Direkt zum Inhalt

Forderung an die EU Offener Brief EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen zur finanziellen Absicherung von LGBTIQ+-Verbänden

Von ms - 08.07.2025 - 14:00 Uhr
Forderung an die EU
Foto: IMAGO / Depositphotos
ANZEIGE
Loading audio player...

Ein Dutzend queerer Organisationen hat sich jetzt in einem offenen Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Haushaltskommissar Piotr Serafin gewandt. Mit Sorge blicken die Vereine dabei auf die finanzielle Unterstützung seitens der Europäischen Union. 

Untergrabung der EU-Grundwerte

Die Gruppe betonte dabei insbesondere, dass in den letzten Monaten immer mehr Geld bei Verbänden der Zivilgesellschaft eingespart werde, insbesondere bei jenen, die sich wie im Fall von LGBTIQ+ um Minderheitenpolitik, Menschenrechte und Demokratie bemühen. Angetrieben würden solche Sparpläne sowohl auf nationaler wie auch internationaler Ebene innerhalb der EU immer wieder durch „reaktionäre Abgeordnete“ und konservative bis rechte Think Tanks. Am Ende könnte der anstehende, mehrjährige Finanzrahmen (MFR) dabei neue Prioritäten setzen – jenseits von Menschenrechten. „Dies sind keine isolierten Vorfälle – sie sind Teil eines umfassenderen, bewussten Versuchs, die Grundwerte, auf denen die Europäische Union aufgebaut ist, sowie die EU selbst zu untergraben“, so die Verbände.

Queere Stimmen zum Schweigen bringen?

Die zentrale Befürchtung dabei: Queere Organisationen sollen damit zum Schweigen gebracht werden. „Unsere Organisationen bringen die Stimmen und Anliegen unserer Mitglieder in den demokratischen Prozess der EU ein und sind den Menschenrechten, der Gleichberechtigung und den demokratischen Werten verpflichtet (…) Die Organisationen der Zivilgesellschaft spielen dabei eine entscheidende Rolle – sie sind entscheidend, wenn es darum geht, die politischen Entscheidungsträger und Interessengruppen in der EU über die Realitäten vor Ort zu informieren und einen umfassenden Überblick über die jeweiligen Probleme und die wahrscheinlichen oder erwarteten Auswirkungen politischer Lösungen zu geben“, so das Bündnis weiter. 

Forderung an bessere Rahmenbedingungen

Die Forderung an die EU ist dabei klar: Die Kofinanzierungsanforderungen, die regeln, dass solche Vereine ihr Budget in Teilen selbst finanzieren müssen, bedürfe einer Überarbeitung. „Die Beibehaltung der derzeitigen 20-prozentigen Kofinanzierungsanforderung für die Partnerschaftsrahmenvereinbarungen gefährdet unter diesen Bedingungen die Arbeit vieler Organisationen, insbesondere derjenigen, die keinen Zugang zu großen privaten oder nationalen Geldgebern haben. Viele europäische NGOs, insbesondere diejenigen, die sich für die Gleichstellung der Geschlechter, Frauenrechte, LGBTIQ+-Rechte und marginalisierte Gemeinschaften einsetzen, sehen sich einer starken finanziellen Belastung ausgesetzt. Diese Herausforderungen werden durch steigende Betriebskosten und Inflation noch verschärft.“ 

Das Bündnis der Organisationen besteht aus der, AGE Platform Europe, dem Center for Reproductive Rights, der Eurocentralasian Lesbian* Community, dem End FGM European Network, dem European Disability Forum, der European Women’s Lobby, der International LGBTQI Youth & Student Organisation, der ILGA-Europe, dem International Planned Parenthood Federation, der Organisation Intersex International Europe, der Trans Europe and Central Asia sowie dem Women Against Violence Europe Network. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesndQueer | Razzia in Casa Kuá schüchtert Berliner trans* Community eintazRazzia in queerem Community-Ort: Alles wegen ein paar TablettenFrankfurter Allgemeine ZeitungMit Hilfe von Leihmutter: Niederländischer Ministerpräsident und sein Verlobter bekommen ein BabyAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Asylbetrug in Ceuta?

70 Prozent nennen Homosexualität

Asylbetrug in Ceuta? Rund 70 Prozent der marokkanischen Migranten vor Ort berufen sich bei Asylanträgen auf ihre vermeintliche Homosexualität.
Wende im Fall Meiwes

Vorerst keine Entlassung

Armin Meiwes bleibt in Haft. Sein Antrag ist zurückgezogen. Was über die Entscheidung bekannt ist und warum lebenslang nicht nach 15 Jahren endet.
Omas Antwort auf den Hass

„Liebe kennt keine Barrieren“

Nach der Hasswelle gegen Luca und Cristian meldet sich Lucas Oma Loretta zu Wort. Ihr Brief stellt das Glück ihrer Familie an erste Stelle.
Sorge um queere Sichtbarkeit

Pride-Teams wollen Kräfte bündeln

Mehr als 100 CSD-Veranstalter trafen sich in Recklinghausen. Sie warnen vor Anfeindungen und wollen sich bundesweit stärker unterstützen.
Kreativer Widerstand

Zehnkämpfer zeigt Haut aus Protest

Frauenfeindliche sexistische Witze von US-Comedian Shane Gillis sorgen aktuell für viel Empörung. Zehnkämpfer Chase Lathrop antwortet kreativ und sexy
Geheimnisse bei Heated Rivalry

Jacob Tierney erklärt Serienerfolg

Ein neues Buch zeigt, wie „Heated Rivalry“ entstand, welche Szenen gestrichen wurden und was die zweite Staffel vorbereitet.
Rob Jetten wird Vater

Premier erwartet erstes Kind

Niederlands Premierminister Rob Jetten und sein Partner Nicolás Keenan erwarten im Frühjahr 2027 ihr erstes Kind durch eine Leihmutter.
Neue Pornogesetze in England

Verbot von Fetisch-Darstellungen

Großbritannien verschärft das Pornografie-Strafrecht: Ab November werden bestimmte sexuelle Darstellungen im Bereich Fetisch und Rollenspiele verboten
Regenbogen spaltet Amsterdam

Streit um queere Sichtbarkeit

Ein geplanter Regenbogenweg in Amsterdam sorgt für Streit. Während Initiatoren ein Zeichen gegen Diskriminierung setzen wollen, protestieren Anwohner.