine besondere kulturelle Bedeutung innerhalb des LGBTIQ+-Nachtlebens. Ob aus dem Konflikt um die Last Ditch Bar tatsächlich ein Film, eine Serie oder eine Dokumentation entsteht, ist bislang offen.

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