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Essex verbietet Pride-Werbung in öffentlichen Bibliotheken

Kritik an neuer Zensur Essex verbietet Pride-Werbung in öffentlichen Bibliotheken

mr - 03.06.2026 - 20:30 Uhr
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Der neu gewählte Reform‑UK-Kontrollrat im Essex County Council hat per Anweisung die Bewerbung von LGBTIQ+‑ und Pride‑Veranstaltungen in den öffentlichen Bibliotheken des County verboten. Das Verbot betrifft sämtliche kanalisierten Werbemittel, darunter Social‑Media‑Beiträge des Rathauses. Es folgt damit dem bisherigen Muster von Reform UK, kürzlich auch in Durham und Havering ähnliche Maßnahmen zu ergreifen.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Reform UK leitet seit den Kommunalwahlen im Mai 2026 den Essex County Council.
  • Sollte ein Bibliotheksprogramm nicht explizit bibliotheksspezifisch sein, darf es nicht mehr über die öffentlichen Kommunikationskanäle beworben werden.
  • Die öffentliche Reaktion reichte von Entrüstung („pure prejudice“, „anti‑business“) über Vergleiche mit historischer Zensur bis hin zu Bedenken hinsichtlich der Sichtbarkeit marginalisierter Gruppen.

 

Einschränkung öffentlicher Bewerbung

Bibliotheksmitarbeitende wurden angewiesen, keine LGBTIQ+-Events oder Pride‑Veranstaltungen mehr über die offiziellen Kommunikationswege – einschließlich Social Media – zu bewerben, sofern diese nicht direkt mit Bibliotheksaktivitäten verbunden sind. Die Entscheidung dazu erläuterte Chris Hossack, zuständig für Wohnen und Gemeinschaftsdienste, mit dem Argument, man müsse „vorsichtig sein, keine besonderen Gruppen oder Themen hervorzuheben“.

 

Kritik aus der Zivilgesellschaft

Der Aktivistinnen- und Aktivistenverband Save Our Libraries Essex (SOLE) bezeichnete den Schritt als „sehr beunruhigend und alarmierend“ und kritisierte, dass die Maßnahme weder Kosten noch Nutzen rechtfertige – es handele sich schlicht um Vorurteile. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass Pride‑Förderung wirtschaftsfördernd sei, da Veranstaltungen Zuspruch und damit Konsum im Kreis fördern – dem werde nun entgegengewirkt.

 

Vorgeschichtliche Entwicklungen

Das Verbot fügt sich in eine Serie vergleichbarer Entscheidungen unter Reform‑Mehrheiten ein. So wurde in Durham die Finanzierung der dortigen Pride‑Feiern gestrichen (wurde später durch Gewerkschaften wieder ermöglicht). In Havering wurde die traditionelle Hissung der Pride‑Flagge am Rathaus abgesagt – auch dort entstanden Proteste mit symbolischer Wirkung.

 

Ausblick und offene Fragen

Ob Reform‑UK dem öffentlichen Druck nachgibt oder die Regel beibehält, bleibt abzuwarten. Bibliotheken könnten auf eigene Initiative reagieren und alternativen Informationswegen nutzen. Die Maßnahme wirft grundlegende Fragen auf: Dienen Bibliotheken nur dem neutralen Zugang zu Medien, oder sollen sie auch als Orte gesellschaftlicher Sichtbarkeit fungieren?

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob lokale Proteste und Forderungen nach inklusiven Angeboten das Bibliothekspersonal oder den Rat zu einem Umdenken bewegen können.

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