Direkt zum Inhalt
US-Schauspieler Jonathan Joss ist tot
ANZEIGE

Homophober Mord? Wurde der beliebte Seriendarsteller aus Homophobie erschossen?

ms - 04.06.2025 - 09:30 Uhr
Loading audio player...

Der beliebte US-Serienschauspieler Jonathan Joss (✝59) wurde am vergangenen Sonntag vor seinem ehemaligen Anwesen in Texas erschossen. Der mutmaßliche Täter, sein Nachbar, soll aus Schwulenhass gemordet haben. 

Beliebter Schauspieler und Sprecher

Joss war Comanche und White Mountain Apache und spielte in vielen Kinofilmen sowie vor allem erfolgreichen US-Serien mit, darunter „Emergency Room“, „Walker, Texas Ranger“ oder zuletzt auch „Tulsa King“ neben Sylvester Stallone. Seine größten Erfolge feierte er als Chief Ken Hotate in der Serie „Parks and Recreation“ sowie als die Stimme von John Redcorn in zwölf Staffeln der US-Zeichentrickserie „King of the Hill“. Im Februar dieses Jahres heiratete Joss seinen Freund Tristan Kern de Gonzales am Valentinstag.  

Schicksalsschlag zu Beginn des Jahres

Im Januar 2025 verlor Joss sein Haus in San Antonio, als dieses abbrannte. Joss erklärte erst vor wenigen Tagen Ende Mai, dass das Feuer kein Unfall gewesen sei, sondern das Haus absichtlich wegen seiner Homosexualität niedergebrannt worden wäre. Wenige Tage darauf am vergangenen Sonntag fuhr der Schauspieler zusammen mit seinem Mann zum abgebrannten Haus, um die Post mitzunehmen und geriet dabei mit seinem Nachbarn Sigfredo Alvarez Ceja in Streit – dieser soll ihn schlussendlich mit drei Schüssen in Hals und Oberkörper erschossen haben. Sanitäter konnten Joss nicht mehr helfen, er starb vor seinem Haus an den Schussverletzungen.

Die Polizei bestätigte, den Tatverdächtigen noch vor Ort festgenommen zu haben, der die Tat gegenüber den Beamten auch zugab. Inzwischen wurde Ceja wegen Mordes angeklagt. Nach Aussagen von Zeugen aus der Nachbarschaft hatte es wohl öfters Streitigkeiten zwischen dem 59-Jährigen und Ceja gegeben.   

Mord aus Homophobie?

Ehemann Tristan Kern de Gonzales erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press: „Er wurde ermordet. Da konnte jemand nicht ertragen, dass zwei Männer sich lieben.“ Später erklärte de Gonzales via Facebook, dass sie seit zwei Jahren immer wieder Drohungen aufgrund ihrer Homosexualität erlebt hatten: „Dieses Haus wurde niedergebrannt, nachdem wir über zwei Jahre lang von Leuten aus der Gegend bedroht worden waren, die uns wiederholt sagten, sie würden es in Brand setzen. Wir meldeten diese Drohungen mehrfach den Strafverfolgungsbehörden, aber es wurde nichts unternommen. Während dieser ganzen Zeit wurden wir regelmäßig von Personen belästigt, die deutlich machten, dass sie unsere Beziehung nicht akzeptierten. Viele der Belästigungen waren offen homophob.“ 

Eskalation nach Leichenfund 

Durch das Feuer verbrannten auch die vier Hunde des Paares – am vergangenen Sonntag fanden die beiden Männer auf dem Grundstück den Schädel eines der Tiere, was sie beide zum Weinen brachte. „Während wir das taten, kam ein Mann auf uns zu. Er fing an, uns heftige homophobe Beleidigungen zuzuschreien. Dann hob er eine Waffe aus seinem Schoß und feuerte. Jonathan und ich hatten keine Waffen. Wir haben niemanden bedroht. Wir haben getrauert. Wir standen Seite an Seite. Als der Mann schoss, schob Jonathan mich aus dem Weg. Er hat mir das Leben gerettet."

Zudem erklärte Gonzales: „Jonathan war mein Mann. Er hat mir in unserer gemeinsamen Zeit mehr Liebe gegeben, als die meisten Menschen je bekommen. Wir waren frisch verheiratet. Wir hatten uns den Valentinstag ausgesucht. Wir waren gerade dabei, einen Wohnwagen zu suchen und unsere Zukunft zu planen. Er wurde von jemandem ermordet, der den Anblick zweier Männer, die sich lieben, nicht ertragen konnte.“ 

Nach Angaben der BBC ist sich die texanische Polizei indes bisher nicht sicher, ob es sich wirklich um ein homophobes Hassverbrechen handelt: „Derzeit haben die Ermittlungen keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass der Mord an Herrn Joss mit seiner sexuellen Orientierung zusammenhängt. Die Ermittler nehmen diese Anschuldigungen sehr ernst und haben alle verfügbaren Informationen gründlich geprüft. Sollten neue Beweise ans Licht kommen, wird der Verdächtige entsprechend angeklagt werden“, so die Polizei. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry kehrt zurück

Staffel 2-Drehstart steht bevor

Connor Storrie und Hudson Williams stimmen Fans mit einem gemeinsamen Auftritt in Toronto auf die zweite Staffel von „Heated Rivalry“ ein.
Überraschung bei Heartstopper

Gelöschte Sex-Szenen enthüllt

Die „Heartstopper“-Stars verrieten jetzt: Netflix strich den Großteil der gedrehten Sex-Szenen aus dem Abschlussfilm, einiges sei wie "Porno" gewesen.
Autor Benjamin Alire Sáenz

Abschied von einem Erzähler

Der Schriftsteller Benjamin Alire Sáenz, bekannt für „Aristoteles und Dante“, ist im Alter von 71 Jahren gestorben.
Dritte Festnahme von Drake Von

Pornostar wird abermals inhaftiert

Adultdarsteller Drake Von ist jetzt zum dritten Mal in diesem Jahr festgenommen worden. Gegen ihn laufen inzwischen mehrere Strafverfahren.
Haft wegen Regenbogen-Shirt

Russland verschärft Repressionen

Ein russischer Kommunalwahlkandidat muss wegen eines Regenbogen-T-Shirts zehn Tage in Haft und darf nicht mehr kandidieren.
KI-Brillen sorgen für Kritik

Warnung vor Überwachungsrisiko

KI-Brillen von Meta könnten laut Kritikern neue Formen staatlicher Überwachung ermöglichen und besonders Minderheiten wie LGBTIQ+ gefährden.
Rätselhafter Tod in Dublin

Leiche in Recyclinganlage entdeckt

Ein obdachloser schwuler Mann wurde tot in einer Müllanlage in Dublin gefunden. Die Polizei schließt ein mögliches Verbrechen nicht aus.
Hardcore in Österreich

Alterscheck für alle Pornoseiten

Österreich plant ab 2027 verpflichtende Alterskontrollen für Pornoseiten. Kritiker warnen vor Risiken für Datenschutz und Anonymität.
Uni-Rauswurf in Nigeria

Schwule Studenten exmatrikuliert

Eine nigerianische Universität hat jetzt zwei männliche Studenten wegen einer homosexuellen Beziehung von der Hochschule geworfen.