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Kenias LGBTI*s kämpfen um Rechte „Ich musste das ganze Trauma bekämpfen, bevor ich akzeptieren konnte, wer ich wirklich bin!"

Von ms - 28.02.2022 - 16:42 Uhr
LGBTI*s kämpfen erstmals um ihre Rechte // © IMAGO / ZUMA Wire
Foto: LGBTI*s kämpfen erstmals um ihre Rechte // © IMAGO / ZUMA Wire
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Kenia ist kein Land, in dem man als queerer Mensch gerne leben möchte. Homosexuelle Handlungen zwischen Männern werden mit bis zu 14 Jahren Haft verurteilt, es gibt keine Schutzrechte für LGBTI*-Personen und die HIV-Situation in der Community ist alarmierend.

Vor einem guten Jahrzehnt wollte die Regierung deswegen sogar eine Zählung von Homosexuellen durchführen lassen. Queere Menschen leben bis heute in Kenia im Untergrund – nur in der Hauptstadt Nairobi gibt es mehrere Organisationen, die sich für die Legalisierung der Homosexualität einsetzen und aktiv über HIV informieren.

Zuletzt brachte nun die Forderung des Kabinettssekretärs für Bildung, George Magoha, das Fass für LGBTI*-Menschen zum Überlaufen, als dieser verlangte, dass schwule und lesbische Schüler von Internatsschulen ausgeschlossen werden sollten. Ohne Schulausbildung allerdings ist für queere Kenianer jede Chance vertan, jemals ihre eigene Situation zu verbessern oder beispielsweise in ein Land zu reisen, das LGBTI*-Rechte im Gesetz verankert hat.

Dagegen formiert sich jetzt erstmals lautstark queerer Protest in Kenia – ein mutiges Unterfangen!

In den letzten Wochen gingen immer wieder Gruppen von jungen LGBTI*-Menschen auf die Straßen von Nairobi und forderten ein Umdenken. Eine der größten Gruppen nennt sich Queer Republic. Dabei handelt es sich zumeist um Schüler, die damit den sofortigen dauerhaften Schulverweis riskieren.

Trotzdem demonstrieren sie laut Voice of America News immer wieder lautstark und sichtbar für eine Veränderung. Sie schwenken Regenbogenflaggen und auf ihren Schildern ist zu lesen: „Gay Rights are Human Rights“ sowie „Queere Kids haben ein Anrecht auf Sicherheit in der Schule.“ Auf einem weiteren Plakat wird klargestellt, dass Eltern nichts falsch gemacht haben, wenn ihr Kind homosexuell ist – versagt haben Eltern erst, wenn sie ihre queeren Kinder verleugnen würden.  

In der südafrikanischen Zeitung Mail & Guardian beschrieb auch die 25-jährige pansexuelle Jill ihr Martyrium. Da sie nicht weiblich genug aussah, schleppte sie schon früh einen ganzen „Koffer an Schuldgefühlen“ mit sich herum. In der Schule schließlich wurde sie fälschlicherweise beschuldigt, eine Lesbe zu sein und im Schullabor Gruppensex gehabt zu haben, nur um sie von der Schule suspendieren zu können. Es hat lange gedauert, bis sie mit dieser Situation umgehen konnte: "Ich musste das ganze Trauma bekämpfen, das mit dem verbunden war, was sie dachten, was ich war, bevor ich akzeptieren konnte, wer ich wirklich bin."

Die Schulkultur in Kenia ist nach wie vor weitgehend von den christlichen Missionaren geprägt - allein die katholische Kirche besitzt rund ein Drittel aller weiterführenden Schulen. Dabei wird selbst von führenden Vertretern des säkularen Staates noch immer eine Bildungspolitik angewandt, die die christlichen Lehren als Gesetz verankert sieht.

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