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LGBTIQ+-Prognosen 2026 Wohin entwickelt sich die Community im neuen Jahr?

Von ms - 12.01.2026 - 14:00 Uhr
LGBTIQ+-Prognosen 2026
Foto: iStock / Anna Reshetnikova
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Das Jahr 2025 war für die LGBTIQ+-Community weltweit von gemischten Entwicklungen geprägt. Während einige Fortschritte erzielt wurden, gab es auch zahlreiche Rückschläge, die den Weg zur Gleichstellung weiterhin erschwerten. Ein genauer Blick auf die aktuellen Entwicklungen und die Perspektiven für 2026 zeigt, dass in einigen Bereichen weiter mit Herausforderungen zu rechnen ist, während in anderen Regionen Hoffnungen auf positive Veränderungen bestehen.

Kriminalisierung von homosexuellem Sex

2025 blieb die Zahl der Staaten, in denen gleichgeschlechtlicher Sex weiterhin strafbar ist, konstant bei 65. Zwei Staaten – Mali und Irak – führten neue Sodomie-Gesetze ein, während Namibia und Dominica diese in den Vorjahren abgeschafft hatten. Der Trend zeigt jedoch keine nennenswerten Veränderungen. Für 2026 wird erwartet, dass die Kriminalisierungswelle in Westafrika, insbesondere in Niger, weiter voranschreiten könnte, wie die queere Organisation 76crimes betonte. In einigen ehemaligen französischen Kolonien könnte sich der Trend ebenfalls fortsetzen.

Gleichzeitig gibt es auch Anzeichen für eine mögliche Entkriminalisierung in anderen Ländern. Besonders hervorzuheben ist Guyana, dessen Präsident im letzten Herbst versprach, die Sodomie-Gesetze zu entkriminalisieren. Auch in Grenada, wo ein Rechtsstreit über die Verfassungsmäßigkeit von Sodomie-Gesetzen läuft, könnte es 2026 zu einer Entscheidung kommen. In Sambia ist ebenfalls ein gerichtlicher Prozess in Aussicht, wobei der Zeitrahmen noch unklar ist.

Gleichgeschlechtliche Partnerschaften

Die Entwicklungen im Bereich der gleichgeschlechtlichen Ehe und Partnerschaften haben sich in den letzten Jahren verlangsamt. 2025 brachten nur wenige Durchbrüche, darunter die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Liechtenstein und Thailand sowie die Kodifizierung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Guanajuato (Mexiko). Der Trend in den USA und Europa bleibt jedoch verhalten.

Für 2026 ist keine schnelle Ausweitung der gleichgeschlechtlichen Ehe zu erwarten. Ein Gerichtsurteil in Japan könnte zwar eine positive Wendung nehmen, jedoch bleibt offen, ob es tatsächlich zu einer landesweiten Legalisierung kommen wird. In Europa scheinen keine weiteren Staaten offen für eine Erweiterung der Rechte für gleichgeschlechtliche Paare zu sein. In den USA könnte der Oberste Gerichtshof zudem alle Gesetze zur Konversionstherapie aufheben, was zu weiteren Unsicherheiten führen könnte.

Ein weiteres Augenmerk liegt auf der Möglichkeit von Veränderungen in Mexiko und bei EU-Bewerberstaaten. Es wird erwartet, dass vor allem in der EU, im Rahmen der Beitrittsverhandlungen, in den kommenden Jahren weiter an den Standards für LGBTIQ+-Rechte gearbeitet wird. Hier könnten Konversionstherapieverbote, die in mehreren Ländern diskutiert werden, ebenfalls Fortschritte machen.

Diskriminierungsschutz für LGBTIQ+-Menschen

In den Bereichen Diskriminierungsschutz und Hasskriminalität gab es 2025 einige bemerkenswerte Fortschritte. In der Dominikanischen Republik erklärte das Gericht die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung für verfassungswidrig. Auch in Australien wurden positive Entwicklungen erzielt, die jedoch größtenteils auf Entscheidungen des Vorjahres zurückzuführen sind. 2026 könnte jedoch erneut eine schwierige Phase für LGBTIQ+-Rechte in den USA werden. Ob die US-Demokraten bei den Wahlen im November 2026 größere Erfolge erzielen können, bleibt abzuwarten.

In Europa könnte sich die Lage etwas stabilisieren. In Ländern wie Polen und Ungarn sind zwar rückschrittliche Tendenzen zu beobachten, gleichzeitig zeigt sich aber auch eine zunehmende Unterstützung für LGBTIQ+-Rechte in den Beitrittsstaaten der EU. Besonders in den europäischen Ländern, in denen die Konversionstherapie derzeit zur Diskussion steht, könnten sich 2026 neue gesetzliche Bestimmungen durchsetzen. Auch die EU wird weiterhin auf den Ausbau von queeren -Rechten und Antidiskriminierungsgesetzen hinwirken.

Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit

In mehreren Ländern, darunter Ungarn und Kasachstan, wurden 2025 neue Gesetze verabschiedet, die die Freiheit der LGBTIQ+-Community, ihre Identität öffentlich auszudrücken, weiter einschränken. Diese Entwicklungen könnten 2026 in weiteren Staaten, insbesondere in Afrika und Teilen der muslimischen Welt, Nachahmer finden.

Die EU setzt sich weiterhin aktiv gegen solche repressiven Gesetze ein, jedoch mit begrenztem Erfolg. In Ungarn wird 2026 ein wichtiger Wahlkampf stattfinden, der möglicherweise zu einer Veränderung in der Regierung und einer Lockerung der antidemokratischen Maßnahmen führen könnte. Dies könnte auch Auswirkungen auf die LGBTIQ+-Rechte im Land haben.

Rechte für trans* Menschen

Im Jahr 2025 gab es erhebliche Fortschritte für trans* Personen, insbesondere in Mexiko, wo verschiedene Bundesstaaten das Recht auf Geschlechtsanerkennung und trans* Rechte weiter ausbauten. In Europa und den USA steht die Bewegung jedoch unter Druck. In mehreren Ländern, darunter Brasilien und Schweden, wurden Einschränkungen bei der medizinischen Versorgung von trans* Personen eingeführt oder verschärft.

Für 2026 stehen die Zeichen auf ein weiteres Jahr der Unsicherheit, insbesondere in den USA. Eine politische Wendung könnte jedoch auch in den Ländern Lateinamerikas und in der EU positive Entwicklungen für trans* Personen mit sich bringen. In Mexiko und den EU-Staaten sind weitere Fortschritte zu erwarten, insbesondere im Bereich der Geschlechtsidentifikation und -umwandlung.

Ein schwieriges Jahr, aber auch Chancen

Das Jahr 2025 zeigte, dass die Rechte der LGBTIQ+-Community nach wie vor in vielen Ländern bedroht sind. Die Entwicklungen in 2026 lassen jedoch auch Hoffnung aufkeimen, insbesondere in einigen europäischen Ländern und in Mexiko, wo ein stärkeres Engagement für LGBTIQ+-Rechte zu erwarten ist. Daneben drohen aber auch weitere Rückschritte etwa in Afrika. Der Kampf für die Rechte von LGBTIQ+-Personen geht weiter, und es bleibt zu hoffen, dass 2026 mehr positive Veränderungen als Rückschläge bringen wird.

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