Direkt zum Inhalt

Grausame Gewalt gegen Schwule 63 Menschen wurden aufgrund ihrer Homosexualität öffentlich gefoltert

Von ms - 05.06.2024 - 12:00 Uhr
Grausame Gewalt gegen Schwule
Foto: iStock / ascentcreativeuk
ANZEIGE
Loading audio player...

Zum wiederholten Mal ist es jetzt zu dokumentierten Folterungen von Homosexuellen in Afghanistan gekommen – in einem Stadion wurden dabei insgesamt 63 homosexuelle Menschen nach dpa-Angaben öffentlich ausgepeitscht. Zuvor hatte ein Gericht in der zentralafghanischen Provinz Sar-i Pul die Schwulen und Lesben dazu verurteilt. 

Folter und Missbrauch sind Alltag

Den 49 Männern und 14 Frauen wurden nebst homosexuellen Handlungen auch „moralische Verbrechen“ sowie Diebstahl vorgeworfen. Vollzogen wurden die brutalen Auspeitschungen von Mitgliedern der Taliban, die seit der erneuten Machtergreifung im August 2021 systematisch Jagd auf Homosexuelle im Land machen. 

Tagtäglich verschwinden seitdem schwule Männer oder werden „verhaftet, eingesperrt, gefoltert, sexuell missbraucht oder ausgebeutet, gegen ihren Willen zwangsverheiratet und zu Tode gesteinigt. Andere werden in den Selbstmord getrieben“, so die Organisation All-Out. Bereits im November letzten Jahres erklärte sie die Lage vor Ort als aussichtslos. 

Verhalten der Bundesregierung sei „skandalös“

Ein paar wenige Schwule und Lesben konnten nach einer jahrelangen Hinhaltetaktik der deutschen Bundesregierung über Umwege aus dem Land gerettet werden, allen anderen drohen Folter und der Tod. Die Linke.queer warf in diesem Zusammenhang der Ampel-Koalition vor, gescheitert zu sein. Die Bilanz der Bundesregierung sei „skandalös und ein Hohn für diejenigen, denen man vollmundige Versprechen gemacht hat.“ 

Schwule und Lesben leben in ständiger Angst vor Inhaftierung, Folter und Tod, Verstecke gibt es kaum noch und die Grenzen wurden von den Taliban immer weiter abgeriegelt. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die Taliban auch die letzten Homosexuellen im Land aufgespürt haben. 

Anzeige

Auch Interessant

Schwules Paar getötet

60 Jahre Haft für Ex-Polizeichef

Polizisten töteten Eldin und Milton in Guatemala. Zwei Täter erhalten je 60 Jahre Haft. Tonaufnahmen halfen, das Verbrechen aufzuklären.
Heated Rivalry im Kino

Romanze auf großer Leinwand

„Heated Rivalry“ kommt im November in britische und US-Kinos. Zugleich erscheint ein weiterer Film mit Hauptdarsteller Connor Storrie.
Letzte Küsse in der Kutsche

Romantik auf Abschiedstour

New York hat das Ende der Pferdekutschen im Central Park beschlossen. Für schwule Paare verschwindet damit ein besonders romantisches Erlebnis.
Schwuler Volleyballstar

Japan erlebt einen Wandel

Japans Volleyballprofi Rui Takahashi spricht über sein Coming-Out, die Angst vor dem Karriereende und die Unterstützung seines Bruders Ran.
Schwere Vorwürfe gegen Graham

Drei schwule Sexarbeiter berichten

Drei Sexarbeiter behaupten in einer neuen Dokumentation, vom verstorbenen US-Senator Lindsey Graham für sexuelle Kontakte bezahlt worden zu sein.
Haiti verschiebt die Wahlen

Zehn Jahre ohne Urnengang

Haitis Wahlen werden erneut verschoben. LGBTIQ+-Aktivisten warnen vor wachsender Unsicherheit und einer politischen Krise ohne absehbares Ende.
Neue Vorwürfe in Turkmenistan

Psychiatrie wird zum Albtraum

Neue Berichte über Zwangseinweisungen und Misshandlungen zeigen die dramatische Lage homosexueller Menschen in Turkmenistan.
Gewalt gegenüber Asexuellen

Studie zeigt starke Diskriminierung

Ein neuer internationaler Bericht dokumentiert Gewalt und Diskriminierung gegen asexuelle Menschen und fordert besseren gesetzlichen Schutz.
Regenbogenfamilien im Fokus

Rund 300 Menschen feiern Vielfalt

Bei der Regenbogenfamilienkonferenz in Mannheim forderten LGBTIQ+-Familien mehr rechtliche Sicherheit, Unterstützung und gesellschaftliche Anerkennung