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Heiratsantrag bei den Gay Games

Heiratsantrag bei Gay Games Große Emotionen nach Basketball-Finale

ms - 08.07.2026 - 15:30 Uhr
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Die Gay Games haben für zwei brasilianische Teilnehmer einen besonders emotionalen Höhepunkt erlebt. Unmittelbar nach dem Finale des Basketballturniers machte Felipe Graça seinem langjährigen Partner Raul Lima auf dem Spielfeld einen Heiratsantrag. Die Szene wurde von Mitspielern und Zuschauern mit großem Applaus gefeiert und verbreitete sich anschließend in den sozialen Medien.

Das Wichtigste im Überblick

  • Zwei brasilianische Teilnehmer der Gay Games haben sich nach dem Basketball-Finale in Valencia verlobt.
  • Felipe Graça überraschte seinen Partner Raul Lima mit einem Heiratsantrag direkt auf dem Spielfeld.
  • Das Paar sieht den Moment als Zeichen für Liebe, Sichtbarkeit und den Zusammenhalt der LGBTIQ+-Community.
  • Für beide Männer wurden die Gay Games weit mehr als ein Sportwettbewerb.

Sieger der Herzen

Graça, ein 36-jähriger Zahnarzt aus São Paulo, war nach Valencia gereist, um bei den Gay Games im CrossFit anzutreten und seinen Partner zu unterstützen. Raul Lima ist Mitgründer, Manager und Starting Power Forward der BQT Boys. Das Team feierte bei den Spielen sein Debüt und gewann auf Anhieb die Silbermedaille. Im Endspiel der offenen Klasse mussten sich die BQT Boys den New York CheerStarz denkbar knapp mit 46:47 geschlagen geben. Direkt nach der Partie trat Graça mit einem Mikrofon auf das Spielfeld, rief seinen Partner aus dem Zuschauerbereich zu sich, kniete sich vor ihm nieder und zog einen Verlobungsring hervor.

Für Lima kam der Antrag völlig unerwartet. „Der Heiratsantrag war eine komplette Überraschung! Ich hatte absolut keine Ahnung, was gerade passiert.“ Als sein Partner das Mikrofon erhielt, habe er zunächst geglaubt, dieser wolle lediglich einige Worte zum Turnier sagen. „Als Felipe nach vorne gerufen wurde, dachte ich ehrlich gesagt, er würde einfach eine Dankesrede für unser Team halten.“

Antrag auf dem Spielfeld 

Während Graça seine Ansprache auf Portugiesisch hielt, sei vielen Menschen in der Halle zunächst gar nicht klar gewesen, worauf sie hinauslief. Erst nach und nach habe auch Lima verstanden, was geschah. „Doch in dem Moment, als ich begriff, dass sich etwas viel Schöneres entwickelte, schossen mir die Tränen in die Augen und ich rannte direkt zu Felipe.“ Beim späteren Anschauen der Aufnahmen sei ihm aufgefallen, dass auch das Publikum den besonderen Moment erst erkannte, als Graça vor ihm auf die Knie ging. „Erst als er sich hinkniete, begriffen die meisten Zuschauer, was eigentlich passierte.“

Lima nahm den Ring an und beantwortete den Antrag mit einem begeisterten Ja. Teamkollegen und Zuschauer feierten das Paar mit lang anhaltendem Jubel. Dass der Antrag auf einem Basketballfeld stattfand, war für Graça kein Zufall. Sport bilde seit Beginn ihrer Beziehung einen wichtigen Bestandteil ihres gemeinsamen Lebens. Das Paar ist seit vier Jahren zusammen und lebt mit seinem Hund Bubba in São Paulo. „Ich liebe Sport, und genau das verbindet uns“, sagte Graça. Obwohl er selbst im CrossFit-Wettbewerb gestartet sei, fühle er sich eng mit den BQT Boys verbunden. „Unser Team verbindet ein gemeinsames Ziel: Basketball zu spielen und gemeinsam eine gute Zeit zu haben.“

Statement für gemeinsame Liebe

Auch die Entscheidung, den Antrag öffentlich bei den Gay Games zu machen, sei bewusst gefallen. „Raul ist so liebevoll zu mir. Wir sind echte Partner, kümmern uns umeinander. Deshalb möchte ich es offiziell machen und ihn zu meinem Ehemann haben.“ Zugleich hoffe er, mit diesem Moment anderen Menschen Mut machen zu können. „Ich glaube, die Welt braucht mehr Liebe, und ich freue mich, wenn wir andere Menschen inspirieren können.“ Die Gay Games gelten als größte inklusive Multisportveranstaltung der Welt. In Valencia kamen Athletinnen und Athleten aus mehr als 80 Ländern zusammen. Im Mittelpunkt stehen neben dem sportlichen Wettbewerb vor allem Vielfalt, Offenheit und die gleichberechtigte Teilhabe von LGBTIQ+-Menschen.

Für Raul Lima waren die Spiele deshalb weit mehr als ein Turnier. Der Architekt, der in Brasilien ein eigenes Unternehmen führt, sagte, erst in Valencia habe er die Größe und Bedeutung der Veranstaltung wirklich begriffen. Besonders beeindruckt hätten ihn ältere Teilnehmer. „Vor den Gay Games dachte ich immer, das könnte meine letzte Chance sein, ein Turnier dieser Größe zu erleben.“ Dieser Eindruck habe sich grundlegend verändert. „Als ich Sportlerinnen und Sportler über 50 mit so viel Leidenschaft antreten sah, erfüllte mich das mit großer Freude. Was ich früher als Altersgrenze empfand, ist heute meine Motivation. Ich freue mich schon auf Perth 2030 und alles, was danach kommt.“

Zusammenstehen in schwierigen Zeiten

Ebenso bewegend seien die Begegnungen mit Sportlerinnen und Sportlern aus Ländern gewesen, in denen Homosexualität noch immer strafbar ist. „Als Teammanager hatte ich das Privileg, die unglaublich unterschiedlichen Lebenswege der Menschen kennenzulernen, die nach Valencia gekommen sind.“ Diese Gespräche hätten ihn tief berührt. „Es hat mich tief bewegt, Sportlerinnen und Sportler kennenzulernen, die aus Ländern kommen, in denen Homosexualität noch immer kriminalisiert wird. Das hat mir gezeigt, wie widerstandsfähig unsere Community ist.“

Seit dem Heiratsantrag werden Videos der Szene weltweit in den sozialen Netzwerken geteilt. Viele Menschen haben dem Paar ihre Glückwünsche ausgesprochen. „So viele Menschen sind auf uns zugekommen und haben uns wunderbare Dinge gesagt. Das hat mir gezeigt, dass Liebe wirklich eine universelle Sprache ist.“ Für Felipe Graça steht fest, dass der Antrag auch eine Botschaft vermitteln soll. „In einer Welt voller Hass und Kriege müssen wir zusammenstehen und zeigen, dass wir in einer friedlichen Welt leben wollen.“ Zugleich sei für ihn ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen: „Es macht mich glücklich, anderen Menschen Freude zu bereiten und gleichzeitig gemeinsam mit dem Menschen, den ich liebe, einen Traum zu verwirklichen.“

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