Hospiz für LGBTIQ+-Menschen „Bahnbrechende Einrichtung“ sorgt für Schlagzeilen in England
In East Sussex im Südosten Englands entsteht das erste Hospiz speziell für LGBTIQ+-Menschen im Vereinigten Königreich. Die Gesundheitsbehörde NHS spricht von einer „bahnbrechenden Entwicklung“, die darauf abzielt, integrative Pflege mit Fachwissen zu kombinieren, gerade auch, aber nicht nur im Bereich HIV.
Von und für die Community
Ins Leben gerufen wird die Einrichtung von der Wohltätigkeitsorganisation Sussex Beacon in Brighton, die seit mehr als 30 Jahren Palliativ- und Sterbebegleitung für HIV-Infizierte anbietet. Das neue Hospiz soll explizit für LGBTIQ+-Menschen mit und ohne HIV angeboten werden. „Die Community hat das Beacon in den 80er Jahren aufgebaut, und jetzt geben wir es sozusagen zurück – wir sind sehr begeistert!“, so Geschäftsführerin Rachel Brett gegenüber der BBC.
In den 1980er und 1990er Jahren sammelte das Team von Sussex Beacon viel Erfahrung im Umgang mit besonders stigmatisierten und marginalisierten Menschen – dieses Wissen solle nun dazu beitragen, gesundheitliche Ungleichheit und Stigmatisierungen von LGBTIQ+-Briten im Gesundheitswesen entgegen zu wirken.
Angst vor Diskriminierung
Wie wichtig und nötig dieser Schritt immer noch ist, zeigen Studien der letzten Jahre; so ergab eine Befragung der queeren Organisation Stonewall, dass 14 Prozent aller LGBTIQ+-Menschen auf der Insel aus Angst vor Diskriminierung durch das Personal keine Gesundheitsversorgung in Anspruch nimmt.
Zu ähnlichen Ergebnissen kam ein Bericht von Hospice UK: Viele Homosexuelle und queere Personen empfinden die Gesundheitsversorgung als unfreundlich, unsensibel und wenig hilfreich. „Das Sussex Beacon ist in einer einzigartigen Position, um dies jetzt zu ändern“, so Brett weiter, die überdies betonte: „Wir werden nicht nur eine integrative Palliativversorgung anbieten, sondern auch als nationale Ressource fungieren und anderen Hospizen helfen, ihre Dienstleistungen für LGBTIQ+-Patienten zu verbessern.“
Unschätzbarer Wert für Großbritannien
Zuspruch kommt auch von der britischen Gesundheitsbehörde NHS, Chefärztin Dr. Amy Dissanayake bekräftigte: „Neben der Hospizbetreuung ist die Erfahrung des Hospizes in der Betreuung von HIV-Infizierten in den Gemeinden von unschätzbarem Wert und unterstützt unser Ziel, die Betreuung so weit wie möglich aus den Krankenhäusern in die Gemeinden zu verlagern.“ Unterstützung gibt es auch von den Einwohnern vor Ort, wie der Abgeordnete für Brighton Kemptown und Peacehaven, Chris Ward, gegenüber der BBC beteuerte: „Das Beacon hat einen stolzen Platz im Herzen der lokalen Gemeinschaft!“