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Freiheit in Kamerun Queere Verbände verstärkten Druck nach Inhaftierung von fünf Männern

Von ms - 29.01.2026 - 11:00 Uhr
Freiheit in Kamerun
Foto: IMAGO / Westend61
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In Kamerun stehen fünf Männer kurz vor ihrer Entlassung aus dem Gefängnis, nachdem sie eine viermonatige Haftstrafe wegen homosexueller Handlungen verbüßt haben. Die Freilassung aus dem Zentralgefängnis der Hauptstadt Yaoundé ist für den 6. Februar vorgesehen und konnte nur durch den Einsatz queerer Bürgerrechtler erzielt werden. Aus Sicherheitsgründen werden die Namen der Betroffenen nicht veröffentlicht.

Willkür von Polizei und Gericht 

Die Männer waren Anfang Oktober 2025 im Stadtteil Essos in Yaoundé festgenommen worden. Nach Angaben zweier Menschenrechtsorganisationen arbeiteten die betreffenden Polizeibeamte dabei mit einem Motorradtaxifahrer zusammen, der die Männer gezielt an einen Ort brachte, an dem die Einsatzkräfte bereits auf sie warteten. Anschließend wurden die fünf Männer – vier kamerunische Staatsbürger und ein Staatsangehöriger der Republik Kongo – der Staatsanwaltschaft vorgeführt und in das Zentralgefängnis überstellt.

Die Menschenrechtsaktivisten kritisierten das Vorgehen der Polizei scharf und sprachen von gezielten Lockmaßnahmen gegen sexuelle Minderheiten, die sowohl gegen grundlegende Menschenrechte als auch gegen vorgeschriebene polizeiliche Verfahren verstoßen hätten. Das zuständige Gericht wies diese Einwände jedoch pauschal zurück und verurteilte die Männer in einem Scheinprozess zu jeweils vier Monaten Haft sowie zu Geldstrafen und Gerichtskosten. Auf Druck der Organisationen fielen die Strafen nicht höher aus, grundsätzlich wären Haftstrafen von bis zu fünf Jahren möglich gewesen. 

Überleben hinter Gittern 

Während der Haft wurden die Gefangenen von mehreren zivilgesellschaftlichen Organisationen unterstützt. Diese übernahmen unter anderem die Zahlung der Geldstrafen und versorgten die Männer regelmäßig mit Lebensmitteln – ohne die Hilfe wären die Chancen schlecht gestanden, dass die Männer ihre Haft überlebt hätten. In Gefängnissen in Kamerun kommt es gegenüber Schwulen immer wieder zu Lynchjustiz, Vergewaltigungen und Folter, andere verhungern schlicht aufgrund fehlender Lebensmittel. Die Unterstützung wurde von dem LGBTIQ+-Aktivisten und Journalisten Jean Jacques Dissoke gemeinsam mit einem Vertreter der Organisation Positive Vision organisiert. 

An der rechtlichen Unterstützung waren die kamerunischen LGBTIQ+-Rechtsorganisationen Humanity First Cameroon Plus sowie die Rechtsberatungsstelle von SOS Solidarity Rights and Health beteiligt. Sie arbeiteten dabei mit der französischen Organisation Stop Homophobie zusammen. Die beteiligten Gruppen dokumentierten überdies den Fall, äußerten Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Verfahrens und setzten sich für die Wahrung der grundlegenden Rechte der Betroffenen ein.

Festnahmen ohne Beweise 

Zuletzt war es Ende letzten Jahres ebenso geglückt, vier weitere junge Männer im Alter zwischen 23 und 25 Jahren nach knapp einem halben Jahr in Gefangenschaft freizubekommen. Ein Imam hatte den Inhaftierten vorgeworfen, sie hätten einen „Film mit schwulen Inhalten“ angesehen – das reichte als Begründung für eine Festnahme ohne weitere Beweise aus. Seitdem saßen die vier Afrikaner im Gefängnis und waren dort vorerst ohne Rechtsbeistand Folter und Gewalt durch Mitinsassen und Wärter ausgesetzt. 

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