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Krieg der Schokolinsen Wie eine lila Schokolinse den US-Kulturkampf erneut befeuert

Von ms - 25.01.2023 - 13:00 Uhr
Krieg der Schokolinsen
Foto: iStock / sanfel
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Der Kulturkampf in den USA gegen die LGBTI*-Community nimmt bisweilen seltsame Formen an und lässt immer mehr die Frage aufkommen: Kopfschütteln oder doch einfach nur lachen? Im jüngsten Fall geht es um die sprechenden M&M-Schokolinsen des US-Lebensmittelkonzerns Mars. Nach heftiger Kritik seitens rechter US-Agitatoren zog das Unternehmen jetzt die Notbremse und stoppte vorerst die jüngst angelaufene Werbekampagne. Warum? Die bunten Schokolinsen sollen heimlich Werbung für die LGBTI*-Community gemacht haben.

Ein Drops für Akzeptanz schmeckt nicht jedem

Bisher war es für die amerikanischen Sittenwächter vollkommen in Ordnung, wenn die sprechenden Schokolinsen in den kurzen TV-Spots angebissen, halb oder sogar ganz bei lebendigem Leib aufgegessen wurden – keiner fragte danach, ob diese Art von Schoko-Kannibalismus vielleicht zarte Kinderseelen verstören könnte. Doch nun ist Schluss, denn Mars stellte eine neue M&M-Figur vor: Einen lilafarbenen Drops, der weiblich sein soll und nach Angaben des Unternehmens für “Akzeptanz und Inklusion“ stehe. Während die mehrheitlich männlichen Schokolinsen sich über die neue lila Bohne offensichtlich freuten, witterten die US-Sittenwächter und allen voran der rechtsgerichtete TV-Sender Fox News sofort eine “woke“ Werbekampagne, denn immerhin kommt die Farbe Lila auch in der LGBTI*-Community vor.

Das lesbische Lila

Nein, kein Scherz. Da die Farbe Lila in der Community hauptsächlich mit Lesben aber auch durchaus zudem mit queeren Menschen in Verbindung gebracht wird, hagelte es Kritik. Die Schokolinsen würden politisieren und aus den kannibalen-freundlichen US-Kindern plötzlich Schwule und Lesben machen – und das geht natürlich gar nicht.   

Ein Giftschrank für lesbische Schokolade

Die Aufregung steigerte sich in den vergangenen Tagen in den USA so sehr, dass Mars schlussendlich die gesamte Kampagne einstampfte und erklärte, sie hätten verstanden, dass selbst solch kleine Aspekte bei Süßigkeiten polarisieren können. „Das ist das Letzte, was wir wollten. Unser Ziel ist vielmehr, die Menschen zusammenzubringen.“

Sprachs und sperrte die lila lesbische Schokolinse auf unbestimmte Zeit in den Werbe-Giftschrank. Im ursprünglichen Kontext steht die Farbe Lila übrigens unter anderem für die Tugend – ein wenig mehr davon überzuckert mit einer dicken Schokoglasur aus Mut hätte dem Unternehmen Mars durchaus gutgetan. Aber andererseits zeigt sich mit einem Blick auf die runden Schokolinsen ja bereits sofort: Sie haben leider kein Rückgrat. 

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