Direkt zum Inhalt
Leitlinien in der Sauna
ANZEIGE

Leitlinien in der Sauna LSVD+ kritisiert neue Richtlinien für Saunen in Deutschland

ms - 07.01.2025 - 15:15 Uhr
Loading audio player...

Kurz nach Neujahr veröffentlichte der Deutsche Sauna-Bund einen neuen Leitfaden und stellte sich damit indirekt auch gegen das Selbstbestimmungsgesetz: Eintritt in Frauensaunen sollen demnach nur biologische Frauen bekommen. 

Wörtliche erklärt der Verein: „Zum Eintritt in diese, insbesondere auch die Frauensauna, sind nur Personen berechtigt, deren primäre Geschlechtsmerkmale entsprechend sind. Der Eintrag des Geschlechts beim Standesamt und/oder im Reisepass sind nicht entscheidend.“ Nun regt sich dagegen seitens des LSVD+ Kritik. 

Durchsetzung des Hausrechts

Der Deutsche Sauna-Bund hatte dabei auch Empfehlungen für Saunabetreiber abgebeben zur Überprüfung des Geschlechts. Bereits beim Ticket-Verkauf soll das Personal so auf die primären Geschlechtsmerkmale der Gäste achten, konkret ist die Rede von einer „Sichtkontrolle des Erscheinungsbildes“, um so festzustellen, ob ein Gast männlich, weiblich oder divers wahrgenommen werde.

„Bestehen auch dann noch Zweifel, ist der Gast darauf hinzuweisen, dass für den Zugang zu dem entsprechenden Bereich das primäre Geschlechtsmerkmal ausschlaggebend ist“, so der Verband weiter. Gäste können auf Wunsch freiwillig ihr primäres Geschlechtsmerkmal aufzeigen, um „Missverständnisse auszuräumen“. Im Zweifel sollen die Saunabetreiber von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und einen Verweis aussprechen, notfalls auch mit Hilfe der Polizei. 

Debatte der Spaltung

Der Verband Queere Vielfalt (LSVD+) übt an diesen neuen Richtlinien nun scharfe Kritik. Trans-Frau Julia Monro aus dem Bundesvorstand betont so, dass hier eine Debatte angestachelt werden würde, die „nur eine Spaltung zur Folge haben kann.“ Und weiter: „Ein demokratisches Miteinander würde hingegen bedeuten, sich um Lösungen zu bemühen, wie allen Menschen in ihrer Vielfalt die Teilhabe für ein Angebot ermöglicht werden kann.“ 

Der Leitfaden würde dabei Trans-Menschen unter Generalverdacht stellen und zementiere Vorstellungen, wie Menschen auszusehen haben. „Diese Probleme werden als Teil eines Kulturkampfes gezielt konstruiert, um Minderheiten die Schuld für gesellschaftliche Spaltung zu geben“, so Monro. Die queere Aktivistin fordert von Politik und Gesellschaft, ihrer Verantwortung nachzukommen und Minderheiten zu schützen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Details über CSD-Todesopfer

Polnische Mutter starb bei Amoklauf

Das Todesopfer des Terroranschlags auf den Berliner CSD stammt aus Polen. Die Tochter der 65-Jährigen überlebte verletzt, Polen ermittelt nun selbst.
Kritik von Stefan Evers

Streit um Reaktion auf Anschlag

Nach dem Terroranschlag am Berliner CSD entbrennt zwischen CDU, Linken, Grünen und SPD ein scharfer Streit über den Umgang mit Islamismus.
Schwule Cowboys im Rampenlicht

Cowboys als Social-Media-Hit

Seit dem Nationalen Cowboy-Tag am Wochenende rücken schwule Cowboys online wieder in den Fokus – und ein altes Klischee erhält neue Aufmerksamkeit.
Sexpositive Städte weltweit

Vancouver holt deutlich auf

Die sexpositivste Stadt weltweit bleibt auch 2026 Amsterdam, doch Vancouver auf Platz 2 holt stark auf. Die erste deutsche Stadt: Köln auf Platz 4.
Kirchen im LGBTIQ+-Check

Zwischen Akzeptanz und Ablehnung

Eine neue US-Rangliste zeigt: Während einige Kirchen LGBTIQ+-Menschen vollständig gleichstellen, halten andere an einer strikten Ablehnung fest.
Australiens Volkszählung

Erstmals wird LGBTIQ+ mitgedacht

Australiens neue Volkszählung 2026 erfasst erstmals LGBTIQ+-Daten. Aktivisten sehen darin einen wichtigen Schritt für mehr Sichtbarkeit.
Lehrer kämpfen für Schutz

Ohio verschärft LGBTIQ+-Regeln

Eine Lehrerin hat in Ohio eine Kampagne angestoßen und schult Pädagogen zu LGBTIQ+-feindlichen Gesetzen gegen Schüler.
Burnhams Kabinett im Fokus

Zwischen Gleichheit und Streit

Das neue britische Labour-Kabinett unter Andy Burnham steht wegen seiner Positionen zu LGBTIQ+-Rechten derzeit verstärkt im Fokus.
HIV-Hilfe unter Druck

US-Kürzungen mit massiven Folgen

Eine neue Studie sieht massive Folgen von US-Hilfskürzungen für HIV-Programme, über 1.700 Einrichtungen weltweit mussten bereits schließen.