Direkt zum Inhalt
Gottesdienst mit Pride-Flagge

Gottesdienst mit Pride-Flagge Kontroverse in Sivilla um Akt der Inklusion

ms - 20.11.2025 - 13:30 Uhr
Loading audio player...

Empörung und landesweite Aufregung in Spanien: In der historischen Stadt Sevilla entschloss sich Priester Francisco Javier Rodríguez in diesen Tagen während des Gottesdienstes eine Pride-Flagge neben dem Altar in der Kirche Santa María la Real zu präsentieren. Eine rein symbolische Geste als ein Akt von Inklusion und Akzeptanz. Der Protest indes ließ nicht lange auf sich warten, konservative Gläubige und Mitglieder der katholischen Vereinigung Orate verurteilten das Vorgehen des Geistlichen scharf. 

Ruf nach Vergeltung 

In einem öffentlichen Statement erklärte die religiöse Gruppe, der Priester würde „die Sünde akzeptieren“, und sei ein „Verräter“. In seiner Antwort betonte Francisco Javier Rodríguez daraufhin die Worte des verstorbenen Papstes Franziskus, der wiederholt die Bedeutung von Inklusion und Liebe innerhalb der Kirche hervorgehoben habe. Rodríguez unterstrich überdies, dass das Haus Gottes für alle offen sei, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung. Die konservativen Hardliner ließen es trotzdem nicht darauf beruhen, die Orate schickte deswegen kurz darauf einen offenen Brief an die Erzdiözese und an den Vatikan, in dem sie erneut die „liturgischen Missbräuche“ anprangerte und eine Untersuchung über das Verhalten des Priesters forderte. 

Queere Vereine sprechen von Moment der Liebe 

Queere Vereine indes begrüßten die Aktion mit deutlichen Worten, darunter auch Vertreter der Federación Estatal LGTBI+. „Die Entscheidung von Priester Francisco Javier Rodríguez sendet eine klare Botschaft an die LGBTQIA+-Gemeinschaft, die nach religiösen Räumen sucht, in denen sie sich vollständig akzeptiert fühlt. Die Messe wird durch diesen Akt der Inklusion zu einem Moment der Liebe, nicht des Urteils. Solche Gesten können andere religiöse Führer dazu ermutigen, ihre Praktiken zu überdenken und eine breitere Vielfalt in ihren Gemeinschaften zu akzeptieren“ so ein Sprecher. 

Allerdings zeige der besondere Gottesdienst in Sevilla noch etwas anderes: „Trotzdem zeigt der Widerstand, dass es noch ein weiter Weg ist, bis Respekt für Diversität und Akzeptanz in religiösen Institutionen eine selbstverständliche Realität wird. Für die LGBTQIA+-Gemeinschaft unterstreicht dieser Vorfall die Notwendigkeit, dass religiöse Räume Gleichberechtigung und Liebe ohne Vorurteile fördern, wobei die Vielfalt der Glaubensrichtungen gefeiert wird.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Warnungen vor Überwachung

Über 100 queere Bücher betroffen

Die Leiterin der Rutherford County Library wurde von der Bibliotheksführung entlassen, weil sie sich weigerte, LGBTIQ+-Bücher zu entfernen.
Miersch und Spahn

Debatte übers eigene Schwulsein

Im Interview mit der Zeit diskutieren Jens Spahn (CDU) und Matthias Miersch (SPD) über ihre Selbstdefinition als schwule Männer.
Aufsehen um neue HBO-Serie

Schwules Leben und Lieben in Polen

Die neue polnische Serie "Proud" porträtiert das Leben von jungen Schwulen und sorgt im Land derzeit für viel Aufregung.
Prominente Kritik an US-Agenda

Im Fokus ICE-Jugendhaftzentrum

Über 200 Prominente, darunter Madonna, Billy Porter oder Javier Bardem, fordern die Schließung einer ICE-Haftanstalt für Kinder und Familien in Texas.
HIV in Schottland

Keine neue Infektionen bis 2030?

Schottland ist auf dem Weg, HIV-Übertragungen bis 2030 ganz zu beenden, dazu bedarf es allerdings jetzt mehr Einsatz der Regierung, so Fachverbände.
Schwere Lage in Australien

Queere Menschen in Down Under

Die Lage für queere Menschen in Australien habe sich innerhalb von knapp zehn Jahren verschlechtert, betonte jetzt die Menschenrechtskommission.
Depressionen bei Jugendlichen

Erneute Zunahme der Fallzahlen

Abermals sind die Fälle von Depressionen bei Jugendlichen angestiegen, besonders belastet sind dabei queere Minderjährige.
Anhörung im Fall Uganda

Sitzung im kanadischen Parlament

Homosexuelle aus Uganda haben sich in einer Anhörung an Kanada gewandt und erhoffen sich mehr Schutz für Schwule und Lesben.
Japan prüft Öffnung der Ehe

Beratungen des Obersten Gerichts

Seit Jahren wird in Japan über die Einführung der Ehe für alle gestritten, nun hat sich endlich das Oberste Gericht der Sache angenommen.