Direkt zum Inhalt
Gewaltanstieg in Deutschlandv
ANZEIGE

Gewaltanstieg in Deutschland Bundesinnenministerin Faeser fordert eine „Null-Toleranz“-Politik

ms - 09.04.2024 - 12:30 Uhr
Loading audio player...

Die Zahl der Straftaten in Deutschland ist 2023 binnen eines Jahres um 5,5 Prozent angestiegen, insgesamt kam es in der Bundesrepublik damit zu rund 5,94 Millionen Fälle – die höchsten Werte seit 2016. Konkrete Daten zu Straftaten aufgrund der „sexuellen Orientierung“ beziehungsweise der „geschlechtlichen Diversität“ werden voraussichtlich in den nächsten Wochen veröffentlicht – höchstwahrscheinlich ist es anhand der jetzt vorgelegten Daten aber auch hier zu einem erneuten Anstieg der Hasskriminalität gegenüber LGBTI*-Menschen gekommen. Zuletzt stiegen die Zahlen binnen eines Jahres um 35 Prozent an. 

Die Aufklärungsquote hat sich in den letzten Jahren auf rund 58 Prozent eingependelt und ist 2023 zuletzt leicht gesunken. Starke Anstiege wurden im vergangenen Jahr bei der Gewaltkriminalität, Diebstahlsdelikten sowie bei der Jugendkriminalität verzeichnet.

Anstieg bei nichtdeutschen Tatverdächtigen

Auffallend an der Statistik ist die stark gestiegene Anzahl der Tatverdächtigen, die keine deutsche Staatsangehörigkeit haben – hier stieg die Quote auf 41 Prozent (+ 17,8 Prozent) aller Tatverdächtiger. In tatsächlichen Zahlen bedeutet das: Rund 923.000 nichtdeutschen Tatverdächtigen stehen rund 1,3 Millionen deutscher Tatverdächtiger gegenüber. Unter den nichtdeutschen Tatverdächtigen waren rund 402.000 Zuwanderer, ein Plus von rund 30 Prozent. 

Der Anstieg bei nichtdeutschen Tatverdächtigen dürfte dabei ein alarmierender Faktor gerade für die LGBTI*-Community sein, vor allem im Hinblick auf die Studie der Ruhr-Universität Bochum von 2023, die aufzeigte, dass rund 30 Prozent der geflüchteten Migranten in Deutschland die Gleichstellung von Homosexuellen ablehnen, 70 Prozent von ihnen sind zudem der Auffassung, dass die Religion über den Grundgesetzen der Bundesrepublik steht. Das unsicherste Bundesland 2023 war dabei so auch ausgerechnet die selbsternannte Regenbogenhauptstadt Berlin mit 14.292 Taten pro 100.000 Einwohnern. 

Vorurteilsfreie Debatte

Bei der Pressekonferenz heute Mittag erklärte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) wie in den Jahren zuvor bereits auch erneut ihre „Null-Toleranz“-Politik gegenüber Straftätern: „Es gibt niemals eine Rechtfertigung für Gewalt.“

Michael Stübgen (CDU), der Innenminister aus Brandenburg, sagte, er wünsche sich jetzt eine „vorurteilsfreie Debatte“ mit Blick auf die Zahlen und betonte noch einmal die Diskrepanz zwischen 41 Prozent der nichtdeutschen Tatverdächtigen bei einem Ausländeranteil in der Gesamtgesellschaft von gerade einmal rund 15 Prozent. Stübgen dazu: „Deutschland ist am Integrationslimit, das muss in der Bundesregierung endlich verstanden werden (…) Ohne eine Verringerung im Bereich Migration wird es nicht gehen.“ Man erlebe derzeit eine „wachsende Verrohung in Teilen der Gesellschaft.“  

Dramatische Entwicklung 

Der Anstieg der Kriminalität in Deutschland ist nach Ansicht des stellvertretenden FDP-Fraktionsvorsitzenden Konstantin Kuhle eine "dramatische Entwicklung". Gegenüber ntv erklärte er, die Politik dürfe jetzt nicht zur Tagesordnung übergehen. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul betonte gegenüber der NZZ: „Nichtdeutsche sind deutlich überrepräsentiert. Und das bei fast allen Delikten. Heißt unweigerlich: Wir müssen über Ausländerkriminalität sprechen.“

Besonders betont wurde dabei auch die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzung, hier ist ein Anstieg um 6,8 Prozent auf rund 155.000 Fälle zu verzeichnen – rund die Hälfte der Tatverdächtigen hatte hier bei der Gewaltkriminalität keinen deutschen Pass. Bei den Messerattacken (8951 Fälle im Jahr 2023) ist ein Anstieg von rund zehn Prozent zu verzeichnen. Bundesinnenministerin Faeser betonte in der Pressekonferenz mehrfach, trotzdem keine vorschnellen Schlüsse und damit rassistische Ressentiments zu schüren. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Der erste schwule US-Präsident

US-Bevölkerung ist bereit dazu

Demokrat Pete Buttigieg hält Amerika für bereit für einen schwulen Präsidenten, legt sich aber noch nicht auf eine Kandidatur 2028 fest.
Kieferbruch bei Timo Cavelius

Schwuler Judoka schwer verletzt

Der schwule deutsche Judoka Timo Cavelius erlitt nach einem Kampf einen Kieferbruch und muss Monate pausieren - ist die Olympia-Teilnahme in Gefahr?
Historisches Tennisfinale

Dank für das Coming-Out

Der schwule Tennisprofi Mika Brunold hat das Finale gegen João Lucas Reis da Silva gewinnen und dankte ihm für die Inspiration zu seinem Coming-Out.
Eklat bei UN-Atombehörde

Russischer Funktionär suspendiert

Die UN-Atombehörde IAEA hat den russischen Funktionär Mikhail Chudakov suspendiert, nachdem er ein umstrittenes homophobes Buch verbreitet hatte.
Drogen und die Community

Schockstudie aus Großbritannien

Eine neue Schock-Studie offenbart die Folgen des Drogenkonsums in Londons schwuler Community inklusive drogenbedingter Todesfälle und Überdosierungen.
Vermisster aufgefunden

Berliner Polizei gibt Entwarnung

Der seit Sonntag vermisste Tourist und Fetisch-Partygänger Gabriel Ronco Gonzales ist wohlbehalten in Berlin gefunden worden.
Todesfall Hayden Panettiere

Ermittler prüfen tödliche Pille

Neuigkeiten zum Tod von Hayden Panettiere: Ermittler vermuten eine mit Fentanyl versetzte Oxycodon-Pille als mögliche Todesursache.
Pride in Charkiw

Protest unter Polizeischutz

Rund 200 Menschen feierten den Charkiw Pride trotz Luftalarm und Sicherheitsrisiken und forderten gleiche Rechte für LGBTIQ+-Menschen in der Ukraine.
Bob Mackie ist tot

Ein Leben für große Auftritte

Der schwule Modedesigner Bob Mackie ist mit 87 Jahren gestorben. Er prägte Stars, Popkultur und die Drag-Szene über Jahrzehnte.