Hasskriminalität nimmt zu Keir Starmer: Angriff auf queere Nichte erschüttert Politik
Eine Welle der Empörung hat das Vereinigte Königreich erfasst, nachdem Premierminister Keir Starmer öffentlich machte, dass seine Nichte und deren Ehefrau Opfer eines homophoben Angriffs wurden. Nur wenige Monate nach ihrer Hochzeit wurden sie in ihrer Stadt auf offener Straße gewaltsam attackiert, laut Starmer allein aus dem Grund, dass sie Händchen hielten. Die Tat löste beim Regierungschef eine selten offen gezeigte Wut aus und stellt erneut die Sicherheit queerer Menschen im modernen Großbritannien zur Diskussion.
Gewalt gegen homosexuelle Paare
Obwohl die gesellschaftliche Akzeptanz für lesbische, schwule, bisexuelle und trans* Menschen in vielen Teilen Europas gewachsen ist, zeigen aktuelle Zahlen, dass Hassverbrechen gegen LGBTIQ+-Menschen weiter zunehmen. In Großbritannien wurden laut Behördenangaben 2024 demnach fast 35.000 Fälle von Hasskriminalität aufgrund sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität gemeldet, ein Anstieg um über 30 Prozent gegenüber den Vorjahren. Initiativen für mehr Sichtbarkeit wie die Öffnung der Ehe oder Anti-Diskriminierungsgesetze stehen damit einer erschreckenden Realität gegenüber: Diskriminierung und Gewalt sind für viele Betroffene noch immer Alltag. Besonders erschreckend: Auch in Deutschland meldeten Beratungsstellen und staatliche Stellen zuletzt wiederholt eine Zunahme gewalttätiger Übergriffe auf queere Paare.
Die unmittelbare Reaktion von Keir Starmer, der schockiert festhielt, dass er „dachte, diese Zeiten seien vorbei“, machte deutlich, wie tief der Angriff auch politisch wirkt:
„Zu erleben, wie meine eigene Nichte auf offener Straße zusammengeschlagen wird, weil sie lesbisch ist – das hat mich absolut fassungslos gemacht. Ich dachte, Zeiten, in denen Menschen für ihre sexuelle Identität verprügelt werden, lägen hinter uns.“ – Keir Starmer, Premierminister des Vereinigten Königreichs
Hinter Starmers Empörung schwingt auch politische Brisanz mit: Der Premierminister hatte sich in den letzten Monaten mehrfach zur Spaltung der britischen Gesellschaft und zur Problematik wachsender gesellschaftlicher „toxischer Gräben“ geäußert. Dennoch stand er selbst für eine uneinheitliche Haltung zur rechtlichen Anerkennung von trans* Menschen unter öffentlicher Kritik.
Angriffe wie jener auf Starmers Familie befeuern die Debatte um die Verantwortung von Politik und Gesellschaft im Kampf gegen Hasskriminalität. Schutz und Akzeptanz queerer Menschen stehen wieder ganz oben auf der Tagesordnung, nicht nur im Vereinigten Königreich, sondern auch für Deutschland, wo ähnlich gelagerte Fälle für Betroffenheit sorgen.