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Wege aus der Krise Mehr Miteinander, mehr Engagement bei Gen-Z

Von ms - 12.01.2026 - 12:30 Uhr
Wege aus der Krise
Foto: iStock / PrathanChorruangsak
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Die mentale Gesundheit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist bis heute ein zentrales Thema innerhalb wie außerhalb der Community, wobei vor allem queere Menschen der Generation Z nach wie vor besonders stark von Depressionen und Ängsten betroffen sind. Eine neue Studie von Psychologieprofessor Anthony Burrow in Zusammenarbeit mit der US-Universität Cornell zeigte jetzt auf, dass die Antwort auf viele dieser Probleme nicht in Selbstoptimierungs-Programmen oder ständigem Streben nach persönlicher Perfektion liegt, sondern im aktiven Engagement für die Gemeinschaft.

Selbstoptimierung? Ein Irrweg

Im Kontext der mentalen Gesundheit gibt es einen Trend, bei dem junge Menschen unter Druck geraten, sich ständig zu verbessern. In einer Welt, in der Erfolg oft in Instagram-Filtern und Erfolgsgeschichten gemessen wird, scheint es, als müsse jeder Schritt im Leben perfekt durchdacht sein. Das trifft insbesondere gerade auch auf das schwule und queere Dating und die Welt der Apps zu. Dazu kommen viele weitere Programme, die das ultimative Wohlbefinden versprechen. Doch diese Konzepte können auch zu Frustration und dem Gefühl der Überforderung führen, weil sie hohe Erwartungen an das eigene Verhalten stellen. Die Lösung könnte ganz anders aussehen, wie Burrows Forschungen nahelegen: Es geht nicht darum, sich selbst ständig zu optimieren, sondern den Fokus von sich selbst abzuwenden und einen Beitrag zu leisten, der über das eigene Ich hinausgeht.

Community-Engagement statt Selbstoptimierung

Im Rahmen des „Contribution Projects“ – einer Initiative, die Burrow ins Leben gerufen hat – wurden mehr als 1.200 Jugendliche und Studenten gefragt, was sie mit 400 Dollar tun würden, wenn sie dieses Geld verwenden könnten, um etwas für ihre Gemeinschaft zu bewegen. Die Ergebnisse sind eindeutig: Der Großteil der Teilnehmer nutzte das Geld, um mit positiven Projekten etwas in ihrer Umgebung zu bewirken, statt es für sich selbst auszugeben. Die Wirkung auf ihre mentale Gesundheit war dabei beeindruckend: Nach acht Wochen berichteten die Teilnehmer von einem besseren Wohlbefinden, einem gesteigerten Sinngefühl und einem stärkeren Zugehörigkeitsgefühl.

Burrow, der sich intensiv mit der Generation Z auseinandersetzt, hebt hervor, dass die Vorstellung, junge Menschen seien egoistisch oder narzisstisch, völlig verfehlt sei. Im Gegenteil: Viele Mitglieder der Generation Z sehnen sich nach einer sinnvollen Aufgabe, nach dem Gefühl, einen Beitrag leisten zu können – und das nicht in Form von großen Weltrettungsprojekten, sondern in kleinen, aber bedeutungsvollen Handlungen im Alltag, beispielsweise bei lokalen queeren Vereinen und Gruppen. 

Die Bedeutung von Zugehörigkeit und Sinn

Für junge Menschen, vor allem für queere Jugendliche, kann die Suche nach Zugehörigkeit und Sinn dabei eine besondere Herausforderung darstellen. Viele in dieser Generation fühlen sich von traditionellen Strukturen ausgeschlossen oder haben Schwierigkeiten, ihren Platz in einer Gesellschaft zu finden, die noch nicht überall voll inklusiv ist. Burrow betont jedoch, dass das Gefühl der Zugehörigkeit nicht von der Zugehörigkeit zu einem bestimmten sozialen Kreis oder der Verwirklichung von persönlichen Zielen abhängt. Vielmehr ist es der Beitrag zu etwas Größerem, der das Gefühl der Verbundenheit und Zufriedenheit verstärkt.

Diese Erkenntnisse sind besonders wichtig für queere Jugendliche, die oft mit zusätzlichen Belastungen durch gesellschaftliche Vorurteile und den Kampf um Akzeptanz kämpfen müssen. Die Möglichkeit, sich in ihrer Community zu engagieren, sei es durch ehrenamtliche Tätigkeiten oder durch das Engagement für andere marginalisierte Gruppen, kann für diese jungen Menschen eine wertvolle Quelle der Stabilität und des positiven Selbstwerts sein.

Einen Unterschied machen

Burrow empfiehlt, dass Eltern und Bezugspersonen die Jugendlichen dabei unterstützen sollten, ein Gefühl für das „Sinnvolle“ zu entwickeln. Es muss nicht immer um große gesellschaftliche Veränderungen gehen. Bereits kleine Taten – sei es das Sammeln von Spenden für die lokale LGBTIQ+-Organisation oder die Teilnahme an einem Community-Projekt – können das Selbstwertgefühl stärken und das Gefühl der Einsamkeit oder Isolation lindern, das viele queere Jugendliche in ihrer Entwicklung erleben. Dabei geht es nicht um Perfektion oder um den Erfolg im klassischen Sinne, sondern um das Gefühl, einen echten Unterschied machen zu können. 

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