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Hetzjagd in Kamerun LGBTIQ+-Menschenrechtskämpfer lebt jetzt im Untergrund

Von ms - 04.09.2026 - 08:00 Uhr
Hetzjagd in Kamerun
Foto: FASH Medien Archiv KI
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Die Community in Kamerun ist in diesen Tagen erneut unter Schock: Ein bekannter LGBTIQ+-Menschenrechtsverteidiger musste nach einem brutalen Angriff durch eine Menschenmenge aus seiner Wohnung in der kamerunischen Hauptstadt Yaoundé fliehen. Aus Angst vor weiteren Übergriffen hält er sich seitdem an einem geheimen Ort versteckt. Aktivisten vor Ort betonen, dass der jüngste Fall zeige, wie gefährlich die Lebensrealität für Homosexuelle im Land inzwischen geworden ist. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Ein LGBTIQ+-Menschenrechtsverteidiger wurde in Kameruns Hauptstadt Yaoundé von einem Mob angegriffen.
  • Der Aktivist floh aus seiner Wohnung und hält sich aus Sicherheitsgründen seitdem versteckt.
  • Der Fall verdeutlicht nach Einschätzung von Menschenrechtsorganisationen die lebensgefährlichen Risiken für LGBTIQ+-Aktivisten in Kamerun.

Jagd auf schwulen Aktivisten 

Der Betroffene wird vom queeren Verband 76crimes aus Sicherheitsgründen lediglich Patrick genannt. Weder sein vollständiger Name noch der Name seiner Organisation werden veröffentlicht. Die Organisation gehört der Unity Platform an, einem Zusammenschluss von 34 Gruppen, die sich für die Rechte von LGBTIQ+-Menschen einsetzen und unter Aktivisten in Kamerun bekannt sind. Der Vorfall ereignete sich in der Hauptstadt Yaoundé. Patrick wurde nach Angaben des Berichts von einem Mann angegriffen, dem er bereits einige Wochen zuvor begegnet war. Damals hatten Jugendliche ihn in einer kompromittierenden Situation mit einem anderen Mann überrascht.

Der Angriff eskalierte innerhalb kurzer Zeit. Auf Patricks Hilferufe hin kamen Nachbarn hinzu, warfen ihm Unmoral vor und forderten, er müsse „korrigiert“ werden. Um seinen Angreifern zu entkommen, verließ Patrick seine Wohnung und suchte Schutz in den Büroräumen seiner Organisation. Zwar verschloss eine hilfsbereite Nachbarin anschließend seine Wohnung und gab ihm später den Schlüssel zurück, dennoch traut er sich nicht mehr in sein Viertel. „Ich weiß, dass ich dort nicht lebend herauskommen werde, wenn ich dieses Viertel noch einmal betrete. Ich habe kein Zuhause mehr, keine Sicherheit, keine Stabilität“, so der junge schwule Mann. 

Gefährliche Lage in Kamerun 

Nach Einschätzung von queeren Menschenrechtsorganisationen steht sein Fall beispielhaft für die Situation vieler Menschenrechtsverteidiger in Kamerun. Sie seien regelmäßig gezielten Angriffen, Bedrohungen aus ihrem Umfeld, Zwangsräumungen, fehlenden Schutzmechanismen und einer äußerst unsicheren Wohnsituation ausgesetzt, so ein Sprecher von Unity Platform.  In Kamerun ist Homosexualität weiterhin strafbar. Dadurch seien Aktivisten, die sich für die Rechte von LGBTIQ+-Menschen einsetzen, besonderen Gefahren ausgesetzt. Viele Menschenrechtsverteidiger erinnerten sich noch immer an die brutale Ermordung des Aktivisten und Journalisten Eric Ohena Lembembe im Jahr 2013. 

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