Direkt zum Inhalt
Gefährliche Klage

Gefährliche Klage Droht in den USA ein landesweiter Schlag gegen Diversitätsprogramme auch an Bildungseinrichtungen?

ms - 08.07.2025 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Im Juni sprach der Oberste Gerichtshof Amerikas einer Frau Recht zu, die von ihrem schwulen Chef diskriminiert wurde. Der Fall der "Umgekehrten Diskriminierung" wird bis heute eifrig debattiert. Die Organisation “Faculty, Alumni, & Students Opposed to Racial Preferences” (FASORP) sorgt nun in ähnlicher Lage für Schlagzeilen: Sie verklagte die Universität von Michigan wegen Diskriminierung von weißen, heterosexuellen Männern. Gewinnt die Gruppe vor Gericht, könnte ein Präzedenzfall geschaffen werden. 

Bevorzugung der Universität?

Der konkrete Vorwurf: Die Universität diskriminiert in ihrer juristischen Fachzeitschrift, der Michigan Law Review, weiße, männliche Autoren, weil bei der Auswahl der Artikel jene bevorzugt werden, die von Minderheiten verfasst worden sind. In 60 Prozent der Fälle wird dabei offenbar Wert auf die Ethnie, das Geschlecht, die sexuelle Orientierung oder die Geschlechtsidentität der Autoren gelegt, nur in 40 Prozent zählt die Qualifikation anhand erbrachter Leistungen oder Qualifikationen, betont FASORP. Die Vorgehensweise verstoße dabei gegen mehrere Grundgesetze der USA, wobei die Organisation weiter betont, mit ihrer Klage die „Leistungsgesellschaft in der akademischen Welt wiederherstellen“ zu wollen.  

Präzedenzfall für die ganzen USA?

Fakt ist, dass die Universität mit einem eigens erarbeiteten Prozess und mittels eines Komitees darauf achtet, einer „nach Ansicht der Ausschussmitglieder ausreichend vielfältigen Anzahl von Frauen, nicht-asiatischen rassischen Minderheiten und homosexuellen oder transsexuellen Studenten“ die Möglichkeit einer Publikation geben will. Inwiefern damit Grundgesetze verletzt werden oder nicht, muss nun das Bundesgericht in Detroit entscheiden. 

Die Klage hat dabei durchaus Gewicht, drei der vier namentlich genannten Kläger sind Juraprofessoren mit Festanstellung an anerkannten Schulen, die behaupten, dass ihre Artikel abgelehnt wurden. Gewinnen die Kläger, könnte das landesweit dazu führen, dass Diversity-Aspekte an Universitäten keine Rolle mehr spielen dürfen – ein Vorgang, der explizit auch von der US-Regierung massive Unterstützung finden würde.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Scharfe Kritik des LSVD+

Staatsversagen der Bundesregierung

Der LSVD+ hat im Rahmen ihrer 38. Mitgliederversammlung der Bundesregierung Staatsversagen vorgeworfen, es müsse mehr für LGBTIQ+ gemacht werden.
Neuer Fall für Supreme Court

Angriff auf Regenbogenfamilien

Der Supreme Court in den USA wird dieses Jahr darüber entscheiden, ob religiöse Schulen Kinder von LGBTIQ+-Eltern abweisen dürfen.
Rücktritt von Tim Cook

Apple ab Herbst unter neuer Leitung

Tim Cook wird im Herbst seinen Posten als CEO von Apple räumen - er war der erste offen schwule CEO eines Fortune-500-Unternehmens.
Urteil in Ungarn erwartet

Anti-Homosexuellen-Gesetz

Der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) will heute seinen Beschluss zum Anti-Homosexuellen-Gesetz in Ungarn verkünden. Wie geht es dann weiter?
Report Amnesty International

Menschenrechte in Gefahr

Die Menschenrechte sind weltweit unter Beschuss, auch in Deutschland, so der neue Jahresbericht von Amnesty International.
Péter Magyar und LGBTIQ+

Freund oder Feind der Community?

Nach 16 Jahren Victor Orbán regiert nun Péter Magyar in Ungarn. Doch was bedeutet der Machtwechsel wirklich für LGBTIQ+-Menschen?
Besondere Trauma-Bewältigung

Wie "Heated Rivalry" helfen kann

Immer mehr Patienten von US-Therapeuten der LifeStance Health-Organisation erklären, dass „Heated Rivalry“ ihr Leben verändert habe.
Schwule Männer und Trump

Wie tickt die Anhängerschaft?

In den USA gibt es nach wie vor schwule Anhänger von Präsident Trump. Was sie bis heute antreibt, untersuchte jetzt ein US-Rechercheteam.