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Krise der US-Filmstudios Kritik an Hollywoods Angst vor Stoffen wie „Heated Rivalry“

Von ms - 27.03.2026 - 14:30 Uhr
Krise der US-Filmstudios
Foto: HBO Max
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Die internationale Filmbranche diskutiert in diesen Wochen verstärkt über die wachsende Vorsicht und Prüderie großer US-Studios und deren Auswirkungen auf kreative Projekte. Beim internationalen Branchentreffen namens „Series Mania Forum“ in der nordfranzösischen Stadt Lille wurde jetzt am Beispiel der Serie „Heated Rivalry“ deutlich, dass Filmschaffende zunehmend alternative Produktionsstandorte suchen.

Betonung auf Authentizität

Der kanadische Regisseur Jacob Tierney hatte sein Projekt ursprünglich mit einem US-Streaminganbieter umsetzen wollen, sah sich dort jedoch mit extremen inhaltlichen Vorgaben konfrontiert. „Zum Beispiel wollten sie, dass die erste explizite Sex-Szene erst in Episode 5 stattfindet, um die Romantik abzuschwächen“, sagte Julie Roy, Geschäftsführerin von Téléfilm Canada. Tierney habe sich daraufhin entschieden, nach Kanada zurückzukehren. „Er entschied sich, nach Kanada zurückzukehren, und ein großes Lob an Crave, die den Mut hatten, das gesamte Projekt zu unterstützen“, so Roy weiter. „Für mich ist das ein großartiges Beispiel dafür, nicht vor Hollywood einzuknicken und authentisch zu bleiben. Authentizität funktioniert wirklich.“ Und Sex-Szenen seien dabei durchaus ein wichtiger Faktor. 

Die Entwicklung fällt in eine Phase, in der Hollywood verstärkt auf etablierte Formate und weniger auf originelle Stoffe setzt. Branchenbeobachter sehen darin eine Folge wirtschaftlicher Unsicherheiten und strategischer Neuausrichtungen, etwa nach Unternehmensverkäufen und Debatten um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Inzwischen werden schwule Charaktere sogar wieder aus Filmen herausgeschnitten.

Glaube an neue Stoffe jenseits des Mainstreams 

Nach Angaben von Roy zeigt der Erfolg von „Heated Rivalry“, dass alternative Märkte von dieser Entwicklung profitieren könnten. Die Serie sei inzwischen bereits zum fünften Mal von „einer hohen Zahl an Menschen“ gesehen worden. „Die Vielfalt Kanadas, der Reichtum seiner Perspektiven und seiner Erzähler ist ein großer Vorteil. Aber es ist auch eine Branche. Es ist wichtig, das hervorzuheben. In Kanada entspricht der wirtschaftliche Einfluss der Kreativindustrie dem der Luft- und Raumfahrtindustrie und ist größer als der der Fischerei- und Automobilbranche.“

Auch andere Branchenvertreter betonten auf dem Forum die Chancen für internationale Produktionen. „Es stimmt, dass die Chancen und Möglichkeiten, die sich eröffnet haben, sehr groß sind, und das bringt uns dazu, beim Erzählen von Geschichten neue Wege zu gehen“, sagte Mariela Besuievsky vom spanischen Unternehmen Tornasol Media. „Mir gefällt, was du über ‚Heated Rivalry‘ gesagt hast: Man muss seinen eigenen Weg finden und wirklich daran glauben, dass das, was man erzählt und wie man es erzählt, das Publikum erreichen wird.“

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