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FIFA unter Druck
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FIFA unter Druck Kritik an Ausschlusspläne für queere Fußballerinnen

ms - 22.07.2026 - 09:30 Uhr
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Vor der Frauen-Fußballweltmeisterschaft 2031 wächst der Druck auf die FIFA, ihre Teilnahmebestimmungen für Frauenwettbewerbe zu verschärfen. Zugleich mehren sich Warnungen vor einem möglichen Ausschluss von trans* Spielerinnen. Piara Powar, Geschäftsführer der Antidiskriminierungsorganisation Fare Network, fordert den Weltfußballverband auf, ein entsprechendes Verbot nicht in sein Regelwerk aufzunehmen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die FIFA wird aufgefordert, kein Teilnahmeverbot für trans* Spielerinnen bei der Frauen-WM 2031 einzuführen.
  • Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump will sich für eine entsprechende Regelung einsetzen.
  • Antidiskriminierungsorganisationen warnen vor den Folgen.
  • Die FIFA hat sich bislang nicht zu möglichen Regeländerungen geäußert.

Verbot für trans* Sportlerinnen

Hintergrund sind Äußerungen aus der US-Regierung. Andrew Giuliani, Leiter der Taskforce des Weißen Hauses für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026, erklärte gegenüber POLITICO, die Zusicherung der FIFA, „dass an der Frauen-Weltmeisterschaft Frauen und keine biologischen Männer teilnehmen“, könne ein zentraler Bestandteil der Gespräche über die Planung der Frauen-WM 2031 sein.

Zu Beginn des Jahres hatte bereits das Internationale Olympische Komitee (IOC) eine neue Richtlinie zum Schutz der Frauenkategorie beschlossen, die bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles gelten soll. Sie sieht unter anderem verpflichtende genetische Geschlechtstests für Athletinnen in Frauenwettbewerben vor. Nach Angaben des IOC basiert die Regelung auf „wissenschaftlichen Erkenntnissen und Expertenmeinungen“. Sportlerinnen, bei denen das auf dem Y-Chromosom liegende SRY-Gen nachgewiesen wird, gelten demnach nicht als „biologisch weiblich“ und wären von Frauenwettbewerben ausgeschlossen. Die Kriterien sollen auch für intergeschlechtliche Athletinnen gelten, die eine männliche Pubertät durchlaufen haben. Ähnliche Richtlinien hat in dieser Woche auch die Women's Tennis Association (WTA) für den Profi-Tennissport festgelegt

Appell an die FIFA 

Powar warnte vor vergleichbaren Regelungen im Fußball. „Wir halten es für wichtig, dass selbst dann, wenn ein Verbot für die Weltmeisterschaft 2031 eingeführt werden sollte, dieses nicht dauerhaft in die FIFA-Regeln aufgenommen wird“, schrieb er in einer Stellungnahme. „Die FIFA sollte dem Beispiel des IOC nicht folgen und Menschen von der Teilnahme am Fußball ausschließen.“ Nach Einschätzung Powars würde ein FIFA-Verbot insbesondere Frauen mit sogenannten Unterschieden der Geschlechtsentwicklung (Differences of Sex Development, DSD) treffen. Diese können unter anderem mit einem für Frauen untypischen Testosteronspiegel oder dem Vorhandensein männlicher Chromosomen einhergehen. Jon Holmes von der Organisation Football v Homophobia erklärte, Frauen mit DSD „würden am stärksten betroffen sein“. Zugleich gebe es derzeit „keinerlei Hinweise“ darauf, dass bekannte trans* Fußballerinnen unmittelbar vor einer Karriere auf internationalem Spitzenniveau stünden.

Weltmeisterschaft 2031 in den USA

Der Weltverband verfügt bislang über kein zentrales System zur Geschlechtsüberprüfung. Stattdessen sind die nationalen Verbände dafür verantwortlich, die Teilnahmeberechtigung ihrer Spielerinnen zu prüfen. Dazu gehört auch die Untersuchung möglicher „Abweichungen bei den sekundären Geschlechtsmerkmalen“ sowie die Dokumentation entsprechender Ergebnisse. Die FIFA hat den Austragungsort der Frauen-Weltmeisterschaft 2031 bislang noch nicht offiziell bekannt gegeben. Die einzige Bewerbung stammt von den USA, Mexiko, Costa Rica und Jamaika. Giuliani erklärte, die FIFA habe Präsident Donald Trump bereits mitgeteilt, dass die Vereinigten Staaten Gastgeber des Turniers sein würden.

Powar appellierte abschließend an die internationalen Sportverbände: „Wir fordern alle Sportverbände auf, über die Glaubwürdigkeit ihrer Sportart und die negativen Folgen nachzudenken, die entstehen, wenn sämtliche Bedingungen der Vereinigten Staaten für die Ausrichtung eines Turniers akzeptiert werden. Das könnte dazu führen, dass bestimmte Teilnehmerinnen ausgeschlossen werden.“ Weiter erklärte er: „Und im Fußball, einer Sportart, die stets als besonders offen und zugänglich galt, könnte das verheerende Folgen haben.“ Die nächste Frauen-Fußballweltmeisterschaft wird vom 24. Juni bis 25. Juli 2027 in Brasilien ausgetragen.

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